Kulmbach
Engagement

21-jährige Trebgaster engagiert sich für Kulmbacher Nepalhilfe

Ein sorgloses Leben oder bittere Armut - niemand kann sich aussuchen, in welches Leben er hineingeboren wird. Der 21-jährige Andreas Stalla aus Trebgast zeigt, dass eine bessere Zukunft für Kinder auch mit geringen Mitteln möglich ist.
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Tief beeindruckt war Andreas Stalla von dem herzlichen Empfang in Malekhu. Die Menschen hier lieben die Kulmbacher, die mit ihren Projekten in den vergangenen elf Jahren dem ganzen Dorf ein besseres Leben geschenkt haben. Foto: Sonja Promeuschel
Tief beeindruckt war Andreas Stalla von dem herzlichen Empfang in Malekhu. Die Menschen hier lieben die Kulmbacher, die mit ihren Projekten in den vergangenen elf Jahren dem ganzen Dorf ein besseres Leben geschenkt haben. Foto: Sonja Promeuschel
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Rabin Ghale ist elf Jahre alt und hat ein großes Ziel: Er möchte einen guten Schulabschluss machen. Andreas Stalla wird ihn dabei unterstützen. Der 21-jährige Trebgaster hat sich bei einem Besuch in Nepal den schüchternen Jungen als Patenkind ausgesucht und finanziert seinen Schulbesuch.

Kontakt zur Nepalhilfe knüpfte er, weil ihn die Arbeit des Kulmbacher Vereins begeisterte und er gerne etwas zum Erfolg der Initiative beitragen wollte. Gemeinsam mit Sonja Promeuschel und Peter Pöhlmann flog Andreas Stalla nach Kathmandu und erlebte zwei außergewöhnliche Wochen.


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Rabin war mir gleich sympathisch
"Mir war bewusst, dass einiges auf mich zukommen würde, doch dass ich mit so viel Armut und Krankheiten konfrontiert werde, konnte ich mir nicht vorstellen.
Ich war von all dem so berührt, dass ich beschloss, 500 Euro meiner Ersparnisse zu nehmen und sie der Nepalhilfe spendete." Außerdem entschloss er sich beim Besuch der Grundschule Malekhu spontan, ein Kind in eine Patenschaft zu nehmen.

"Eigentlich wollte ich gerne ein Mädchen, weil die besonders benachteiligt sind." Aber da kein Mädchen zur Auswahl stand (nur besonders gute und fleißige Schüler werden Patenkinder), entschied Andreas sich für einen Jungen. "Rabin ist der zweitbeste Schüler seiner Klasse und war mir gleich sympathisch." Der Junge lebt in Verhältnissen, die in Deutschland unvorstellbar wären: Weil der Weg vom Elternhaus zu seiner Schule etwa zwölf Kilometer beträgt, lebt er allein mit seiner Schwester und einer Cousine in einer winzigen gemieteten Wohnung. "Die Kinder müssen sich selbst versorgen, und das in einfachsten Verhältnissen."

Dankbar für das eigene Glück
Andreas Stalla ist selbst noch Student an der Fachschule für Lebensmitteltechnik und hat nicht viel Geld zur Verfügung. Was hat ihn motiviert, trotzdem ein Patenkind zu unterstützen? "Kein Mensch kann sich aussuchen, wie sein Leben verläuft, in welches Land und in welche Lebensumstände er geboren wird. Man darf sich bedanken, wenn man Glück hat und in Frieden und Wohlstand leben darf."

Der Student erlebte in Nepal ein Wechselbad der Gefühle: "In meinem ganzen Leben musste ich niemals öfter Tränen unterdrücken als in Nepal. Dennoch kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich so glücklich war wie dort. Trotz des ganzen Elends haben die Nepalesen die Gabe, alles positiv zu sehen. Ich habe nie zuvor Menschen getroffen, die so glücklich und so herzlich sind. Obwohl sie kaum etwas haben, laden sie ein und teilen das Wenige."

Von seinen Erfahrungen berichtet Andreas Stalla heute Abend um 19 Uhr im Mupäz-Vortragssaal im Mönchshof. Die Zuhörer werden dabei auch erfahren, wie er per Post mit seinem Patenkind und zehn weiteren Schülern in Malekhu und der Tilingatar-Schule in Kathmandu in Verbindung bleibt. Beim Schreiben und Spenden will der 21-Jährige es aber nicht belassen: "Sobald ich kann, reise ich wieder nach Nepal."
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