Kulmbach
Spendenergebnis

18 000 Euro: Sprachlos vor Glück

Die Rundschau-Leser haben die behinderten Kinder des Rehbergheims reich beschenkt. Wir können mit dem Geld weit mehr tun, als Weihnachtswünsche zu erfüllen. 2016 wird für die Kinder ein Jahr mit vielen schönen Erlebnissen.
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Einkaufsbummel im "Fritz": Lisa-Marie durfte sich gestern Nachmittag bei H & M neu einkleiden. Danach gab's noch heiße Schokolade mit Sahne. Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns so viele schöne Sachen geschenkt haben", sagt die 14-Jährige. Foto: Dagmar Besand
Einkaufsbummel im "Fritz": Lisa-Marie durfte sich gestern Nachmittag bei H & M neu einkleiden. Danach gab's noch heiße Schokolade mit Sahne. Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns so viele schöne Sachen geschenkt haben", sagt die 14-Jährige. Foto: Dagmar Besand
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Lisa-Marie strahlt: So viele schöne Geschenke und so viel Aufmerksamkeit hat die 14-Jährige, die im Rehbergheim für geistig und mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche lebt, noch nie bekommen. Im Rahmen unserer Advents-Spendenaktion hatten wir das Mädchen im Heim besucht. Wie viele ihrer Mitbewohner hat sie nur ein minimales Taschengeld zur Verfügung. Extras wie modische Kleidung nach persönlichen Vorlieben sind da nicht drin.


Lisa-Marie darf einkaufen gehen


Lisa-Marie hatte eigentlich nur einen kleinen, bescheidenen Wunsch: einen neuen Pullover in Rot oder Rosa - ihren Lieblingsfarben. Den hat sie jetzt - und noch eine Reihe anderer schöner Sachen. Ermöglicht haben dies die Rundschau-Leser, die Lisa-Maries Geschichte berührte und die ihr und den übrigen Heimkindern eine Freude machen wollten. Das ist ihnen gelungen: Im Rehbergheim sieht man zurzeit nur glückliche Gesichter. Denn das überwältigende Spendenergebnis macht für die Kinder Dinge möglich, von denen sie ohne die Aktion nicht einmal geträumt hätten. Kinder und Betreuer waren zunächst einmal sprachlos, als wir ihnen die Spendensumme bekannt gaben.

Und das sind die Zahlen: 15 065 Euro sind auf das Konto unseres Spendenvereins "Franken helfen Franken" eingezahlt worden. Weitere 2560 Euro wurden aufgrund unseres Spendenaufrufs direkt ans Rehbergheim bezahlt. Die größten Einzelspenden kamen vom Gesangverein Tannfeld und dem Kulmbacher Kiwanis-Cub mit je 500 Euro. Das Einkaufscenter "Fritz" spendierte jedem Kind zusätzlich einen Einkaufsgutschein im Wert von 20 Euro, die Pizzeria "Alla Rustica" lädt alle Kinder mit ihren Betreuern demnächst zu einem schönen Abendessen ins Restaurant ein. Alles in allem entspricht das Spenden in Höhe von rund 18 000 Euro für den guten Zweck.


Spontanbesuche und Geschenke


"Das Geld ist wichtig für uns. Aber noch wertvoller ist für uns, dass die Aktion so vielen Menschen unsere Einrichtung wieder ins Bewusstsein gerufen hat", sagt Elisabeth Weith, Geschäftsführerin der Mathilde-Trendel-Stiftung, Trägerin des von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Heims.

Viele Kulmbacher hätten die Awo-Mitarbeiter auf die Artikel in der Rundschau angesprochen, und einige fühlten sich motiviert, sofort tätig zu werden. "Immer wieder standen Leute spontan vor der Tür und haben eine Geldspende oder persönliche Geschenke für die Kinder abgegeben", erzählt Heimleiterin Friederike Ködel.

Berührt hat sie vor allem, dass spürbar wurde, dass die Kulmbacher nicht einfach irgendetwas spenden, sondern Herzenswünsche erfüllen wollten. Ein älterer Herr schickte Puzzle-Fan Lisa-Marie ein Päckchen mit einem recht kniffligen großen Puzzle und einem netten Brief, eine Kulmbacherin kam mit zwei schweren Kisten bepackt in die Awo-Geschäftsstelle: Damit die Kinder ihr Taschengeld nicht für Hygieneartikel verbrauchen müssen, hat sie für alle Duschgel und Shampoo und dazu noch Süßigkeiten gekauft.

Zwei Familien gingen mit den von uns vorgestellten Kindern Lisa-Marie und Michelle einkaufen, eine Familie erkundigten sich nach dem perfekten Geschenk für Heimkind Christian, der sich einen Spielzeugbagger wünschte - und ihn schön verpackt unter dem Weihnachtsbaum fand.

Und was wird nun mit dem vielen gespendeten Geld gemacht? Jeder Euro kommt unmittelbar den behinderten Kindern zugute. Jedes hat sein besonderes Weihnachtsgeschenk bekommen, jedes bekommt in diesem Jahr einen besonderen Geburtstagswunsch erfüllt und auch zum nächsten Weihnachtsfest noch einmal etwas Schönes.


Workshops mit Musik


Darüberhinaus werden Musikinstrumente angeschafft: "Workshops mit Musik machen unseren Kindern Spaß", erzählt Friederike Ködel. Vor allem trommeln ist sehr beliebt und dabei auch noch therapeutisch wertvoll: Es schult Rhythmusgefühl und Koordination, das Aufeinanderhören und Zusammenspiel in der Gruppe. Außerdem bekommen die Kinder Spielsachen, die an ihre Behinderungen angepasst sind und ihre Fähigkeiten fördern. Auch ein paar neue Kettcars für die Schönwetter-Zeit werden gekauft: "Unsere Kinder fahren für ihr Leben gern damit, und kommen mit vier Rädern besser zurecht als mit Fahrrädern."

Und schließlich dürfen die Rehbergheim-Kinder dieses Jahr auch noch verreisen: Eine Gruppe Kinder wird sich das Musical "Aladdin" in Hamburg ansehen - ein Ereignis, dem sie schon entgegenfiebern. Und alle Kinder, die sich die Teilnahme an der Ferienfreizeit nicht leisten können, dürfen heuer trotzdem mitfahren.


Dankeschön an alle Spender


Die Bayerische Rundschau sagt gemeinsam mit den Rehbergheimkindern und der Awo allen, die gespendet haben, ein herzliches Dankeschön.





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