Alladorf
Jubiläum

"135 Jahre sind kein Pappenstiel"

Mit befreundeten Chören aus Nah und Fern feierte der Gesangverein Alladorf einen rauschenden Festauftakt.
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Ein beeindruckendes Bild: die gemischten Chöre der Sängergruppe unter der Leitung von Gruppenchorleiter Steffen Schwarz Foto: Werner Reißaus
Ein beeindruckendes Bild: die gemischten Chöre der Sängergruppe unter der Leitung von Gruppenchorleiter Steffen Schwarz Foto: Werner Reißaus
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Mit einem eindrucksvollen Sängerfest der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf wurden an Fronleichnam die Alladorfer Festtage eröffnet. Dass auch in den Juradörfern tüchtig gefeiert werden kann, das haben die Alladorfer in der Vergangenheit schon wiederholt unter Beweis gestellt. Über vier Festtage werden bis zum morgigen Sonntag 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Alladorf und 135 Jahre Gesangverein 1884 Alladorf gefeiert.

Es waren imposante Bilder zu sehen, als die knapp 20 Gesangvereine mit ihren Vereinsfahnen kurz nach 13 Uhr unter den Klängen des Musikvereins Thurnau in das Festzelt einzogen und als später die gemischten Chöre der Sängergruppe unter der Leitung von Gruppenchorleiter Steffen Schwarz mit 80 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne standen und sich mit bekannten "Ohrwürmern" in die Herzen der Besucher sangen.

Singen ist "in"

Mit dem Spruch "Gott achtet Dich, wenn Du arbeitest, aber er liebt Dich, wenn Du singst", hieß Vorsitzender Erwin Schneider vom Jubelverein alle Gäste und Vereine willkommen. Singen ist nach den Worten von Schneider "in", es bewegt und macht auch Spaß.

Der Männergesangverein Alladorf wurde 1884 gegründet und es war der Lehrer und Kantor Johann Kilchert, der sich um die Stimmen der Männer im Dorf bemühte und den Chorgesang einführte. Dabei wurden Kirchenlieder, Volks- und Heimatlieder gesungen. Auch huete ist dies noch das Hauptrepertoire des Vereins. Laut Schneider stärke man damit "den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft".

Schneider machte deutlich, dass in Alladorf die Vereine das Miteinander pflegen und das Kulturleben prägen: "Das Singen im Chor kann auch einen Ausgleich zur beruflichen Beanspruchung schaffen und den Leistungsdruck, wie wir ihn heute kennen, zur Seite schieben", so der Vorsitzende. Beim Singen könnten die Sängerinnen und Sänger Gemeinschaft erfahren und auch zusammen Erfolge feiern, die nicht in Euro zu zählen sind.

Die Chöre haben nach den Worten von Erwin Schneider dabei eine zeitlose Mission: Mit dem Singen den Menschen Freude zu bereiten und die gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen zu berühren.

Sängergruppenvorsitzende Berthilde Zapf sprach von einem frohen Fest, an dem sich über 100 Sängerinnen und Sänger musikalisch beteiligten. Zapf dankte vor allem den Alladorfern, die sich nicht gescheut haben, den Gesangvereinen der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf einen angenehmen Fest-Nachmittag zu bereiten.

Kein ganz rundes Jubiläum

Klaus Hoffmann überbrachte als Vorsitzender des Sängerkreises Bayreuth auch die Grußworte und Glückwünsche des Fränkischen Sängerbundes. 135 Jahre sind nicht gerade ein rundes Jubiläum, aber Hoffmann war wie die Alladorfer Sänger der Meinung: "Feste soll man feiern, wie sie fallen und dass die Alladorfer verstehen, Feste zu feiern, das sehen wir ja."

Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) stellte als Schirmherr fest, dass Singen über alle Grenzen hinweg verbindet: "Singen versöhnt Menschen, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und Gesang ist überall auf der Erde zu Hause." Bernreuther verwies auch auf eine Aussage des berühmten Musikers Giora Feidmann, der sich über die Musik seit Jahren für die Versöhnung zwischen den Kulturen einsetzt und für dieses Engagement hohe Anerkennung erfuhr: "Das Lied ist mein Koffer, ist voller Erinnerung. Mit diesem Gepäck bin ich niemals allein." Und auch der 135-jährige Lebenslauf des Gesangvereins Alladorf wird nach der Einschätzung des Bürgermeisters von einem Koffer voller Erinnerung begleitet.

Gesangvereine leisten zum kulturellen Leben und für die Gemeinschaft eines Ortes viele ganz wichtige Beiträge. Sie sind, wie der Schirmherr betonte, ein Gegengewicht zur Computerwelt: "Musik berührt die Menschen, egal, ob man selbst mitsingt oder als Zuhörer dabei ist. 135 Jahre Vereinsgeschichte sind kein Pappenstiel. Da steckt Arbeit dahinter, ehrenamtliches Wirken und beständiges Motivieren. Ohne inneren Zusammenhang würde es solche bedeutenden Jubiläen gar nicht geben."

Bernreuther würdigte besonders die Arbeit des Vorsitzenden Erwin Schneider: "Er setzt sich nicht nur im Gemeinderat für sein Alladorf ein, sondern kann auch die feinen Akkorde spielen, die man braucht, um einen Verein zusammen zu halten."

Weitere Höhepunkte waren neben den Auftritten der beiden Männerchöre von Alladorf und Berndorf sowie des Gruppenchores der gemischten Chöre auch der Gruppenchor mit den Männerchören der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf unter der Leitung von Klaus Linhardt.

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