Stockheim
Verbrechen

Zwei Unbekannte überfielen eine 74-Jährige

So hatte sich eine 74-jährige Rentnerin aus Stockheim den Ausklang des Weihnachtsfestes sicherlich nicht vorgestellt. Sie saß in ihrem Wohnzimmer und schaute "Bauer sucht Frau", als es klingelte und die Rentnerin anschließend einen Albtraum erlebte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild
Symbolbild
Der Schrecken sitzt auch noch einen Tag danach tief, als wir mit der Rentnerin telefonieren. Man merkt es an ihrer Stimme, als sie über dieses Ereignis spricht: "Schreiben Sie, dass man bloß nicht sofort die Tür öffnen soll. Ich hätte auch eher auf mein Bauchgefühl hören sollen!" Dennoch öffnete die Dame, ohne das Sicherheitsschloss zu befestigen, die Tür. "Ich habe meinen Nachbarn erwartet!"

Die Minuten, die sie anschließend durchlebte, werden ihr immer in Erinnerung bleiben. Plötzlich sei sie von zwei Kerlen in die Küche geschubst worden. "Sie fragten ständig nach Geld und bedrohten mich!" Als die Räuber mehrere tausend Euro aus der Geldkassette und aus ihrem Geldbeutel 150 Euro entwendet hatten, wurde sie ins Obergeschoss, in ihr Büro gebracht und an einen Stuhl gefesselt. Die Täter suchten hinter jedem Bild den Tresor.


Panik und Angst

Die Stockheimerin spricht von Panik und schrecklichen Angstgefühlen. "Ich kam mir vor wie der letzte Dreck, es gingen mir Gedanken durch den Kopf - zum Beispiel, was ist, wenn sie mich niederschlagen." Unter Druck habe sie schließlich den Tresorschlüssel ausgehändigt, allerdings haben sich im Safe keine Wertsachen befunden.

Die 74-Jährige spricht von Glück im Unglück. Denn, da ein Kabel an ihrer Hand locker war, habe sie sich - nachdem die Täter das Haus verlassen hatten - befreien können. Erst habe sie die Fesseln an ihrer Brust, danach an ihren Füßen entfernt. Schließlich sei es ihr gelungen, auf den Balkon zu kommen. Ihre Hilferufe wurden von zwei Schwestern der Sozialstation wahrgenommen.

Bis nach Mitternacht befragt

Bis nach Mitternacht seien die Polizeibeamten bei ihr gewesen, um Befragungen durchzuführen und die Ermittlungen aufzunehmen. Geschlafen habe sie in dieser Nacht maximal eine Stunde "Zur Ruhe bin ich nicht gekommen!" Gewünscht hätte sie sich bei den Befragungen etwas mehr Feingefühl seitens der Beamten. Allerdings, als es in der Nacht um ihre Sicherheit ging, seien die Polizeibeamten "auf Zack" gewesen. So wurde eine Sicherheitsvereinbarung getroffen und ein Streifenwagen fuhr oft Kontrolle, lobt sie die Polizei.

Die Stockheimerin, die namentlich nicht erwähnt werden möchte, weiß, dass viele Senioren im Landkreis alleine leben. Deshalb ist es ihr auch ein Anliegen, dass jeder ältere Bürger nicht sofort vertrauensvoll die Haustür öffnet. Ob sie zumindest einen Teil des gestohlenen Geldes wiederbekommt, weiß die Rentnerin noch nicht. Das müsse sie erst mit ihrer Versicherung klären. Dass sie eigentlich so viel Geld zu Hause aufbewahrt hat, begründet sie mit der Barzahlung einer anfallenden Reparatur.

Unerkannt geflüchtet

Wie von der Pressestelle des Polizeipräsidiums zu erfahren war, konnten die beiden Räuber unerkannt aus dem Haus flüchten. Wie Polizeisprecher Alexander Czech auf Anfrage mitteilte, gab es bis Donnerstagnachmittag noch keine Spur von den Tätern. Es seien die Anwohner befragt und auch eine Spurensicherung durchgeführt worden.

Czech verweist auf Vorsichtsmaßnahmen, die die Gefahr mindern könnten: Er rät, über eine Lautsprecheranlage nachzufragen, einen Türspion oder ein Sicherheitsschloss anbringen zu lassen oder aus dem Fenster zu schauen, bevor man die Tür öffnet.

Für die betroffene Rentnerin steht fest: Sie wird nie mehr sofort eine Tür öffnen und sie wird sich auch eine Videogegensprechanlage einbauen lassen.

Die Täter

Die beiden Männer sind geschätzt 20 Jahre alt und haben einen dunklen Teint. Sie sprachen Deutsch mit ausländischem Akzent. Während einer etwa 180 Zentimeter groß und schlank war, wird sein untersetzter Komplize auf etwa 165 bis 170 Zentimeter geschätzt. Wer Hinweise geben kann, möge sich bitte mit der Kriminalpolizei Coburg unter Telefon 09561/6450 in Verbindung setzen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren