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Kronach
Versorgung

Zwei Notarztdienststandorte im Kreis Kronach werden verknüpft

Um den Notarztdienst für die Zukunft besser aufzustellen, fand ein Gespräch im Landratsamt statt. Dabei haben alle Beteiligten sich auf ein Maßnahmenpaket verständigt.
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Um die Notarztdienste nachhaltig aufzustellen, wurde nun ein Maßnahmenpaket beschlossen.  Foto: Archiv
Um die Notarztdienste nachhaltig aufzustellen, wurde nun ein Maßnahmenpaket beschlossen. Foto: Archiv

Ein Maßnahmenpaket für die zukünftige Sicherstellung des Notarztdienstes im Landkreis Kronach ist Ergebnis eines Gesprächs zwischen Landtagsabgeordnetem Jürgen Baumgärtner, Landrat Klaus Löffler, Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB), des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), des Ärztlichen Kreisverbandes Kronach und des Kronacher Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Kronacher Landratsamt.

"Wir brauchen eine zukunftssichere Lösung für den Notarztdienst im Landkreis Kronach, und ich erwarte mir von diesem Gespräch keine erneute Situationsdarstellung, sondern konstruktive Lösungsansätze", stellte Baumgärtner zu Beginn des Gesprächs klar. Im Verlauf wurde schließlich die Realisierung einiger Maßnahmen vereinbart.

Der Landkreis Kronach hat aufgrund der historischen Entwicklung vier Notarztdienststandorte: Steinbach am Wald, Steinwiesen, Kronach und Pressig. Nach einer aktuellen Analyse der KVB verfügen vergleichbare Landkreise über zwei bis drei Notarztstandorte. Bereits 2010 hatte ein unabhängiges Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement aus München ergeben, dass drei Notarztdienststandorte im Landkreis Kronach ausreichend wären, um den Notarztdienst sicherzustellen. Um die besonderen topographischen Verhältnisse im Landkreis zu berücksichtigen, wurde im Nachgang der Vorstellung dieser Studie allerdings vereinbart, die bestehenden vier Standorte aufrecht zu erhalten und nach Möglichkeit auch alle zu besetzen. Als Mindestziel wurde aber eine tatsächliche Besetzung von drei Notarztstandorten festgelegt.

Nach Auskunft des Kronacher BRK waren diese Rahmenvereinbarungen beim BRK- Landesverband nicht bekannt. Weil man sich offenbar auf eine erforderliche Vollbesetzung aller Notarztdienststandorte bezogen hat, ergab sich in der im Januar vorgestellten Erhebung ein hohes Maß an Notarzt-Ausfallstunden im Landkreis Kronach.

Um zukünftig für alle Beteiligten eindeutige Planungs- und Besetzungsziele zu schaffen, werden die Notarztdienststandorte Steinbach am Wald und Pressig organisatorisch zusammengefasst und von der KVB im Rahmen einer Dienstplangruppe besetzt. Beide Standorte bleiben allerdings weiter bestehen.

In dem Gespräch wurde zudem vereinbart, dass der Landkreis Kronach zügig eine Studie in Auftrag geben wird, die mit regionalem Fokus analysiert, wie eine bedarfsgerechte und zukunftssichere Notarztdienstversorgung im Landkreis perspektivisch zu gestalten ist. Hierbei soll auch die Anzahl der notwendigen Notarztdienststandorte erneut geprüft werden. Landrat Löffler machte allerdings deutlich, dass aus seiner Sicht für eine bedarfsgerechte Notarztdienstversorgung vier Standorte weiterhin von Nöten sein werden.

Die Gesprächsteilnehmer haben zudem das Ziel vereinbart, für die drei Notarztdienststandorte Kronach, Steinwiesen, Steinbach am Wald/Pressig eine Besetzung zu 100 Prozent zu realisieren. Bei Betrachtung der von der KVB vorgestellten Besetzungszahlen ist bereits festzustellen, dass die auf die künftige Struktur übertragenen Besetzungszahlen aktuell nur geringfügig von den 100 Prozent pro Standort abweichen, wobei laut KVB vor allem in bestimmten Zeiten, zum Beispiel an Feiertagen, Schwierigkeiten bei der Besetzung auftreten.

Um die Versorgung bestmöglich zu gestalten, sollen die regionalen Krankenhäuser in den Notarztdienst einbezogen werden. Die KVB und der ZRF werden hierzu Gespräche mit der Helios Frankenwaldklinik und der Regiomed Klinik Coburg führen, die anfallende Kosten erstattet bekommen.

Außerdem wird Landtagsabgeordneter Baumgärtner auf Landesebene eine Initiative einbringen, um die Vergütung im Notarztdienst an der Grenze zu Thüringen an die aktuell höhere Bezahlung im Nachbarland anzupassen. Weiterhin sei die grenzüberschreitende Betrachtung und Koordination der Notarztdienstbesetzung zu verbessern, da die Notärzte im Ernstfall auch im Nachbarbundesland tätig werden.

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