Kronach
Politik-Serie

Zwei Generationen, eine Partei: CSU an der Basis immer eine Volkspartei

Mit Heinz Hausmann (78) und Theresa Treusch (19) kommen der dienstälteste Kronacher Kreis- und Stadtrat und die jüngste JU-Ortsvorsitzende in der Region an einen Tisch.
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Theresa Treusch und Heinz Hausmann,  Fotos: Anna-Lena Deuerling
Theresa Treusch und Heinz Hausmann, Fotos: Anna-Lena Deuerling
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97 Jahre Lebens- und Parteierfahrung an einem Tisch - nichts Ungewöhnliches. Auch nichts Erwähnenswertes, wenn diese 97 Jahre auf zwei Schultern verteilt werden. In unserem Fall ist allerdings das Verhältnis ausschlaggebend. Für diese Doppelspitze sind mit Heinz Hausmann (78) und Theresa Treusch (19) zwei CSU-Mitglieder zusammengekommen, die 59 Jahre Altersunterschied trennen. "Man erschrickt ja selber", muss Hausmann auf die Frage nach dem Alter hin gestehen. "Ich fühle mich ja immer noch wie 50." Da kann sein Gegenüber nur Schmunzeln.

Früh engagiert

Theresa Treusch gehört mit 19 Jahren klar zum Parteinachwuchs, doch Verantwortung übernimmt sie bereits jetzt. Seit zwei Jahren hat sie den JU-Vorsitz in Küps inne, bereits seit sie 15 ist, engagiert sie sich in der Jungen Union. Familiär "vorgeimpft" habe es für sie nie eine andere Partei gegeben.

Und auch nie einen Grund gegeben, sich politisch umzuorientieren. "Was die Junge Union bei uns auf die Beine stellt, hat mich von Anfang an fasziniert." Und wenn man betrachte, was die CSU für die Bevölkerung in der Region leiste, sei ihre Wahl klar.

Für Hausmann waren die Beweggründe für das Engagement in der JU und später in der CSU anderer Natur - und zwar christlicher. Durch das Wirken in der katholischen Jugend sei für ihn ausschlaggebend gewesen, dass die Partei christliche Werte vertritt. Früher wie heute entspreche die CSU seinen Werten. Und sei gleichzeitig eine Partei für alle Gesellschaftsschichten - für Arbeiter und Handwerker, für Bauern und Beamte - eben eine Volkspartei.

Das habe als Ministerpräsident in den letzten Jahren auch Horst Seehofer dargestellt, ebenso wie heute Markus Söder. "Auch Söder ist volksnah - auf eine andere Art und Weise. Der passt in die Welt." Statt sich auf einem Thron zu platzieren, mische der sich unter die Leute. Auf einer Veranstaltung hat auch Treusch bereits Bekanntschaft mit dem CSU-Chef machen dürfen, mit positivem Urteil. Als politisches Vorbild würde sie allerdings auch im Blick auf die kommunale Ebene einen anderen ins Spiel bringen. "Markus Oesterlein ist für mich ein großes Vorbild, sein Engagement für die Jugend ist beeindruckend", sagt sie. Unter dessen Federführung wird bei den Kommunalwahlen 2020 auch erstmals die "Junge Liste" ins Rennen gehen. Rund 50 Jugendliche und junge Erwachsene - nicht nur, aber vor allem aus JU-Kreisen. "Wir arbeiten eng mit der CSU zusammen, aber wollen frischen Wind bringen."

Wichtiges Thema werde in den kommenden Jahren der Cranach-Campus sein - genau hier müsse man ansetzen, um sich für die Zukunft aufzustellen: Infrastruktur, Mobilität, Barrierefreiheit.

"Das ist ein wichtiger Impuls für die Region", sagt Hausmann über die Hochschulambitionen der Kreisstadt. Die CSU hätte hier einen guten Weg eingeschlagen, den Landkreis für junge Menschen attraktiv zu machen. "Die Stadt wird sich verändert", schwärmt er. "Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass eine Finanzhochschule kommt... Und jetzt noch ein Campus."

Wohneigentum schaffen

Hier habe die Staatsregierung erneut Stärke bewiesen, aber müsse sich nun auch den Herausforderungen stellen. "Wir müssen Wohneigentum schaffen und Leerstand beseitigen", sagt er. Und gleichzeitig die Einwohnerentwicklung im Landkreis im Auge behalten - Aufgabe der CSU sei es natürlich, den Landkreis attraktiv zu gestalten und die Menschen zu halten. Den engen Draht zur Regierung durch die Mandatsträger müsse man nutzen. "Im Nahverkehr, vor allem auf der Schiene, gehört einiges gemacht."

Das steht auch bei Treusch und der Junge Liste auf der Agenda. "Wir streben an, dass der Landkreis in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) aufgenommen wird", sagt sie. So sollen Tickets günstiger, der Zug als Alternative zum Auto attraktiver werden. Mängel in der Anbindung beispielsweise nach Hof oder Lichtenfels sollen ebenfalls in den Fokus gerückt werden.

Dass Zugtickets günstiger werden sollen, forderte jüngst auch Markus Söder. Er plädiert dafür, die Tickets "so weit wie möglich" von der Mehrwertsteuer zu befreien. Neu ist die Idee, bei der Steuer anzusetzen, nicht. Bereits im Sommer 2018 schlug Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter vor, den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent bei Bahntickets anzusetzen. Söder geht noch einen Schritt weiter und zielt momentan grundsätzlich ins "Grüne". Mehr Windkraft, mehr Photovoltaik, E-Roller für die Staatsregierung: Kurz vor der Sommerpause bringt der Ministerpräsident fast täglich neue Vorschläge zur klimafreundlichen Politik. Sein jüngster Vorstoß: den Klimaschutz als verpflichtende Staatsaufgabe im Grundgesetz verankern. Für Hausmann weniger Überraschung, als für manch anderes Parteimitglied, das das Walten des Ministerpräsidenten mit Argwohn betrachtet. Schließlich sei der Klimaschutz nicht erst seit heute das Thema Nummer 1. "Der Beweis für die Weitsicht der CSU ist doch, dass Bayern als erstes Bundesland 1970 ein eigenes Umweltministerium eingeführt hat."

Dass der Umweltschutz in den Mittelpunkt gerückt wird - wichtig und gut, findet Treusch. Allerdings sagt die JU-Vorsitzende: "Bisher hat keine Partei einen Weg gefunden, das Thema richtig anzugehen." Da könne sich auch die CSU nicht herausnehmen. Vor allem aber ist der Abiturientin die Partei um Hofreiter ein Dorn im Auge. "Die Grünen sind keine Partei für den ländlichen Raum - sondern eine Partei für Großstadthippies."

Deren Politik funktioniere nicht für eine Region wie Kronach. Als Beispiel nennt sie die CO2-Steuer. "Sowas zerstört den ländlichen Raum - wir sind hier beispielsweise angewiesen auf Autos", sagt sie mit Nachdruck. Politik dürfe keine Schichten ausschließen, keiner sollte sich benachteiligt fühlen.

Deshalb sieht sie auch in Hinblick auf die kommende Kommunalwahl die CSU im Landkreis wieder klar in ihrer Rolle als stärkste Partei. Als Volkspartei, "die versucht, es allen recht zu machen - auch wenn das nicht immer klappt."

Rosige Zukunft

Während sich der Vorsitzende dieser Volkspartei gerade in steigenden Umfragewerten sonnt, sieht auch Hausmann keine dunklen Wolken aufziehen. Das Steckenpferd der CSU sei gute Wirtschaftspolitik. Darauf basiere alles - ohne starke Wirtschaft gebe es keine Möglichkeit, gute Sozial- oder Gesundheitspolitik zu machen. Sicherheit und Migration zählten ebenso zu den Stärken. "Bayern ist das sicherste Land in Deutschland." Nicht die letzte Superlative in diesem Gespräch

Das habe man der CSU zu verdanken, denn die zeige seit über 70 Jahren Stärke und Qualität im Landtag, stellte in 70 von 73 Jahren den Ministerpräsidenten. "Die CSU ist die erfolgreichste Partei in Europa", sagt Hausmann. Zu den Erfolgen in Bayern gehörten aber auch die anderen Parteien. Denn: "Wenn die Opposition schläft, gibt es keinen politischen Wettbewerb."

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