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Teuschnitz
Schule

Zeugnis ist auch ein Zeichen der Wertschätzung

Am Dienstag werden die Zeugnisse verteilt. Dabei geht es um mehr als nur um Noten, wie Teuschnitzer Schulleiterin Kerstin Zapf erklärt.
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Kerstin Zapf ist Schulleiterin in Teuschnitz. Für die Bemerkungen in den Zeugnissen sind für sie Beobachtungen während des Schuljahres wichtig. Foto: Davina Zipfel
Kerstin Zapf ist Schulleiterin in Teuschnitz. Für die Bemerkungen in den Zeugnissen sind für sie Beobachtungen während des Schuljahres wichtig. Foto: Davina Zipfel
Für die Schüler ist es wieder soweit: Die Zeugnisausgabe steht heute bevor. Viele Kinder und Jugendliche freuen sich auf ihre Noten, andere hingegen blicken dem Tag schaudernd entgegen. Doch wie entstehen überhaupt die Zeugnisse? Und was stand früher bei den heutigen Schulleitern drin? Wir haben nachgefragt.

Von der Grundschule Teuschnitz geht Rektorin Kerstin Zapf auf diese Fragen ein: "Wir haben lediglich fünf Klassen und müssen somit maximal 90 Zeugnisse schreiben. Die Exemplare müssen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein, deswegen haben wir uns keinen Stress gemacht." Durch die eher überschaubare Anzahl an Kindern kennen die Lehrer alle Schüler gut. Jeder Lehrer habe seine Klasse und werde in seinen Unterrichtsfächern in anderen Klassen mit eingesetzt. Außerdem tauschten sich die Lehrer über ihre Schüler aus.
"Mit Hilfe von detaillierten Informationen sowie Beobachtungen fällt es leichter, eine Zeugnisbemerkung zu verfassen", merkt Kerstin Zapf an. Nachdem Sekretärin Marion Nemmert die Zeugnisformulare ausgedruckt hat, liest die Schulleiterin diese durch und schreibt ihre Bemerkungen dazu, die persönlich an den jeweiligen Schüler gerichtet sind. "Mein Stellvertreter Clemens Löffler schaut die Zeugnisse von meiner Klasse, der 4 b, durch. Meistens muss nichts geändert oder verbessert werden", berichtet die Schulleiterin.

Individuelle Förderung

An einer so genannten Inklusionsschule wie ihrer werden die Kinder individuell gefördert. "Dies ist enorm wichtig, wobei vor allem besonderen Begabungen mehr Platz im Zeugnis zugestanden werden müsste. Die herausragenden sportlichen Leistungen sowie das Engagement - sei es als Klassensprecher oder beim Büchereidienst - sollten erwähnt werden." Die Schüler freuten sich oft auf ihr Zeugnis, welches eine Rückmeldung ihrer Leistungen und Verbesserungsvorschläge bezüglich des Verhaltens biete. Dennoch stelle das Zeugnis vor allem eine Würdigung und Wertschätzung dar, betont die Schulleiterin.


Wie sah es eigentlich bei den heutigen Schulleitern zu deren Schulzeit im Zeugnis aus?

Anita Neder, Rektorin der Lucas-Cranach-Volksschule in Kronach, beteuert, dass sie immer eine begeisterte Schülerin gewesen sei. Bei ihrer Einschulung 1959 habe es nur handschriftliche Notenhefte als Zeugnisse gegeben. "In der Grundschule hatte ich auf jeden Fall in Deutsch, Mathe und HSU die Note ,sehr gut‘. Trotzdem war ich nie eine Einser-Schülerin", erinnert sich Anita Neder. Manchmal kam auch die Note "mangelhaft" in ihrem Zeugnis vor.

Im Gymnasium gehörte Englisch eindeutig nicht zu ihren Lieblingsfächern, da sie nie viel für Sprachen übrig hatte, sondern eher mathematisch-naturwissenschaftlich eingestellt war - heute übrigens immer noch. "Ich hatte mir nach dem Abitur geschworen, nie wieder ein Wort Englisch zu sprechen", sagt sie. "Gehalten habe ich das nicht, denn meinen Schülern zuliebe musste ich mich schließlich doch überwinden", bemerkt Anita Neder lächelnd. Sie hatte nie den Ehrgeiz, die Beste zu sein und machte sich deshalb auch keinen Druck. "Meine Mutter, die von Anfang an gegen einen Eintritt in eine weiterführende Schule war, mahnte jedoch, dass sie mich aus dem Gymnasium nehmen würde, wenn ich sitzen bliebe."

Handschriftliches Zeugnis

Christa Bänisch, die Leiterin der Maximilian-von-Welsch-Schule in Kronach, erzählt: "Ich wurde 1968 eingeschult und erhielt noch ein handschriftliches Zeugnis. Der Text fiel wesentlich kürzer aus, als es heutzutage üblich ist." In Mitarbeit und Verhalten habe es nichts zu beanstanden gegeben, da sie eine normale Schülerin gewesen sei. Gleiche Bemerkungen seien oft serienweise in die Hefte gestempelt worden, ohne individuell auf die Personen einzugehen. "Am liebsten mochte ich Deutsch sowie Englisch. Problemfächer hatte ich keine." Der englischen Sprache bleibt sie bis heute treu, da sie Englisch neben wirtschaftlichen Fächern unterrichtet.

Eifrig und temperamentvoll

Silvia Krüger, Rektorin der Volksschule Küps, berichtet: "Als Schülerin war ich durchgängig sehr interessiert, eifrig sowie temperamentvoll. Seit meiner Einschulung Anfang der 60er Jahre besuchte ich bis zur achten Klasse die Schule in Hirschfeld." Bei den Zeugnisbemerkungen zog sich bis zum Ende ihrer Schullaufbahn ein roter Faden durch. Sie absolvierte die Schule zügig und erfolgreich, ohne Hindernisse, wie ein Wiederholen der Klasse. "Ich mochte alle Fächer, außer Handarbeit. Dabei musste mich meine Tante immer tatkräftig unterstützen." Wegen ihres Klassenleiters in der Grundschule, den sie als Vorbild betrachtet, entschloss sie sich für den Beruf der Lehrerin. Der Schwerpunkt liege in ihrem Fall jedoch weniger auf dem Unterrichten als auf der Leitung der Schule.

Fast ein Loch im Zeugnis

Hartmut Fleischmann, Rektor der Grundschule in Nordhalben, erinnert sich ebenfalls noch an seine Schulzeit: "Ich besuchte die Rückert-Schule, damals noch eine Grundschule, in Coburg. Mir gefielen alle Fächer." Im Gymnasium habe man jedoch härter arbeiten müssen, um gute Noten zu erzielen. Vor allem in Mathematik sowie den Fremdsprachen Englisch und Latein sei die Note 1 oder 2 vom Vorjahr schnell um ein bis zwei Notenstufen gefallen. Die Zeugnishefte seien damals noch mit der Hand geschrieben worden. "In der zweiten Klasse hat sich mein Lehrer verschrieben und daraufhin versucht, seinen Fehler mit Hilfe einer Rasierklinge auszumerzen. Dadurch entstand beinahe ein Loch im Zeugnis", bemerkt Fleischmann schmunzelnd.

Problemloser Schüler

Klaus Morsch, Schulleiter des Frankenwald-Gymnasiums in Kronach, bezeichnet sich als problemlosen Schüler. "An den genauen Wortlaut der Zeugnisbemerkungen erinnere ich mich nicht mehr. Jedenfalls stand nichts Negatives drin." Seit seiner Einschulung 1957 durchlief er zwei Grundschulen, in Peru sowie in Unterfranken. Danach folgte das Gymnasium in Haßfurt am Main. "Was die Fächer betrifft, gingen Deutsch, Geschichte und Sozialkunde ohne großen Aufwand erfolgreich über die Bühne. Als Lehrer unterrichte ich neben diesen drei Lieblingsfächern noch Ethik." Offiziell springe er momentan aber nur ein, wenn ein Kollege auf Grund von Krankheit ausfalle. Die Leitung der Schule sei schließlich vorrangig. "Bei naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem Mathematik sowie Physik, hatte ich mehr Mühe", fügt er noch hinzu. Besondere Tätigkeiten als Klassen- sowie Schülersprecher oder als Redakteur bei der Schülerzeitung rundeten das Zeugnis angemessen ab.

Stets Bestnoten

Annegret Hümmrich-Korm, Leiterin der Grundschule Rodachtal in Marktrodach, erzählt: "Ich besuchte die Katholische Volksschule in Bochum. Danach ging ich aufs Hildegardis-Gymnasium und ab der elften Klasse war ich im Kaspar-Zeuß-Gymnasium in Kronach." Insgesamt sei sie eine gute Schülerin gewesen, die in Mitarbeit und Verhalten stets Bestnoten habe erzielen können. Ihre Zeugnisse seien noch handschriftlich verfasst worden, erinnert sie sich. "Damals wurden die Schüler noch wesentlich strenger behandelt als heutzutage. In der vierten Klasse hat mich mein Lehrer als einziges Mädchen einmal mit dem Rohrstock geschlagen", erinnert sich Annegret Hümmrich-Korm.

Ihre Lieblingsfächer waren Latein sowie Deutsch, weil sie gerne Aufsätze schrieb und begeistert Bücher las. Deutsch liege ihr auch heute noch sehr am Herzen, da sie ihren Schülern einen Zugang zur Kinderliteratur ermöglichen möchte. "In der Grundschule mochte ich nicht, dass die Schrift bewertet wurde. Seit ich selbst Lehrerin bin, hat sich mein Schriftbild erheblich verbessert." Weitere ungeliebte Fächer waren Mathematik, Physik sowie Chemie, in denen sie sich mit den Noten 3 oder 4 durchgeschleppt habe.

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