Kronach
Streitthema Wolf

Experten bestätigen: Ein Wolf streift durch den Landkreis Kronach - Tier in Fotofalle getappt

Bei der Aufnahme einer Wildkamera am Rauschenberg handelt es sich tatsächlich um einen Wolf. Das Tier könnte sich mittlerweile aber schon in einem ganz anderen Teil des Kronacher Landkreises aufhalten.
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Dieser Wolf lief bereits am 19. Mai am Rauschenberg bei Marienroth in eine Fotofalle. Foto: Landratsamt Kronach
Dieser Wolf lief bereits am 19. Mai am Rauschenberg bei Marienroth in eine Fotofalle. Foto: Landratsamt Kronach

Diesmal sieht es nicht nur aus wie ein Wolf, es ist tatsächlich einer: Am 19. Mai löste das Tier eine automatische Fotofalle auf dem Rauschenberg, südöstlich von Marienroth, aus, wie das Kronacher Landratsamt mitteilte. Der für das Gebiet zuständige Jäger hatte das Fotomaterial an die Bayerischen Staatsforsten in Rothenkirchen geschickt, von wo aus Forstrevierleiter Alexander Kelle das Bild zur Überprüfung ans Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg weiterleitete. Die Experteneinschätzung des LfU sowie der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) lieferte schließlich den Beweis: "Jetzt ist es wirklich Fakt, dass der Wolf im Landkreis angekommen ist", bestätigt Kelle.

Wölfe bei Kronach: Zuvor nur Falschmeldungen

Ob es sich bei dem Tier um ein Männchen oder Weibchen handelt, sei allerdings nicht erkennbar. Auch darüber, ob nun im Landkreis vermehrt mit Wölfen zu rechnen sei, könne derzeit nur spekuliert werden. Da die Tiere täglich über 60 Kilometer zurücklegen können, habe der Wolf das Kronacher Gebiet vielleicht schon wieder verlassen. Nach vermeintlichen Wolfsichtungen bei Tettau und Kehlbach, die sich im Nachhinein jedoch als Falschmeldungen herausgestellt hatten, sei dies der erste eindeutige Beweis für einen Wolf im Kronacher Landkreis.

Mehr zum Thema: Abschuss von angriffslustigen Wölfen soll leichter werden

Die einzelnen Revierinhaber seien dazu aufgefordert, Fotofallen in ihren Gebieten aufzustellen, erklärt Bernhard Schmitt, Vorstand des Kronacher Jagdschutzverbandes. Sollte der Wolf Rehe, Hasen oder andere Wildtiere reißen, hätten die Jäger allerdings keinen Anspruch auf Schadensersatz. "Denn Wild ist herrenlos", erklärt Schmitt. Anders sehe das beispielsweise bei Schafherden aus. "Wölfe unterliegen außerdem nicht dem Jagdrecht, sondern stehen unter Naturschutz." Das Forstamt werde nun Augen und Ohren für weitere Sichtungen offen halten, sagt Kelle. "Unsere Arbeitsweise ändern wir deswegen aber nicht."

Im Video erklärt: Begegnung mit einem Wolf - so reagieren Sie richtig!

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