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Bewegung

Fahrradtour: Ausflugstipps für den Kreis Kronach

Drei begeisterte Radfahrer erzählen uns von ihrem favorisierten Fortbewegungsmittel - und verraten, wo sie im Kreis Kronach besonders gerne entlangradeln.
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Das derzeitige Traumwetter sorgt wieder für ordentlich Verkehr auf den Fahrradwegen. Foto: Marian Hamacher
Das derzeitige Traumwetter sorgt wieder für ordentlich Verkehr auf den Fahrradwegen. Foto: Marian Hamacher
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Sattel statt Sofa: Das derzeitige Traumwetter sorgt wieder für ordentlich Verkehr auf den Fahrradwegen. Endlich! Drei begeisterte Radfahrer erzählen uns von ihrem favorisierten Fortbewegungsmittel - und verraten, wo sie im Landkreis besonders gerne entlangradeln.


Michael Kestel (74), Marktrodach

Mein Fahrrad: "Aus gesundheitlichen Gründen bin ich 2010 auf ein E-Bike umgestiegen", sagt der Vorsitzende des Kronacher ADFC-Kreisverbands. "Und mit dem bin ich sehr glücklich." Durch das E-Bike werden die Berge wieder moderater. Das habe zur Folge, dass er sich auch wieder schwierigere Touren zutraut.

Radfahrtyp: So oft es geht, sitzt Kestel auf dem Sattel. Als der Körper noch mitspielte, nahm er mit Vorliebe an Touren teil, die manchmal auch eine Woche lang dauerten. "So habe ich viele Ecken in Deutschland kennengelernt", erzählt er. Inzwischen ist der 74-Jährige auf Ein-Tages-Touren umgestiegen - sei es als Teilnehmer oder Leiter. Sieben Stück bietet er diese Saison beim ADFC an. Klar, dass sich Kestel auch für kleinere Besorgungen unter der Woche auf seinen inzwischen strombetriebenen Drahtesel schwingt.

Tipps für Routen: Besonders flexibel seien Radfahrer ab Steinbach am Wald. "Meine Empfehlung ist immer, Aufstiegshilfen wie die Regiobahn oder den ADFC-Radbus zu nutzen", sagt Kestel. So seien die 300 Höhenmeter hinauf auf den Rennsteig am leichtesten zu überwinden. "Von dort oben kann man dann bequem in die unterschiedlichen Richtungen herunterrollen." Zum Beispiel entlang der Flüsse Tettau, Haßlach oder Rodach. "Wenn man beim Tettautal runterfährt, kommt man unter anderem beim Tropenhaus vorbei und fährt zudem durch ein wunderschönes naturbelassenes Gebiet, in dem die schottischen Hochlandrinder in freier Natur grasen", schwärmt Kestel. Bei den Teichen, die passiert werden, legt er gerne einen Stopp ein und beobachtet Tauchenten, die ihre Köpfe fröhlich unter Wasser stecken. "Man fühlt sich dort einfach geborgen und aus dem Alltag etwas herausgenommen."

Wer keinen ganzen Tag auf dem Rad verbringen will, komme im Kreis Kronach dennoch auf seine Kosten. Eine kurze Strecke, die er nur empfehlen könne, sei jene von Kronach über Friesen nach Glosberg und wieder zurück. "Das sind zwei Stunden, die nicht besonders anstrengen", ist Kestel überzeugt.


Karl Ludwig Walther (56), Dörfles

Meine Fahrräder: "Früher hatte ich mal ein Rennrad, aber das habe ich verkauft", sagt Karl Ludwig Walther. Seitdem wechselt er zwischen den Mountainbikes "Giant XTC" und "Flyer Uproc 4".

Radfahrtyp: "Natürlich fahre ich mit dem Rad auch zum Brötchenholen. Doch dafür brauche ich kein Mountainbike." Wenn er dann aber auf ein Rad ohne Gepäckträger steigt, kommt es ihm nicht auf die Geschwindigkeit an: "Die Hauptsache ist immer, dass ich etwas Neues entdecken kann."

Tipps für Routen: Der Kreis Kronach biete hervorragende Nebenstrecken - wobei der Begriff nicht irritieren solle. "Das sind schon Straßen", sagt Walther und lacht. Einer der Vorschläge: In Kronach den Friesener Torweg hinauf zur Festung und von dort nach Bernsroth fahren. "Aber geradeaus durch das Waldstück", betont er. Nachdem es ein Stück Richtung Rennesberg geht, wird vor dem ATSV-Sportgelände abgebogen. Von dort aus geht es zum Kreuzberg geht und von dort wieder zurück. "Das dauert rund eine Stunde, ist teilweise aber schon etwas anspruchsvoll."

Genauso lang dauere auch die Strecke von Kronach nach Burggrub. Die 25 Kilometer über Glosberg, Reitsch und Stockheim nach Burggrub und über Mostholz sowie Haig wieder zurück, seien aber deutlich einfacher. Wohin es geht, ist dem 56-Jährigen dabei gar nicht so wichtig. Hauptsache, er kann die Natur erleben und genießen. Um den Weg dorthin zu finden, nutzt er die Navigationsapp auf seinem Smartphone.


Jürgen Schneider (42), Reitsch

Meine Fahrräder: Ein Mountainbike, Marke "Fokus Superbud", Baujahr 2013, und ein Rennrad, Marke "Rockmachine", Baujahr 2015.

Radfahrtyp: Hobbysportler - mit der Betonung auf Sportler! Zwischen 4000 und 5000 Kilometer legt Schneider jedes Jahr auf dem Rennrad zurück. "Manchmal fahre ich damit auch nach Coburg auf die Arbeit", erzählt er. "Für die 35 Kilometer brauche ich dann ungefähr 80 Minuten." Im Frühjahr und im Herbst steigt der 42-Jährige auch gerne mal aufs Mountainbike um. Vor allem, wenn kürzere Strecken durch die Natur auf dem Programm stehen. "Das macht natürlich noch viel mehr Spaß, wenn man mit der Familie oder Freunden unterwegs ist!"

Tipps für Routen: "Bei uns im Landkreis gibt es natürlich 1000 Ecken, die man entdecken kann." Mit der Familie fährt Schneider gerne nach Neukenroth. Über Welitsch geht es dann Richtung Eila, bis Grössau und über den Wald zurück nach Reitsch. "Das sind so 20 Kilometer, die von der Natur her wunderschön sind. Gerade, wenn man über Welitsch durch den Wald fährt." Auf dem Mountainbike habe er ohnehin einen ganz anderen Blick als auf dem Rennrad. "Da muss man immer mehr aufpassen. Denn die Fahrradwege sind durch die Landwirtschaft oft so verdreckt, dass man die Verkehrsstraße nutzen muss."

Das Rennrad wird zum reinen Sportgerät, mit dem die Kilometer abgespult werden. Schneiders Lieblingsziel ist dann die Fränkische Schweiz, in die es 100 Kilometer lang unter anderem über Weihersdorf und Lichtenfels geht.


Weitere Ausflugstipps im Kreis Kronach und der Umgebung (Zusammengestellt von Michael Kestel):

Tagesausflüge
1. Wasserschloss Mitwitz und unteres Steinachtal (42 km , herrliche Landschaft am Wasser)

2. Wasserfall und Felslandschaft um Ebneth (38 km, Klettern durch urwüchsige Felslandschaft)

3. In die Steinachklamm (58 km, gewaltige Felslandschaft mit engem Flusstal)

4. Zum Kohlenmeiler ins Thiemitztal (56 km, zurück in die rußige Vergangenheit der Kohlenbrenner)

5. Wallfahrtskirche und Haßlachtal (Bahn zum Rennsteig/38 km, Naturerlebnis im Förtschendorfer Steinbruch)

6. Deutsches Dampflokmuseum in Neuenmarkt (70 km, Eintauchen in die fauchende und dröhnende Welt der Eisenbahn von einst)

7. Zum Schieferbruch nach Lehesten (Bahn zum Rennsteig/48 km, 300 Jahre Schieferabbau am Rennsteig)

8. Goldsuche im Frankenwald (Radbus nach Bad Steben/38 km, auf Alexander von Humboldts Spuren)

9. Zum Hexenturm nach Zeil am Main (Bahn nach Hallstatt/46 km, Flößerzentrum, Wallfahrtskirche und Hexenturm)

10. Schwarzatal und Rennsteig (Bahn nach Saalfeld/90 km, romantisches Schwarza-Tal und Thüringer Wald)

11. Zur Rodachquelle (Radbus bis Nordhalben/42 km, von der Rodachquelle bis Kronach im Flusstal)

12. Entlang der Wilden Rodach (Radbus nach Bad Steben/38 km, von der Quelle bis Kronach entlang des Baches)

13. Teuschnitzau und Kronachtal (Bahn nach Steinbach/41 km, über die Höhenzüge des Frankenwaldes hinab ins Kronachtal)

14. Über die Frankenwaldhöhen (38 km, fliegen wie ein Adler auf einem Kamm des Frankenwaldes hinab ins Remschlitztal)

15. Durchs Höllental (Bus nach Bad Steben/45 km, durchs Urgebirge hinauf und hinab im Frankenwald)

Halbtagestouren mit Einkehr

1. Wasserschloß Mitwitz (32 km, beeindruckendes Wasserschloss mit Nebengebäuden und herrlichem Park)

2. Küpser Schlösser und 1000-jährige Eiche (28 km, fünf Schloßanlagen des 14. bis 19. Jahrhundert und uralte Eichen neben einem modernen Golfplatz)

3. Zur Heunischenburg (28 km, bronzezeitliche Befestigung aus dem 8. bis 9. Jahrhundert), steiler Anstieg)

4. Spätgotische Fresken und Wallfahrtskirche (30 km, Fresken des 15. Jahrhunderts und barocke Wallfahrtskirche)

5. Zum "Alten Schloss" nach Kathragrub (18 km, alter Turmhügel, im 30-jährigen Krieg zerstört)

6. Zur Markgrafenkirche nach Seibelsdorf (24 km, barocke Markgrafenkirche mit Friedhofswehrgang)

7. Ins Remschlitztal (24 km, stilles Tal mit ehemaligem Kalkwerk und ehemaligem Neufanger Erzbergwerk)

8. Ins Zeyerntal (32 km, hinauf nach Geuser und mit 70 km/h hinab ins Rodachtal)

9. Zu den Stockheimer Bergwerksanlagen (28 km, alte Reste der einst stolzen Steinkohlenzechen)

10. Reitscher Grün (32 km, Reste einer Steinkohlezeche nahe fränkischer Dorfanlagen)

11. Teichmühle in Steinwiesen (34 km, historische Schneidsäge mit Wasserrad und königl. bayer. Metallgatter)

12. Ködeltalsperre (44 km, gewaltige über 50 m hohe Talsperre mit Erddamm und Rundfahrtmöglichkeit)

13. Windkraftanlage Hain (28 km, fünf riesige Windkraftanlagen mit 150 m hohen Naben und gewaltigen Rotoren (99 m))

14. Schloß Haig und ehemalige Grenze (24 km, von Balthasar Neumann entworfenes barockes Wasserschloss nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze)

Weitere Berichte und Tipps zu Fahrradtouren finden Sie hier: Radtouren in Franken, die Radeltour Franken, Auf dem Fahrrad durch sieben Balkanländer, Der Auenweg am Obermain, Zu Ostern den Kreis Kronach auf dem Rad erleben, Mit dem Rad durch ganz Mittelamerika.
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