Kronach
Public Viewing

WM-Auftakt: Begeisterung weicht Entsetzen

Rund 400 Besucher verfolgten am Sonntag in der Kronacher Kühnlenzpassage das erste Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Mexiko.
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Nach dem Siegtreffer der Mexikaner war den deutschen Fans in der Kühnlenzpassage das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Fotos: Alexander Löffler
Nach dem Siegtreffer der Mexikaner war den deutschen Fans in der Kühnlenzpassage das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Fotos: Alexander Löffler
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Bereits weit vorm Anpfiff des Spiels fanden sich die ersten Gäste in der Kühnlenzpassage ein, wo Steffen Mahr und sein Team vom Kronacher Fußball-Fieber technisch und organisatorisch beste Voraussetzungen zum Auftakt des Public Viewings in Kronach geschaffen hatten.
Vor Beginn der Partie sorgte Philipp Mahr zunächst für gute Stimmung, als er beim Verlesen der Vornamen der deutschen Spieler die Fans nicht zweimal bitten musste, die Nachnamen im Chor anzustimmen. Doch auch in Kronach machten die Fans bei Mesut Özil deutlich, dass sie mit seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht einverstanden waren. Pfiffe schallten durch die Halle. Während des Spiels blieben allerdings weitere Unmutsbekundungen aus - gut so.
Nach der deutschen Nationalhymne, bei der sich die rund 400 Zuschauer in der Kühnlenzpassage von ihren Plätzen erhoben und mitsangen, ging es endlich los. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Start war angesichts der Leistungen in den Spielen vor der WM dennoch etwas getrübt. Und so war nicht selten zu hören, es könnte ein enges Spiel werden. Mancher tippte gar nur auf ein 1:1 - für den Weltmeister doch eigentlich undenkbar.
Zu diesem Zeitpunkt war den eher pessimistisch gestimmten Fans in der Kühnlenzpassage noch nicht klar, wie recht sie tatsächlich behalten sollten. Doch schnell machte sich Entsetzen breit, nachdem die deutsche Mannschaft immer häufiger zu sorglos in ihrer Defensivarbeit agierte. Und so mischte sich immer häufiger ein "So wird das nix" unter die Kommentare der Fußballbegeisterten. Als schließlich das 1:0 für Mexiko fiel, kehrte endgültig Ernüchterung ein. Die Gestik und Mimik war nicht erst ab diesem Zeitpunkt mehr durch Ernüchterung als von Begeisterung geprägt.
In der Hoffnung auf eine bessere zweite Hälfte kehrten die Fans auf ihre Plätze zurück. Immer wieder keimten Schlachtrufe auf, doch in der breiten Masse wollte sich keine Euphorie breit machen - zu ideenlos war auch weiterhin das Spiel der deutschen Mannschaft, die nicht wirklich eine zwingende Torchance hatte. Letztmals brannten Anfeuerungsrufe auf, als in der Schlussphase Mario Gomez eingewechselt wurde. Doch auch diese personelle Maßnahme blieb am Ende ohne den gewünschten Effekt. Und so sahen sich nach dem Spiel die Pessimisten unter den Fans bestätigt. "Ich hab's ja gesagt", kommentierte der Fan, der vor dem Spiel noch 1:1 getippt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war zumindest noch ein Funken Optimismus dabei...
Weiter geht es mit dem Public Viewing in der Kronacher Kühnlenzpassage am kommenden Samstag, wenn die deutsche Mannschaft um 20 Uhr auf Schweden trifft.
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