"Das Personal der Frankenwaldklinik fühlt sich verraten", steht in einem anonymen Brief, der unsere Redaktion erreichte. Das Küchenpersonal soll zum 1. April"outgesourct" werden, heißt es darin. Und das, obwohl beim Verkauf an die Rhön Klinik AG "das Küchenpersonal auf ein Drittel der Gehälter verzichten musste, damit die Küche nicht ,fremdvergeben‘ wurde" und den Bediensteten damals versprochen worden sei, "dass damit und für die Zukunft keine Küchenfremdvergabe mehr stattfinden werde".
Nun aber habe Verwaltungsleiter André Naumann die Mitarbeiter schriftlich über die angeblich geplante Maßnahme informiert.
Der erklärt über Regina Müller, Regionalleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bayern-Nord der Rhön-Klinikum AG, folgendes: "Im Rahmen der derzeitigen Tarifverhandlungen haben sich die Gewerkschaft verdi und die Geschäftsführung der Frankenwaldklinik am vergangenen Freitag auf die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe geeinigt, die zum Ziel hat, Maßnahmen zu erarbeiten, durch die der hausinterne Betrieb der Patientenküche fortgeführt werden kann."
Von diesen Tarifverhandlungen und der gebildeten Arbeitsgruppe berichtet auch Robert Pötzinger, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender.
Er sei "guten Mutes", dass das Outsourcen des Küchenpersonals verhindert werden kann.
In der Betriebsvereinbarung, die bei der Übernahme durch die Rhön-Klinikum AG 2006 zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat getroffen wurde, heißt es in dieser Angelegenheit so: "Die Gesellschaft teilt mit, dass derzeit keine Fremdvergabe des Wirtschafts- und Versorgungsdienstes beabsichtigt ist." Dazu zählt auch die Küche. Allerdings steht in der Vereinbarung auch, dass "eine Änderung der Entscheidung der Gesellschaft vorbehalten bleibt". Sollte sich die unternehmerische Entscheidung ändern, werde sich die Gesellschaft aber vor einer Fremdvergabe mit dem Betriebsrat beraten "und die sich aus einer eventuellen Betriebsänderung ergebenden Mitbestimmungsrechte beachten".
Am 1. März tage, so Pötzinger, erstmals die Arbeitsgruppe , am 3. April gingen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde. Dann sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorliegen und diskutiert werden, erklärt auch Naumann.