Hain
Jahresrückblick VI

Windpark Hain-Ost darf gebaut werden

Fünf Windräder sollen bis Mitte 2016 auf dem Rainberg stehen. Dagegen gibt es heftige Widerstände.
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Die Windräder bei Hain werden 200 Meter hoch und ragen weit über die Baumwipfel hinaus. Foto: Friedwald Schedel
Die Windräder bei Hain werden 200 Meter hoch und ragen weit über die Baumwipfel hinaus. Foto: Friedwald Schedel
Der Konzern MVV Energie aus Mannheim will fünf jeweils 200 Meter hohe Windräder auf dem Rainberg bei Hain errichten. Dagegen laufen Bürger Sturm, doch trotz aller Widerstände beharren die Mannheimer auf ihren Plänen, setzen sich bei Gericht durch.

Dass ihr Vorhaben gelingen kann, liegt auch am dilettantischen Verhalten der Küpser Rathausverwaltung. Die leitet einen negativen Beschluss des Marktgemeinderats nicht fristgerecht ans Landratsamt Kronach weiter, so dass juristisch von einer faktischen Zustimmung des Marktes Küps auszugehen ist. Das ist Fehler Nummer zwei.
Zuvor hat der Marktgemeinderat mit der Ausweisung eines Windvorranggebiets auf dem Rainberg Fehler Nummer eins begangen und damit die Voraussetzungen geschaffen, dass ein Bauantrag für solche Anlagen vorgelegt werden kann. Hätten die Küpser - wie andere Kommunen am Rennsteig - alle Flächen aus dem Regionalplan gestrichen, hätte es gar keinen Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung, wie der Bauantrag im Behördendeutsch heißt, geben können.


Niederlage vor Gericht

Jetzt ruhen die Hoffnungen der Windradgegner, vor allem der Initiative "Wind gerne - aber mit Abstand", auf der Klage des Landesbundes für Vogelschutz. Die Vogelschützer wenden gegen die Windräder ein, dass dadurch geschützte Vogelarten wie Schwarzstorch, Uhu, Roter Milan und Wespenbussard bedroht bzw. beeinträchtigt werden. Die Beobachtung dieser Vögel in einer weiteren Brutperiode wird gefordert. Das würde den Bau der Windräder erheblich verzögern, eventuell sogar ein neues Verfahren notwendig machen.

Der Klage des Marktes Küps gegen die Baugenehmigung wird vom Verwaltungsgericht Bayreuth und dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof München wegen des Formfehlers Fristversäumnis keine Chance eingeräumt, sodass der Markt die Klage zurückziehen muss.


Heftiger Gegenwind

Den Mannheimern bläst nicht nur von Seiten der Vogelschützer ein heftiger Gegenwind ins Gesicht: Helmut Schiffner und seine Initiative "Wind gerne - aber mit Abstand" mobilisieren die Bürger, vor allem die aus Hain und Weides. Letzterer Küpser Ortsteil hätte nur gut 800 Meter Abstand zum nächsten Windrad. Schiffner bezeichnet die Windenergieanlagen wegen ihrer Wuchtigkeit, Höhe und Leistung von jeweils über zweieinhalb Megawatt sogar als "Windmonster".

Nicht nur der Bau der Windräder sorgt für Widerstand, auch der Transport der Anlagenteile und der Baustellenverkehr machen Kopfzerbrechen. Die Bürger aller Orte ringsum haben Angst davor. Von der ursprünglich angedachten Route über die Bauschuttdeponie Kirchleus zum Rainberg muss sich MVV Energie frühzeitig verabschieden, weil Grundstücksbesitzer, über deren Terrain die Zufahrt führen soll, nicht bereit sind, das zu erlauben. Also müssen Alternativwege her. Die sind länger und aufwendiger, aber koste es was es wolle, eine andere Zufahrt muss her. Die schweren und langen Bauteile für die Windräder sollen jetzt über Mainroth und Gärtenroth zum Rainberg geschafft werden.

Der Stadtrat Burgkunstadt ist in einer Sitzung einstimmig dagegen, den Transport über städtischen Grund zu erlauben, bei einer weiteren Sitzung ergibt sich eine knappe Mehrheit für die Genehmigung. Bleibt noch der Baustellenverkehr. Von dem bleiben Hain und Wildenberg aller Voraussicht nach verschont. Der Verkehr zur Betreuung der Windräder nach dem Bau soll von Wildenberg aus erfolgen. Die Aufstellflächen für die Windräder und die Trasse für einen breiten Weg sind inzwischen gerodet.
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