Hain
Entscheidung

Windpark Hain: Kronacher Landratsamt ordnet schallreduzierten Betrieb an

Der Betreiber des Windparks Hain-Ost ist nun in der Pflicht: Der festgelegte Lärmpegel darf nicht mehr überschritten werden.
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Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Symbolfoto: Jens Büttner/dpa

Der Betreiber des Windparks Hain-Ost ist nun in der Pflicht: Der maximal zulässige Schallleistungspegel von 106 dB(A) darf an der Anlage unabhängig der Windgeschwindigkeitsklassen nicht mehr überschritten werden. Mit der Anordnung vom 1. Juli 2019 durch das Kronacher Landratsamt ist die Firma SWI Windpark Hain-Ost GmbH verpflichtet, dies durch Messungen an einer gesetzlich festgelegten Stelle nachzuweisen.

Wie das Landratsamt mitteilt, wird die Betriebsart vorgegeben: Der Windpark soll mit einer Rotorendrehzahl von maximal 11,5 pro Minute und einer Nennleistung von 2495 Kilowatt laufen. Die Verantwortlichen erwarten sich davon, dass der Lärmpegel sinkt. Konkret soll es zu einer Absenkung des Schall-Leistungspegels auf circa 104 dB(A) und damit einer Reduzierung um circa zwei dB(A) führen. Man spricht hier vom "Betriebsmodus NRO 104".

Gegen den Anordnungsbescheid vom 1. Juli kann der Betreiber innerhalb eines Monats nach der Bekanntgabe Klage erheben. Bestätigt der Hersteller jedoch die Vorgaben, muss er spätestens zwei Wochen nach Unanfechtbarkeit der Anordnung die Umsetzung nachweisen. Grundlage für die Prüfung sind die Betriebsdaten, der Nachweis erfolgt dann halbjährlich.

Es geht um die Lautstärke

Zum Hintergrund: Die Schallemissionsmessungen vom 21. September 2018 hatten ergeben, dass der beim Betrieb der Windkraftanlagen ermittelte Schallleistungspegel in den einzelnen Windgeschwindigkeitsklassen 106,2 bis 107,3 dB(A) beträgt. Damit wird der im Genehmigungsbescheid festgelegte maximale Schallleistungspegel um 0,2 bis 1,3 dB(A) überschritten - sprich: Die Anlage ist zu laut. Deswegen war der Anlagenbetreiber (SWI Windpark Hain-Ost GmbH) mit Schreiben vom 4. März 2019 aufgefordert worden, den Schallleistungspegel auf den zulässigen Wert abzusenken. Die hätte durch technische Maßnahmen, zum Beispiel Optimierung der Anstellwinkel der Rotorblätter oder verbesserte Windnachführung, erfolgen können. Eine andere Möglichkeit wäre die Reduzierung der maximalen Rotorgeschwindigkeit (schallreduzierter Betrieb durch "Drosselung") gewesen.

Da bis zum 30. Juni 2019 durch entsprechende Messungen nicht nachgewiesen wurde, dass der zulässige Schallleistungspegel nicht überschritten wird, wurde zum 1.Juli der schallreduzierte Betrieb angeordnet.

Zusage eingelöst

Damit wurde auch eine Zusage von Landrat Klaus Löffler (CSU) eingelöst, die dieser den betroffenen Bürgern bei der kürzlich in Hain stattgefundenen Informationsveranstaltung gegeben hatte. Mit der ausgesprochenen "Drosselung" der Anlagen erreiche man laut Landratsamt nun den genehmigungskonformen Betrieb der Anlagen. Auf Anfrage des Fränkischen Tags teilte Pressesprecher Andreas Schmidt von der Stadtwerke Ingolstadt Beteiligungen GmbH für die Betreiberfirma am späten Mittwochnachmittag mit, dass der Bescheid des Landratsamts noch nicht eingegangen sei.

Weiter stellt er fest: "Sobald der Bescheid in der geschilderten Form bei uns eingegangen ist, werden wir diesem widersprechen." Der Grund für den geplanten Widerspruch ist, dass "aus unserer Sicht jegliche Immissionsvorgaben nachweislich eingehalten werden", wie Schmidt feststellt.

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