Windheim
Bauarbeiten

Windheimer Sankt-Nikolaus-Kirche bald wegen Sanierung geschlossen

Ab 1. Juli wird die Sankt-Nikolaus- Kirche in Windheim vorübergehend geschlossen. Erst auf den zweiten Blick sieht der Laie den enormen Sanierungsbedarf des Gotteshauses.
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Sie studieren die Pläne: Kirchenpfleger Manfred Fehn, Architekt Georg Neubauer, Pfarrer Cyriac Chittukalam, Antonie Schneider und Mesner Wendelin Vetter (von links nach rechts). Foto: Veronika Schadeck
Sie studieren die Pläne: Kirchenpfleger Manfred Fehn, Architekt Georg Neubauer, Pfarrer Cyriac Chittukalam, Antonie Schneider und Mesner Wendelin Vetter (von links nach rechts). Foto: Veronika Schadeck

Windheim Die Nikolauskirche ist ein für den Betrachter wunderschöner und natürlich auch geschichtsträchtiger Bau. Während seines rund 400-jährigen Bestehens trotzte das Gotteshaus Sommer und Hitze, Stürmen und Regen. Seit dem letzten Anbau 1970 hat sich vor Ort nicht viel verändert. Nun ist es allerdings an der Zeit, das Gebäude einer Generalsanierung zu unterziehen.

Mängel auf den zweiten Blick

Auf den ersten Blick sieht der Laie den enormen Sanierungsbedarf des Gotteshauses nicht. Bei genauerer Betrachtung aber fallen der bröckelnde Außenputz und der feuchte Innenputz am untersten Bereich der Wände auf. Man sieht auch, dass die Sitz- und Kniebänke in die Jahre gekommen sind und auch weitere Ecken, die mehr als nur eine Schönheitskorrektur benötigen.

Bereits seit 2016 befasst sich die Kirchenverwaltung mit einer möglichen Sanierung, erklärt Kirchenpfleger Manfred Fehn. Mittlerweile sei man zu der Überzeugung gekommen, dass eine Generalsanierung nach fast 50 Jahren sinnvoller und nachhaltiger sei, als nur teilweise vorgenommene Sanierungsabschnitte in Angriff zu nehmen.

Doch was muss genau gemacht werden? Den Worten des Projektleiters Georg Neubauer von Müller Architekten zufolge wird der Innen- und Außenputz überarbeitet und die Beleuchtung auf den neuesten Stand gebracht. Installiert werden soll unter anderem eine Thermotrocknung unter den Kirchenstühlen und an den Wandsockeln, um so aufsteigende Feuchtigkeit aufzufangen.

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Angebracht werden eine neue Beschallungsanlage und neue Kirchenbänke. Die Empore wird teilweise zurückgebaut, um den Gottesdienstbesuchern, die während der Gottesdienste und Feierlichkeiten auf den hinteren Bänken sitzen, eine bessere Sicht zum Altar zu ermöglichen. Der seitliche Kircheneingang soll barrierefrei gestaltet werden. Eine Rohrheizung wird an den denkmalgeschützten Kirchenfenstern angebracht. Und auch die Außenanlagen sollen verschönert werden.

Bis Weihnachten 2019 sollen die Baumaßnahmen vollendet sein. Für Georg Neubauer ist das eine Herausforderung. "Es ist eine schwierige, zugleich aber auch sehr interessante Aufgabe!" Und, so ist er überzeugt: "Wir werden den Zeitplan einhalten!"

Feste Zusagen von Firmen

Er spricht davon, dass alle Ausschreibungen gelaufen seien und feste Zusagen von den bauausführenden Firmen vorliegen. Die Kosten für die Generalsanierung der Nikolauskirche belaufen sich auf rund eine Million Euro.

Das Geld sei sinnvoll angelegt, so Manfred Fehn. Danke sagte er in diesem Zusammenhang dem Erzbistum Bamberg, das diese Sanierungsmaßnahme mit 65 Prozent (rund 650 000 Euro) unterstützt. Sein Dank gilt zudem der Gemeinde Steinbach am Wald, die zehn Prozent der Bausumme aufbringen wird. Der Rest wird durch Eigenkapital der Kirchenverwaltung und durch Spenden finanziert. Die Mitglieder der Kirchenverwaltung hoffen auf Unterstützung seitens der Bevölkerung. Denn sie sind sich einig: Die Kirche ist der Mittelpunkt der Gemeinde, ein Ort des Betens, der Begegnung, der Gemeinschaft, der Freude, der Hoffnung und Trauer. "Die Kirche ist unser Wahrzeichen", erklärt Manfred Fehn. Und das schon seit vielen Jahrhunderten.

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Der Mesner Wendelin Vetter wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Windheimer Kirche als Pfarrkirche hin. So wurde diese im Jahre 1190 das erste Mal urkundlich erwähnt, als "Kapelle St. Nikolaus und Leonhart zu Winthagn". Im Jahre 1613 spendete Weihbischof Friedrich dem Gotteshaus die kirchliche Weihe. Zugleich weihte er die drei Altäre: den Hochaltar zu Ehren des heiligen Nikolauses, des heiligen Kaisers Heinrich und der heiligen Kunigunda, den Altar neben der Sakristei zu Ehren Marias und den Altar zu Ehren des heiligen Kreuzes, aller Apostel und des heiligen Ottos I. Auf dieses Jahr geht auch die Feier der Kirchweihe zurück. In den Jahren zwischen 1705 und 1709 erhielt die Sankt-Nikolaus-Kirche ihre heutige bauliche Gestalt.

Im Jahre 1478 wurden die Nikolaus-Kirche und Windheim aus dem Pfarrverbund Teuschnitz herausgelöst und zur "freien Parochie" mit der Pfarrgerichtsbarkeit durch Fürstbischof Philipp, Graf v. Henneberg, erhoben. Windheim erhielt damals die Filialorte "Herssfelt, Puchpach und Steinbach". Eine lange Geschichte, die auch in materieller Form erhalten werden soll.

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"Wir wären fahrlässig, wenn wir jetzt nicht handeln würden", meint Manfred Fehn. In diesem Zusammenhang weist er auf den Strukturwandel hin. Wer wüsste schon, wie lange es noch Zuschüsse für die Sanierung von Kirchen gibt? Die Mitglieder der Kirchenverwaltung wollen sich auf keinen Fall in einigen Jahren anhören lassen, die Chance der Sanierung des Gotteshauses mit Hilfe von Förderungen nicht genutzt zu haben.

Glaube wird gelebt

Die Nikolauskirche ist die zweitälteste Kirche im Landkreis, erklärt Pfarrer Cyriac Chittukalam. Er führt seit 2014 die Pfarrgemeinde. "In dieser Kirche werden Glaube und Gemeinschaft gelebt!" Deshalb sollte dieses Gotteshaus auch für die nächsten Jahrzehnte in einem guten baulichen Zustand erhalten bleiben.

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