Windheim
Bildung

Windheim bekommt Leseclub

Eine neue Einrichtung an der Mittelschule Windheim soll Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren spielerisch neugierig auf das Lesen machen.
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Spielend mit dem Buchstaben lesen und Sätze bilden lernen. Von links: Leonie Nemitz, Husain Ali Aloush, Lara Neubauer, Emma Vetter, Moritz Föhrweißer und Nick Brummer mit Leseclub-Leiterin Annett SchlegelVeronika Schadeck
Spielend mit dem Buchstaben lesen und Sätze bilden lernen. Von links: Leonie Nemitz, Husain Ali Aloush, Lara Neubauer, Emma Vetter, Moritz Föhrweißer und Nick Brummer mit Leseclub-Leiterin Annett SchlegelVeronika Schadeck
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Am 23. Oktober wird in der Mittelschule Windheim offiziell der Leseclub eröffnet. Mit einem "Tag der offenen Tür" wollen die Kooperationspartner, nämlich das BRK-Mehrgenerationenhaus Buchbach und die Mittelschule Windheim, auf diese Einrichtung aufmerksam machen.

Es ist ruhig im Leseclub, der im sog. Chill-/Leseraum der Schule untergebracht ist, als Schüler sich mit dem Buchstabenbaum befassen. In einer spannenden Geschichte um die Freundschaft der Buchstaben wird die Zusammenführung von Buchstaben zu Worten und von Worten zu Sätzen zu einem wahren Abenteuer. Die Kinder setzen Buchstaben auf verschiedene Blätter. Auf Rat des "Wortkäfers" wehren sich die Buchstaben gegen einen Sturm, indem sie sich zu Wörtern zusammenfügen und auf diese Weise stark werden. Die "Satzraupe" zeigt den Schülern, wie sie "etwas von Bedeutung" darstellen können, indem sie aus den Wörtern sinnvolle Sätze bilden.

Die Grundschüler sind voller Elan und Eifer dabei, solche Sätze auf dem Buchstabenbaum zu bilden. Anett Schlegel, die unter anderem für die offene Ganztagsschule zuständig ist, beobachtet das Geschehen. "Diese Arbeit im Leseclub gibt einem so viel!" Sie spricht davon, dass viele Kinder Defizite mit dem Lesen haben. Lesen gerate immer mehr in den Hintergrund. "Dabei fängt mit Lesen alles erst an!" Denn nur wer lesen kann, hat Chancen auf schulischen und beruflichen Erfolg. Sie erwähnt Migrantenkinder an der Schule und sie ist überzeugt, dass die Teilnahme an den "Veranstaltungen" im Leseclub solche Kinder neugierig auf das Lesen und die Sprache manchen kann.

Annett Schlegel sieht nun mit der Eröffnung des Leseclubs eine Möglichkeit, vorhandene Leselücken auf spielerische Art und mit viel Spaß bei den kleinen Teilnehmern zu minimieren.

Sofas und Hängematten

Sieht man sich im Leseclubraum um, fallen einem Bilder- und Wissensbücher, Geschichtsbücher, Lesespiele, Bastelmaterialien etc. ins Auge. Kindgerechte Sofas und Hängematten laden gerade zum Schmökern ein. Vorhanden ist auch ein Buchstabentheater.

Aber was ist nun der Unterschied zu einer Bücherei? In seiner Bücherei kann man sich Bücher ausleihen, so Schlegel. Im Leseclub finden "Gemeinschaftsveranstaltungen" statt. Beispielsweise können die Kinder gemeinsame Lesespiele machen, sich gegenseitig vorlesen und unterstützen. Mit dem Buchstabentheater verlieren sie die Scheu, vor anderen Menschen zu reden. Sie lernen den Wert eines Buches kennen und wie man mit diesem umgeht. Durch den Umgang mit Büchern bekommen die Heranwachsenden eine gewisse Allgemeinbildung, zudem werden durch das Miteinander auch soziale Kompetenzen vermittelt.

Sie habe die Erfahrung gemacht, dass durch den Leseclub das Interesse am Lesen geweckt beziehungsweise gefördert werde, erklärt Schlegel. Als Leiterin der offenen Ganztagsbetreuung an der Mittelschule Windheim spricht Schlegel aus Erfahrungen, wenn sie meint, dass sowohl im Unterricht als auch in der Nachmittagsbetreuung das Interesse am Lesen nicht in der Form wie im Leseclub geweckt werden könnte.

Ehrenamtliche gesucht

Jetzt sucht Schlegel noch Ehrenamtliche, die sich im Leseclub mit einbringen wollen. Diese Interessenten sollten sich gerne mit Kindern befassen, für Bücher interessieren und sprachlich gewandt sein. Es wäre auch für Studenten eine Möglichkeit, sich etwas Taschengeld zu verdienen.

Die rund 250 Leseclubs in Deutschland sind eine Initiative der Stiftung Lesen. Gefördert wird der Leseclub mit Mitteln aus dem Programm "Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis zum Jahre 2021.

Teilnehmen können alle Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Anmeldungen unter Tel. 09261/6072-906, oder per E-mail an a.schlegel@kvkronach.brk.de oder unter info@lebensqualität-fuer-generationen.net.

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