Warum nur floh er? Es war vor allem diese Frage, die sich nicht nur die Polizei an jenem 18. Dezember 2018 stellte. Sie bleibt weiter unbeantwortet. "Er hat nur Angaben zur Person gemacht, will sich zur Sache aber nicht äußern. Seine Beweggründe sind so noch nicht ganz offenliegend", teilt Matthias Schuhbäck, der Leiter der Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg auf FT-Nachfrage mit.

Rückblick: Bei einer routinemäßigen Radarmessung stellten Beamte der Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg fest, dass das Überführungskennzeichen eines schwarzen Audi, der mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Neustadt raste, nicht mehr gültig ist.

Doch zu einer Überprüfung der Personalien kam es erst gar nicht. Der Mann drückte aufs Gaspedal. Was folgte, war eine wilde Verfolgungsjagd, bei der der 25-Jährige aus dem Kreis Kronach unter anderem eine Frau beinahe überfuhr. Knapp eine Stunde später stellte er sein Fahrzeug in Mitwitz ab und setzte seine Flucht zu Fuß fort (lesen Sie hier, wie Zeugen die Verfolgungsjagd erlebten).

Obwohl der Mann am Abend noch immer nicht gefasst war, gab sich Schuhbäck zuversichtlich, ihn bald zu haben. Wenige Tage später war es tatsächlich soweit. Die Aussagen der beiden 26 und 22 Jahre alten Frauen, die mit im Auto saßen, in Mitwitz zunächst vorläufig festgenommen wurden und nach Angaben der Polizei aus dem Umfeld des Mannes stammen dürften, brachten die entscheidenden Informationen.

Doch mehr als die Pflichtangaben wollte der 25-Jährige nicht machen. "Das ist aber nicht ungewöhnlich", erklärt der Leiter der Neustadter Polizeiinspektion. In der Regel sichte der Rechtsanwalt eines Beschuldigten die Akte, der sich dann im Namen seines Mandanten äußert.

Knapp einen Monat nach der spektakulären Verfolgungsjagd, bei der nicht nur ein polizeiliches Großaufgebot auf der Suche war, sondern auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, stehen die Ermittlungen der Polizei kurz kurz vor dem Abschluss. "Es haben sich diverse Geschädigte gemeldet, die nun noch vernommen werden. Dann geht es an die Staatsanwaltschaft, die weitere ermittlungstechnische Schritte einleiten wird", erklärt Schuhbäck. Etwa, ob eine Klage erhoben wird oder es zu einem Strafbefehl kommt.

Viele Vernehmungen

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Sollten sich neue Anhaltspunkte ergeben und sich weitere Zeugen melden, ist allerdings wieder die Polizei gefragt, die erneut die Vernehmungen durchführen würde. Von solchen hat der zuständige Sachbearbeiter schon einige hinter sich. "Insofern haben die Presseveröffentlichungen also zu einem Erfolg geführt", erzählt Schuhbäck.

Inzwischen habe sich zum Beispiel auch die Frau gemeldet, die sich in Muppberg (Kreis Sonneberg) durch einen beherzten Sprung in den Straßengraben vor dem vorbeirasenden Audi in Sicherheit brachte.