Kronach
Müll

Wieder Probleme mit vollen Altglascontainern im Kreis Kronach

Vor manchen Altglascontainern im Kreis Kronach sammeln sich leere Flaschen und Gläser. Die zuständige Firma verspricht Besserung.
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In dieser Woche sieht es vor den Glascontainern in der Industriestraße wieder aufgeräumter aus. Foto: Franziska Rieger
In dieser Woche sieht es vor den Glascontainern in der Industriestraße wieder aufgeräumter aus. Foto: Franziska Rieger

Dass Scherben nicht immer Glück bringen, zeigt sich wieder einmal vor den vielen Altglascontainern im Kreis Kronach. Vergangene Woche postete Stefan Wicklein, Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion der Freien Wähler (FW), ein Foto auf seiner Facebookseite. Darauf zu sehen: Ein ganzer Flaschenpark, der sich vor den Altglascontainern eines Supermarktes in der Industriestraße ansammelte.

Erst im Sommer verärgerte das schon einmal viele Bürger. Die FW-Kreistagsfraktion wendete sich daraufhin in einem Schreiben an den Landrat und die Verwaltung. Vorübergehend scheint sich die Lage gebessert zu haben - scheint. Denn nun kam es wieder zu einer Flaschenansammlung, unter anderem vor den Glascontainern eines Supermarktes in der Industriestraße. "Man sieht, dass es kein Einzelfall war", sagt Wicklein auf Nachfrage.

Auch andere Orte betroffen

Unter Wickleins Facebook-Post häufen sich die Kommentare. In Oberlangenstadt, am Kaulanger oder in Teuschnitz sehe es vor den Glascontainern genauso aus.

Den Bürgern selbst könne man keine Schuld geben, meint Wicklein. Teilweise könnten sie gar nicht mehr auf andere, leere Container ausweichen. "Das sind Zustände, die kann man auf Dauer so nicht hinnehmen", meint Wicklein. Deshalb seine Forderung: Die Entleerungszeiten müssen eingehalten werden. Vorwürfe, dass die zuständige Firma Remondis die vereinbarten Abholzeiten nicht einhalte, weist die Firma zurück.

Wöchentliche Leerung

Künftig setze das Unternehmen drei, statt wie bisher zwei, Fahrzeuge für die Leerung ein, teilt Remondis-Pressesprecher Michael Schneider mit. Außerdem würden künftig zwei Reservemänner für Engpässe bereitstehen. "Die Situation sollte sich entspannen", versichert Schneider.

Die Container vor dem Supermarkt in der Industriestraße sollen von nun an wöchentlich geleert werden. Früher sei das im 14-tägigen Rhythmus geschehen. "Gerade in letzter Zeit gibt es relativ mehr Glasaufkommen", sagt der Pressesprecher. Warum nicht einfach mehr Glascontainer im Landkreis aufgestellt werden, darauf habe Remondis keinen Einfluss.

Ebenso wenig wie das Landratsamt. Denn der Auftraggeber von Remondis ist der Grüne Punkt (siehe Infokasten). Dennoch möchte sich das Landratsamt die Bürger mit ihrem Problem nicht alleine lassen. In den letzten Tagen habe es wieder Beschwerdeanrufe von Bürgern gegeben, berichtet Pressesprecher Bernd Graf.

"Die Abfallwirtschaft des Landkreises geht der Sache nach und versucht mit Nachdruck, Einfluss darauf zu nehmen", versichert Graf. Beschwerden gebe es aus dem ganzen Landkreis. "Zuspitzungen gab es besonders im Bereich vor Supermärkten, in Küps, Marktrodach oder Stockheim."

Die Abfallwirtschaft in Deutschland

Duale System 1991 trat die Verpackungsverordnung in Kraft, die Industrie und Handel zur Rücknahme und Verwertung ihrer Verpackungen verpflichtete. Die Entsorgung im Dualen System entstand. Finanziert wird das System durch Lizenzentgelte, die die Verpackungshersteller und -vertreiber an die Dualen Systeme entrichten - letztlich also auf Kosten der Verbraucher über den Produktpreis. Aktuell gibt es neun Duale Systeme in Deutschland. Das jeweilige Duale System führt die Ausschreibungen durch und vergibt die Aufträge.

Der Grüne Punkt Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland (DSD) ist eines der neun Dualen Systeme und gilt als Marktführer. Handel und Industrie gründeten den Grünen Punkt als zweites (duales) System neben dem öffentlich-rechtlichen Abfallentsorgungssystem. Nach neuesten Medienberichten will der Entsorgungskonzern Remondis einen Mehrheitsanteil von rund 80 Prozent am Grünen Punkt übernehmen.

Mülltrennung Die Verpackungen werden nach Abfallart getrennt gesammelt: Altglas in Containern, Altpapier meist in Altpapiertonnen, Leichtverpackungen aus Kunststoffen, Metallen sowie Getränkekartons kommen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack (alternativ: Wertstoffhöfe).

Quelle: www.gruener-punkt.de fr



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