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Wieder Apfelsaft frisch aus der Presse

Ab Samstag werden in der Obstkelterei in Fischbach wieder eigene Äpfel zu naturtrüben Saft verarbeitet - zwei Wochen früher als üblich.
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Eine motivierte Mannschaft steht ab Samstag wieder für die Kunden bereit. Heike Schülein
Eine motivierte Mannschaft steht ab Samstag wieder für die Kunden bereit. Heike Schülein
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Nach dem Ausfall der Eisheiligen und den langen, trockenen Sommermonaten fällt die Apfelernte in diesem Jahr zwar üppiger aus als in den vorangegangenen Jahren, dafür aber auch etwas früher. Aus diesem Grund schloss man beim Obst- und Gartenbauverein Fischbach bereits zu Beginn der Sommerferien die letzten Modernisierungsarbeiten ab und begann mit den Vorbereitungen auf die neue Presssaison sowie der Instandsetzung der Keltereianlage, um am morgigen Samstag, 25. August, in die "Saftsaison" zu starten.

"Teilweise haben Kunden bereits Ende Juli um Termine gebeten", so Vorsitzender Matthias Fischer. Da aber die Kelterei nur durch die ehrenamtlich tätigen Mitglieder betrieben werde, sei dies leider nicht möglich gewesen. "Zum einen wäre die Auslastung der Maschinen pro Kunde nicht ausreichend gewesen, da hierfür mindestens 50 Kilo je Vorgang erforderlich sind und zum anderen waren viele Mitarbeiter noch mit ihren Familien im wohlverdienten Sommerurlaub. Dafür stehen wir nun bereits zwei Wochen eher in den Startlöchern als sonst, um wieder Äpfel zu pressen", kündigt Fischer an.

Bio und regional sind "in"

Viele Menschen legten wieder mehr Wert auf biologischen Anbau und kurze Transportwege. Was liege da näher als sein eigenes Obst in Fischbach zu Säften verarbeiten zu lassen? Egal ob in Ein-Liter-Glasflaschen oder im Fünf-Liter-Beutelkarton: Beides ist in der Kelterei in Fischbach möglich - und durch das schonende Verfahren bleiben zudem auch die wichtigen Vitamine erhalten.

Auch in diesem Jahr wurde wieder fleißig investiert, wodurch die Wartezeiten pro Abfüllvorgang für die Kunden immer geringer werden. "Gerade genug Zeit, um sich mit den Produkten des vereinseigenen Imkers einzudecken", verrät Fischer.

Pressen im Schichtbetrieb

Im letzten Jahr hatten 21 Mitglieder neun Wochen lang - im Schichtbetrieb von teilweise morgens um 5 Uhr bis abends um 20 Uhr - in der Kelterei gestanden. Nicht zu vergessen ist hierbei aber auch der verwaltungstechnische Aufwand mit Ablauf- und Personalplanung sowie die ständige Wartung und Reinigung der Anlage. "Gerade in der heutigen Zeit, in der Überstunden fast schon zum guten Ton gehören und nicht jeder vor Ort arbeitet, sollte man bedenken, dass hierfür die eigene Freizeit geopfert wird. Deshalb möchte ich noch mal allen Mitarbeitern an der Front aber auch hinter den Kulissen danken, die durch ihr Engagement dazu beitragen, diese Kelterei betreiben zu können", würdigt Fischer.

Jeder, der seine Äpfel - ab 50 Kilogramm - zu Saft verwerten möchte, kann ab sofort wieder unter der Nummer 09261/51866 Termine vereinbaren. "Bag inBox"-Kisten können vor Ort erworben werden. Sollte die Flaschenabfüllung bevorzugt werden, so müssen diese innen und außen sauber gespült mitgebracht werden und einen Schraubverschluss besitzen.

Fehlschlag zum Start: keine Äpfel!

"Ursprünglich war die Kelterei nur für ihre Mitglieder gedacht und so wurden nach dem Bau eines Keltereigebäudes 1987 eine Zerkleinerungsmühle sowie ein Gerät, eine Art Schnellkochtopf mit sechs Kilowatt Leistung zum Pasteurisieren erworben", erzählt Matthias Fischer.

Nach einer kleinen, aber feinen Einweihungsfeier der Obstpresse gab es im Herbst allerdings eine schlechte Nachricht für die Obstler: Es gab schlicht und ergreifend keine Äpfel. Dafür aber 1988! Hier konnten bereits 20 Tonnen Obst der Mitglieder zu Saft verarbeitet werden.

Um der jetzt schon großen Nachfrage gerecht zu werden, wurde bereits 1989 zur Kapazitätssteigerung eine Abfüllanlage angeschafft und zudem ein gasbefeuerter Kessel mit Durchlauferhitzer-Spirale. "Schnell hatte sich die Obstpresse im Landkreis Kronach herumgesprochen und wurde somit auch für Nicht-Mitglieder geöffnet", so der Vorsitzende.

Beim Anbau halfen viele mit

Um nun weiterhin effektiv arbeiten zu können, wurde 1994/95 das Keltereigebäude erweitert, um Platz für einen Geräte- und einen Vorbereitungsraum zu schaffen. Viele ehrenamtliche Helfer waren wieder dabei, um diesen Anbau zu ermöglichen. Auch örtliche Baufirmen halfen dem Verein, die Kosten niedrig zu halten. Endlich konnten die einzelnen Arbeitsschritte ohne Platzmangel durchgeführt werden.

Durch den Erwerb einer Zentrifuge im Jahr 1998 wurde das Saftfiltern wesentlich erleichtert und verbessert. Der einzige Nachteil dabei ist die enorme Lärmbelästigung für die Presser.

Und es wurde weiter modernisiert und investiert. 2003 schaffte man eine moderne Bandpresse an. 2010 wurden eine Pasteurisier- und eine Abfüllanlage installiert. Letztere ermöglicht das zeitgleiche Abfüllen von sechs Glasflaschen und - seitdem neu - eines Fünf-Liter-Beutels zur "Bag in Box". Hierdurch ergibt sich eine extreme Zeitersparnis sowohl für die Arbeiter, als auch für die Kunden. Weitere Infos gibt es unter www.ogv-fischbach.com



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