Kronach
Stadtbild

Wie viele Plakate verträgt die Stadt Kronach?

Der Kronacher Bauauschuss will ein Übermaß an großflächigen Plakat-Werbetafeln verhindern.
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An dieser exponierten Stelle an einer Tankstellen Zu- und -ausfahrt sieht der Ausschuss für Bau-, Stadtentwicklung- und Wirtschaft eine große Verkehrsbeeinträchtigung durch die geplante Errichtung zweier Werbetafeln und verweigerte das gemeindliche Einvernehmen. K.-H. Hofmann
An dieser exponierten Stelle an einer Tankstellen Zu- und -ausfahrt sieht der Ausschuss für Bau-, Stadtentwicklung- und Wirtschaft eine große Verkehrsbeeinträchtigung durch die geplante Errichtung zweier Werbetafeln und verweigerte das gemeindliche Einvernehmen. K.-H. Hofmann

Gleich drei Anträge für je zwei große Werbetafeln lagen dem Bauausschuss der Stadt Kronach zur Beratung vor. Das Gremium befasste sich in reger Diskussion damit. Die Debatte verlief sehr kontrovers.

Hans- Georg Simon (FW) zeigte sich als Kämpfer für Werbung: Die Geschäfte bräuchten Werbung. Anders sahen das die Gegner von Plakatwerbungen gerade an verkehrsexponierten Stellen. Winfried Lebok (CSU) fügte hinzu, es seien gar keine Kronacher Firmen, die so werben wollten. Wolfgang Hümmer (CSU) meinte, es gebe genügend negative Beispiele, wo durch überdimensionierte Plakatwerbung die Ortsansichten verschandelt würden, dem müsse sich Kronach nicht anschließen.

Bernd Liebhardt (CSU) fügte als negatives Beispiel eine ähnliche Werbe-Plakatkonstellation, wie sie auf der Tagesordnung stand, in Ruppen an. Das Gremium sei hier skeptisch und kritisch gewesen und habe mehrmals diesen Antrag nicht genehmigt, das Landratsamt allerdings habe das Gremium überstimmt und so stehe diese Werbetafel nun mal.

Liebhardt stieß im Nachhinein besonders sauer auf, dass nun genau diese Plakatwerbefläche "maßgebliche Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung für eigene Werbezwecke nutzen" würden. "Das befremdet mich und so etwas liegt mir schwer im Magen", äußerte Liebhardt sein Missfallen. Die hartnäckig kritische Einstellung gegenüber überdimensionierten Plakat-Werbeflächen solle man beibehalten.

Drei Anträge

Es lagen drei Anträge für Errichtung von je zwei Plakatwerbetafeln von 2,80 mal 3,80 Metern für wechselnde Produktwerbung an drei verschiedenen Standorten vor. Den Antrag im Hammermühlweg 8, unmittelbar vor dem Umspannwerk, wurde das gemeindliche Einvernehmen gegen zwei Stimmen (Bernd Liebhardt, Tino Vetter) erteilt. Demgegenüber versagten die Räte ihre Zustimmung den beiden anderen Standorten. Sowohl am Hammermühlweg 10, unmittelbar im Kreuzungsbereich der B 173 Kulmbacher Straße und Hammermühlweg, wie auch in Neuglosberg in Nähe einer

Tankstellen-Zufahrt und -Ausfahrt an der B 85 sah man eine schwerwiegende Verkehrsgefährdung durch die Errichtung zweier solcher Werbetafeln.

Stadtplaner Daniel Gerber wies darauf hin, dass es keine baurechtlichen Einwände und Gründe für eine Ablehnung gibt. Beiden Anträgen wurde mit 7:2 (Hammermühlweg 10) beziehungsweise 8:1 (Neuglosberg an B 85) Stimmen vom Gremium, besonders aus verkehrsrechtlichen Bedenken, das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

Verschandelung befürchtet

Wolfgang Hümmer (CSU) sah eine Verschandelung des Stadtbildes durch immer mehr Werbeplakate. Winfried Lebok (CSU) forderte, endlich eine Werbesatzung zu erlassen. Hans Simon (SPD) sah die Aufstellung zwar als problematisch an, er glaube aber nicht daran, dass die Werbetafeln den Straßenverkehr beeinflussen.

"Politische Parteien pflastern geradezu alle Ecken und Straßenverläufe mit Plakaten zu", daher solle man auch Verständnis für Geschäftsleute aufbringen.

Dem Antrag auf Vorbescheid für den Neubau einer Lagerhalle, Neumühle 1 in Friesen, wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Stadtplaner Gerber informierte, dass es sich um eine Lagerhalle von 25 Metern Länge und 22 Metern Breite handle mit einem Pultdach, das an höchster Stelle 10,21 Meter hoch sei. Sie ersetzt eine kleinere Halle.



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