Küps
Weltwassertag

Wie Landwirte das Wasser schützen können

Auf dem Betrieb vom Freiherrn Hubertus von Künsberg in Küps werden Boden- und Gewässerschutz großgeschrieben. Die Folge sind höhere Erträge.
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Für ihn Hubertus Freiherr von Künsberg (links) ist Gewässerschutz ein Anliegen. Mit im Bild: Klaus Schiffer-Weigand und Bernadette Ackermann vom Landwirtschaftsamt Veronika Schadeck
Für ihn Hubertus Freiherr von Künsberg (links) ist Gewässerschutz ein Anliegen. Mit im Bild: Klaus Schiffer-Weigand und Bernadette Ackermann vom Landwirtschaftsamt Veronika Schadeck
Am 22. März ist der internationale Tag des Wassers. Ziel des Weltwassertages ist es, auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschen aufmerksam zu machen. Es geht auch um die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die seit Dezember 2000 in Kraft ist. Mit dieser haben sich die EU-Staaten verpflichtet, Flüsse, Seen und das Grundwasser auf einem hohen Niveau zu schützen.


Einer von 100 Demo-Betrieben

Rund 100 Demonstrationsbetriebe für den Gewässer-, Boden- und Klimaschutz gibt es in Bayern. Mit dem Betrieb von Künsberg-Bittl ist auch einer am Ortsrand von Küps angesiedelt. Auf einer seiner Flächen fand vor wenigen Tagen auch ein Ortstermin mit Klaus Schiffer-Weigand vom Sachgebiet Landwirtschaft und seiner Kollegin, der Wasserberaterin Bernadette Ackermann statt. Der Betrieb Künsberg-Bittl sei ein Demonstrationsbetrieb, was den Gewässerschutz in der Landwirtschaft betrifft, meinte Klaus Schiffer-Weigand.

Hubertus Freiherr von Künsberg betreibt Ackerbau. Er sät und erntet unter anderem Weizen, Braugerste und Triticale (eine Getreideart). Er sagte, dass für ihn seit über 20 Jahren der Gewässerschutz ein Anliegen sei. Er sei deshalb erfreut, dass immer mehr Landwirte den Gewässerschutz als notwendig erachten.


Schützende Pflanzendecke

Wie er erklärte, habe er in 2016 auf der Fläche Triticale ausgesät, gleichzeitig wurde auch Weidegras als Untersaat ausgebracht. Dadurch wurde eine Winterbegrünung der Ackerfläche erreicht. Im vergangenen Jahr habe er dreimal das Weidegras ernten und für die Biogasanlage silieren können. Jetzt, so plant der Freiherr, will er nach der Mahd Ende April auf der Fläche Mais aussäen.
Für Hubertus Freiherr von Künsberg steht fest, dass eine Untersaat ein wichtiger Baustein zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit ist. Zudem vermindert eine über den Winter vorhandene Pflanzendecke die Wasser- und Winderosion sowie Stickstoffausträge und Bodenverdichtungen nach der Ernte.

Wie er weiter erklärte, trägt die Untersaat zudem zu einer positiven Humusbilanz bei und reduziert das Stickstoffaustragspotenzial ins Grundwasser. Weitere Vorteile sind die Verbesserung der Tragfähigkeit der Böden und es wird mit der Untersaat durch die damit verbundene Durchwurzelung des Bodens die biologische Aktivität der Mikroorganismen und Regenwürmer verbessert.
Angelegt hat Hubertus von Künsberg an seiner Fläche einen Gewässer- und Erosionsschutzstreifen. Auch das trägt zum Schutz der Oberflächengewässer bei. Sinnvoll sei dies vor allem bei hängigen Flächen.

"Das bayernweite Netzwerk von Demonstrationsbetrieben soll eine Austauschplattform rund um Boden und Gewässer sein", so Bernadette Ackermann, die als Wasserberaterin zuständig für die Landkreise Bayreuth, Kulmbach und Kronach ist. Für sie sind die Demonstrationsbetriebe ein optimales Mittel, um Landwirten, aber auch Beratern und Auszubildenden in der Landwirtschaft sowie einer interessierten Öffentlichkeit zu zeigen, wie Gewässer- und Erosionsschutz funktionieren.


Landwirte machen mit

Wie Klaus Schiffer-Weigand erklärte, fördert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über sein Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) die gewässerschonende Landbewirtschaftung. In seinem Dienstgebiet beteiligen sich mittlerweile über 130 Landwirte an diesem Programm, die 2100 Hektar Grünland gewässerschonend bewirtschaften. Er weist darauf hin, dass mit der geförderten Umwandlung von Acker in Grünland entlang von Gewässern der Bodeneintrag in die Oberflächengewässer deutlich verringert wird. Außerdem wird mit dem Verzicht auf jegliche Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen auf Grünland entlang von Gewässern ein weiterer wichtiger Beitrag der Landwirte geleistet. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich an die Wasserberaterin Bernadette Ackermann, Telefon 0921/591261 wenden.
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