Wilhelmsthal
Bürgerversammlung

Wie ein Sechser im Lotto ...

In Steinberg wurden die Pläne für drei neue Gemeinschaftshäuser vorgestellt, die dank der Förderoffensive Nordostbayern realisiert werden können.
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In Hesselbach wird das alte Schulgebäude mithilfe der Förderoffensive Nordostbayern abgerissen und durch einen Neubau als Gemeinschaftszentrum ersetzt.  : Michael Wunder
In Hesselbach wird das alte Schulgebäude mithilfe der Förderoffensive Nordostbayern abgerissen und durch einen Neubau als Gemeinschaftszentrum ersetzt. : Michael Wunder

Die über die Förderoffensive Nordostbayern neu geplanten Projekte stellten die Planer bei der Bürgerversammlung in der Kronachtalhalle in Steinberg vor. Dies betrifft vorwiegend die alten Schulhäuser in Steinberg, Effelter und Hesselbach. Während das denkmalgeschützte Haus in Steinberg erhalten bleibt, müssen die alten Schulen in Effelter und Hesselbach einem Neubau weichen.

Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) bezeichnete die 90-prozentige Förderung wie einen Sechser im Lotto. Christine Bardin stellte die Planungen für das Gemeinschaftshaus in Effelter vor. Bereits im Jahr 2008 sei das Gebäude in der Vorbereitungsphase der Dorferneuerung ins Visier genommen worden. Die Förderoffensive Nordostbayern mit der hohen Förderung ermöglicht es nunmehr, das Gebäude zu erneuern.

Bei den Gesprächen mit der Dorfbevölkerung wurde der Wunsch nach einem großen Saal, zusammenhängende Vereinsräume sowie Abstellmöglichkeiten für verschiedene Sachen geäußert. Schnell habe sich auch erwiesen, dass ein zentraler Neubau einer Sanierung vorzuziehen sei. Erhalten bleiben soll der Vorplatz, deshalb werde der Neubau im hinteren Bereich des Grundstücks wieder quer gestellt.

Die Neubaumaßnahme ist mit 900 000 Euro veranschlagt, eine Sanierung hätte rund 1,2 Millionen Euro gekostet. Zum zeitlichen Ablauf sagte die Planerin, dass man im Mai des kommenden Jahres mit dem Rohbau fertig sein will und Ende des nächsten Jahres mit der Fertigstellung gerechnet wird.

Architekt Kersten Schöttner ging in seinen Ausführungen auf den Neubau des Gemeinschaftshauses in Hesselbach sowie die Sanierung des alten Schulgebäudes in Steinberg ein. Auch beim Gemeinschaftshaus in Hesselbach sei man nach gründlicher Untersuchung schnell zum Entschluss gekommen einen Ersatzneubau vorzunehmen. Bei den Nutzungsmöglichkeiten habe man die Überlegungen der Bürger einbezogen. Als Ergebnis kam ein eingeschossiges, schlichtes Massivgebäude heraus. Die große Asphaltfläche wird durch Pflastersteine ersetzt und bietet sich für Parkplätze an.

Abbruch im Winter

Diese umfangreichen Außenarbeiten seien auch der Grund für die Mehrkosten gegenüber dem Gemeinschaftshaus in Effelter. Insgesamt soll die Maßnahme rund 1,1 Million Euro kosten. Die Förderung (90 Prozent) und der Bauantrag sind bereits bewilligt. Im Winter soll der Abbruch passieren, damit man im Frühjahr zeitig mit dem Neubau beginnen kann. Die Fertigstellung hängt im Wesentlichen von den bauausführenden Firmen ab und soll Ende 2020 sein.

Ebenso habe man für die alte Schule in Steinberg ein nachhaltiges Nutzungskonzept mit den Vereinen erarbeitet. Das historische Gebäude soll erhalten bleiben. Der Anbau eines zweiten Fluchtweges sei allerding notwendig. Im Erdgeschoss soll in einem ehemaligen Klassenzimmer ein Mehrgenerationen-Café entstehen. Daneben wird der heimatgeschichtliche Arbeitskreis untergebracht. Im Obergeschoss will man jeweils ein Klassenzimmer dem Musikverein und der Jugend zur Verfügung stellen. Das Dachgeschoss bleibt als "Kaltdach" bestehen und kann als Lagerraum genutzt werden. Vor dem Gebäude wird eine Handvoll Parkplätze angelegt.

Handlungsschwerpunkt werde der Dachstuhl und das Dach sein, dort sind umfangreiche Maßnahmen vorgesehen. Die Fenster werden durch Holz/Alu Fenster ersetzt und ein kleines neues Nebengebäude aufgestellt. Der Planer geht von Umbau- und Sanierungskosten von knapp einer Million Euro aus. Auch hier wurde der Förderantrag bereits bewilligt, die Baugenehmigung steht allerdings noch aus. Der Fortschritt sei von der Baukonjunktur abhängig, sollte es gelingen, entsprechende Firmen zu bekommen, könnte man das Dach noch in diesem Jahr in Angriff nehmen.

Die Bürgermeisterin meinte man müsse jetzt einfach die Chance mit der Förderoffensive Nordostbayern nutzen. Sechs der sieben beantragten Objekte wurden genehmigt, dabei sei aber der Eigenanteil von zehn Prozent immer noch ein "Batzen" Geld.

Mammutaufgabe Turnhalle

Als eine Mammutaufgabe bezeichnete Susanne Grebner die Generalsanierung der Turnhalle in Wilhemsthal. Aufgrund der Konjunktur habe es eine Zeitverzögerung gegeben, man sei allerdings zuversichtlich, zum Ende des Jahres das "Allround-Gebäude" wieder nutzen zu können. Die zweite Ausbaustufe beim Breitband wurde angegangen. In den kommenden vier Jahren sollen alle Häuser direkt mit Glasfaser angefahren werden.

Edgar Renk verwies auf die Funknetzabdeckung in den Ortsteilen, wo noch viele "schwarze Löcher" vorhanden seien. Außerdem fragte er nach dem Stand der Bühlstraße in Hesselbach. Laut Bürgermeisterin sollen die Funklöcher noch in diesem Jahr durch den Eigenausbau der Betreiber verbessert werden. Das Angebot bei der Bühlstraße sei viel zu hoch gewesen, so dass man die Ausschreibung aufheben und eine Zeitverzögerung in Kauf nehmen musste.

Peter Endres aus Eichenbühl bat, die klappernden Kanaldeckel zu richten. Veronika Deuerling sprach den katastrophalen Zustand des Leichenhauses in Steinberg an.

Für Herbert Eidloth war die Abrechnung der "Griese Straße" nach der Straßenausbaubeitragssatzung nicht schlüssig. Erst seien viele Witwen abkassiert worden, jetzt müsse nichts mehr bezahlt werden. Die Bürgermeisterin sagte, dass die Satzung seit 1. Januar des vergangenen Jahres abgeschafft wurde. Es gelte: "Bescheid ist Bescheid". Nach jetziger Rechtslage sind die Vorauszahlungen fällig und die Gemeinde müsse nach der ersten Rate auch noch die zweite Rate einfordern. Die dritte Rate sei die Schlusszahlung und nunmehr hinfällig.

Durchbruch beim Radweg

Landrat Klaus Löffler (CSU) hatte eine gute Nachricht zu verkünden. Endlich sei der Durchbruch beim Radwegebau an der KC 3 gelungen. Er sagte, dass es keine Alternative zu diesem Radweg in Richtung Gifting gibt. Im Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern und den Behörden habe eine gute Grundlage geschaffen werden können. Abteilungsleiter Gunter Dressel stellte die Planungen vor. Die dringend notwendige Verbindung führt im ersten Abschnitt am Waldrand entlang, dann weiter neben der Kreisstraße und später entlang des Flusses.

1,5 Millionen Euro Kosten

Das letzte Stück des 1,5 Millionen teuren Projekts liegt wieder an der Kreisstraße und führt bis nach Gifting. Dressel sprach von einem landschaftlich schönen Radweg mit Blick ins Tal. Landrat Klaus Löffler dankte den Giftiger Bürgern, die beim Straßenbau schon mit Einschränkungen leben mussten.

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