Kronach
Freischießen

Kronach: Wie ein Mittagessen den Schützenauszug verzögerte

Bevor die Kronacher Schützen zum 430. Mal zusammen mit befreundeten Vereinen und Kapellen in Richtung Hofwiese ziehen durften, hatte ein Mittagessen Vorrang. Eine Frau hatte ihr Essen auf dem Herd vergessen, Panik bekommen und die Feuerwehr gerufen.
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Vom Marktplatz aus machten sich die Kronacher Schützen und ihre Gäste auf den Weg zur Hofwiese. Foto: Barbara Herbst
Vom Marktplatz aus machten sich die Kronacher Schützen und ihre Gäste auf den Weg zur Hofwiese. Foto: Barbara Herbst
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Vergessen wird Frank Jungkunz das 430. Kronacher Freischießen so schnell wohl nicht mehr: Einerseits aufgrund des Jubiläums, andererseits angesichts seiner Doppelfunktion. Denn als Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) nach seiner Rede auf dem Marktplatz an Jungkunz überleitete, übernahm nicht nur der Schützenmeister, sondern auch der amtierende Schützenkönig.

Der traditionelle Schützenauszug sei ein "ganz wichtiger Bestandteil unseres Festes", betonte Jungkunz unter anderem, bevor er die elf Musikkapellen und 21 Gastvereine bat, "zügig Aufstellung zum Festzug durch die historische Altstadt" zu nehmen. Die war zwar rasch eingenommen, losziehen durfte die Schützen-Karawane allerdings noch nicht.


Feuerwehr statt Schützen

Statt bunter Uniformen flitzten nämlich plötzlich rote Feuerwehrwagen über die Amtsgerichtsstraße. Weit hatten diese es nicht. "In der Friesener Straße ist einer Frau die Haustür zugefallen. Weil aber das Essen auf dem Herd stand, bekam sie Panik und rief die Feuerwehr", erklärte die Kronacher Polizei auf FT-Nachfrage.

Die Feuerwehr sei dann mit einer Leiter auf den Balkon geklettert, von wo aus sie über die geöffnete Balkontür in die Wohnung kahmen.
Doch was wäre eigentlich gewesen, wenn es tatsächlich gebrannt hätte? Wenn die Meldung erst bekannt worden wäre, während die Schützen schon durch die Straßen ziehen? Kein Problem, beruhigt Stefan Wicklein, Pressesprecher der Kronacher Feuerwehr. Das regele sich von selbst, sobald die Sirene ertönt: "Außerdem sind rum um den Auszug mehrere Feuerwehr-Trupps im Einsatz, die die Strecke absichern!"

Den Zuschauern, die wie schon in den vergangenen Jahren die Straßenränder säumten, mussten allerdings nicht lange warten, ehe sich Jungkunz und sein Gefolge auf den Weg in Richtung Hofwiese machten.


Eine Liebeserklärung

In seiner Begrüßungsrede dankte Beiergrößlein den Schützen zuvor noch einmal dafür, dass sie ein Ereignis möglich machen, auf das sich "Jung und Alt schon Wochen und Monate im Voraus freuen". Das Freischießen sei eine "Liebeserklärung an ihre Heimat und die Menschen, die hier leben". Ein ebenso großer Dank gebühre ihnen auch dafür, Kompromissbereitschaft gezeigt und "um des lieben Friedens willen" auf die XXL-Nächte verzichtet zu haben.


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