Stockheim
Brücke

Wettlauf mit der Zeit gewonnen

Über das neue Bauwerk in Stockheim konnten am Sonntagabend - wie geplant ab 22 Uhr - wieder Züge fahren.
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Sonntag: Gleisstopfmaschine, Zweiwegebagger und Schotterpflug sind im Einsatz. Dann nahmen ab 16 Uhr Spezialisten Schweißarbeiten an den Schienen vor. Ab 22 Uhr konnten dann nach einer Pause von 120 Stunden die Züge wieder durch Stockheim fahren.  Foto: Gerd Fleischmann
Sonntag: Gleisstopfmaschine, Zweiwegebagger und Schotterpflug sind im Einsatz. Dann nahmen ab 16 Uhr Spezialisten Schweißarbeiten an den Schienen vor. Ab 22 Uhr konnten dann nach einer Pause von 120 Stunden die Züge wieder durch Stockheim fahren. Foto: Gerd Fleischmann
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Die stark frequentierte Eisenbahnverbindung München-Berlin ist nach 120 Stunden Unterbrechung am Sonntag ab 22 Uhr planmäßig wieder in Betrieb genommen worden. Die arbeitstechnisch aufwendige Aktion glich einem Wettlauf mit der Zeit, der wieder einmal mit Gründlichkeit gewonnen werden konnte. Der Grund des außerplanmäßigen Streckenstillstands: die Erneuerung des Brückenbauwerks aus dem Jahre 1904 im Bereich der Stockheimer Maxschachtstraße.
Nachdem am Donnerstagabend die vorgefertigte 1100 Tonnen schwere neue Brückenkonstruktion - sie ist über zehn Meter breit - mittels hydraulischer Kräfte eingeschoben wurde, kam es dann am Freitag, Samstag und Sonntag zum baulichen Endspurt, der alles von den Bautrupps abverlangte, denn es galt schließlich, den vorgegebenen Zeitplan einzuhalten.
Vor allem erforderte die Bahnkörperaufschüttung einen Tag- und Nachteinsatz, und dies bei einem Gewitter mit heftigen Regenfällen! Die Zwischenlagerung des beachtlichen Materialbedarfs für die Auffüllung der Baugrube erfolgte auf dem Gelände der Stockheimer Firma ASS-Einrichtungssysteme im ehemaligen Bahnbereich. Und dies war für die Organisatoren aus logistischer Sicht ein Glücksfall. Zusätzlich wurde Altmaterial - teils aus der Zeit vor 1863 - in unmittelbarer Nähe des Bahnkörpers auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischengelagert.
Der Schwerpunkt der Arbeiten lag am Samstag bei der Wiederherstellung des Bahnkörpers. Und am Sonntag erfolgten dann Schotterung und Schienenverlegung. Dazu waren vor allem ein Zweiwegebagger - er kann auf dem Gelände oder auf der Schiene fahren - die Gleisstopfmaschine - übrigens ein Wunderwerk der Technik - sowie der Schotterpflug erforderlich.
Gegen 16 Uhr begannen Fachkräfte die aufgetrennten Schienen wieder zu verschweißen. Gegen 22 Uhr war dann großes Aufatmen bei den Verantwortlichen angesagt, als die Bahnlinie wieder freigeschaltet werden konnte.
Damit ist der Stockheimer Bau der Eisenbahnüberführung noch lange nicht beendet, denn es müssen noch einige tausend Kubikmeter Erdreich, Steinmaterial sowie T-Träger abtransportiert werden. Krönender Abschluss ist dann der Straßenausbau. Die Verkehrsfreigabe kann sich bis Mitte Oktober hinziehen, so die Einschätzung der Fachleute.

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