Kronach
Bilanz

Wetter spielt den Kronacher Badegästen Streiche

Nach einem guten Start in die Freibadsaison verzeichnete das Crana Mare in Kronach im Sommer einen herben Einbruch bei den Besucherzahlen. Schuld ist das Wetter. Das Hallenbad ist seit Kurzem wieder geöffnet. Dort wurde viel gearbeitet, um das Badevergnügen in der kalten Jahreszeit zu gewährleisten.
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Foto: Archiv
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Der Regen ist über Kronach hinweggezogen, die Sonne traut sich wieder hinter den Wolken hervor. Aber die Badegäste bleiben aus. Nur eine Handvoll Schwimmer wagt sich an diesem Nachmittag in die Becken des Kronacher Freibads. Die Luft ist einfach schon zu kalt.

Diese Situation bereitete Peter Maaß, Leiter der Stadtwerke, und Ralf Deuerling, Betriebsleiter des Crana Mare, nicht erst in den letzten Tagen des August Kopfzerbrechen. Dabei hätte 2014 für das Bad alles so gut laufen können. "Bis Mitte/Anfang Juli waren wir zufrieden", erinnert sich Deuerling etwas wehmütig an einen Saisonstart nach Maß. "Bis Juli hatten wir das zweitbeste Ergebnis der vergangenen fünf, sechs Jahre erreicht", bestätigt Peter Maaß die Aussage des Betriebsleiters.
"Danach kam der Einbruch - aber für alle Freibäder."

Ab Mitte/Ende Juli trübte das unbeständige, teilweise regnerische, teilweise auch kühle Wetter die Hoffnungen auf eine lukrative Freibadsaison. "2013 war es genau andersherum", erklärt Deuerling. Dass der Hochsommer heuer jedoch gerade in den Sommerferien auf sich warten ließ, verschärfte die Situation.

Gemerkt hat man die Witterung nicht nur bei der Zahl der Badegäste, sondern auch beim Energieverbrauch. Wo die thermische Anlage des Crana Mare normalerweise fast im Alleingang für die Beheizung der Becken sorgen kann, mussten in den vergangenen Wochen rund 80 bis 90 Prozent dieses Energiebedarf mit Zukäufen gedeckt werden. "Unsere Anlage ist effizient", erklärt Maaß, "aber jetzt fehlen einfach die Sonnenstunden." Und Deuerling ergänzt, dass bei Nächten mit Temperaturen von um die sieben Grad auch viel Wärme über die Oberfläche der Becken verloren gehe.


Wann endet Freibadsaison?

In der Folge machte man sich schon in der vergangenen Wochen intensive Gedanken, wie die Freibadsaison zu Ende gebracht werden soll. Einschränkungen des Badebetriebs - etwa beim Erlebnisbecken - oder auch eine frühere Schließung standen zur Debatte. Bis zum Wochenende war noch nicht klar, ob gar schon am Montag, 1. September, die Tore für dieses Jahr geschlossen werden. Wie Maaß festhielt, wolle man die Wetterprognosen im Auge behalten, genau Abwägen und sich eine kurzfristige Entscheidung vorbehalten.

Finanziell steht für das Crana Mare heuer auf alle Fälle ein höheres Defizit an, als in den vergangenen Jahren. Das liegt aber nicht an den fehlenden Besuchern, sondern an intensiven Arbeiten am Bad. "Das war ein geplanter Mehraufwand", stellt Maaß fest.


Große Investition

Während der Schließung des Hallenbades ist heuer noch mehr angepackt worden, als in den Vorjahren. Zusätzlich zu den Standardarbeiten während der Pause wurden die Lüftungsanlage für das Erlebnisbad und die Wasserschiene für den Bereich Duschen/Sanitär erneuert. Insgesamt verursachen diese Maßnahmen, die zum Teil auch noch im Freibad durchgeführt werden, Kosten von rund 145.000 Euro.

Das inzwischen wieder geöffnete Hallenbad wurde jedoch nicht nur wegen dieser Arbeiten acht Wochen lang geschlossen - was gerade angesichts des schlechten Badewetters einige Kritik hervorgerufen hat. "Die acht Wochen Schließung sind Fakt", betont Deuerling. Maaß erläutert, dass dies eine Vorgabe des Stadtrats sei, die auch mit dem Haushaltssicherungskonzept zusammenhängt. "Wir müssen schließen!"

Lediglich der Zeitraum der Schließung kann von den Stadtwerken beeinflusst werden. "Aber egal, wie man die Pause legt, irgendjemanden passt sie nicht", stellt der Stadtwerke-Leiter fest. "Die Alternative wäre heuer eine Schließung zu Pfingsten statt danach gewesen - und dann hätten wir die gleiche Diskussion gehabt." Und mal eben schnell umdisponieren und wieder aufschließen gehe beim Hallenbad eben auch nicht. Dazu sagt Deuerling: "Die Technik wird total zerlegt, und die Wasserqualität passt in dieser Phase auch nicht." Die ungünstige Lage der Ferientermine und die schlechte Wetterentwicklung im Sommer haben den Verantwortlichen für das Bad vor diesem Hintergrund heuer alles andere als in die Karten gespielt.

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