Ludwigsstadt
Jubiläums-Fasching

Western-Feeling beim Ludschter Fasching

Beim großen Faschingsjubiläum entzündeten die "Ludschter Foasenachter" (Lufos) an zwei Tagen ein mehrstündiges knallbuntes Feuerwerk der Heiterkeit.
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Das Abschlussbild des "Herzstücks der "Lufos" stand heuer ganz im Zeichen des Wilden Westens.Heike Schülein
Das Abschlussbild des "Herzstücks der "Lufos" stand heuer ganz im Zeichen des Wilden Westens.Heike Schülein
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Der Lohn für das humoristische Feuerwerk: zwei Mal volles Haus in der Hermann-Söllner-Halle und begeisterte Gäste! Und eins steht fest: Die diesjährige Ludschter "Foasenacht" wird in die Geschichte eingehen. Akteure in Topform machten mit einem stimmungsgeladenen Programm dem Motto "Zwanzich - un noch lang nee ranzich!" wahrlich alle Ehre. Durch den Abend führten Paul und Andy, die auch in ihren Moderationen das schöne Jubiläum aufgriffen.
Salz in der Suppe eines jeden Büttenabends sind natürlich die Büttenreden. In Ludwigsstadt gibt es gleich mehrere meisterhafte Wortakrobaten. Hierzu zählt zweifelsohne der achtjährige Bruno, der von seinen Erfahrungen als Kleintierzüchter berichtete - so unter anderem, dass seine Schildkröten den ganzen Tag über Geschlechtsverkehr hatten. Mehr Freude bereiteten ihm seine Wachteln, bevorzugt in Speckmantel und Selleriebrüh - fertig ist das Heiligabend-Menü! "Kleintierzucht ist gar nicht so schwer, wenn nur das Ausmisten nicht wär", resümierte er, und ergänzte: "Sind die Stiefel voller Scheiße, putzt sie die Oma - dankenswerterweise." Das Publikum tobte - wie auch bei seinen pickelharten Trinksprüchen, die er den ganzen Abend über raus haute. Beispiele gefällig? "Zwei Schwiegermütter gingen baden in einem See in Berchtesgaden. Die eine ist gleich ersoffen, von der anderen woll'n mehr's hoffen!" oder auch "Was ist ein Mann ohne Beine? Ein Sackhüpfer!"
Er darf bei keinem Büttenabend fehlen: Bruder Barnabas (Marc Bayerlein). Der Gottesmann enttäuschte auch heuer nicht: Genüsslich-süffisant feuerte er einen rotzfrechen Seitenhieb nach dem anderen ab. "Steilvorlagen" hierfür hatte er ja auch mehr als genug. Besonders die Zornesröte ins Gesicht trieb ihn das Verhalten eines Anwohners, aufgrund dessen Beschwerden der von Schülern als Zeitersparnis genutzte Steig zum Bahnhof zeitweise gesperrt wurde. "Man sollte eine Aussichtsplattform installieren mit einer Aussicht "Zum freundlichen Nachbarn", Bratwürste braten, Tische und Bänke aufstellen und Feste feiern. Hauptsache, er ärgert sich", wetterte er. Aber auch die Kreisstädter "lobte" er. Nach dem Umzug der FOS nach Kronach hätten diese festgestellt, dass das hierfür angedachte Gebäude in der Loewe gar nicht die Brandschutzbestimmungen erfüllt. "In Kronach leuchtet es halt nur einmal circa eine Woche im Jahr", lästerte er.
In Ludwigsstadts Innenstadt dagegen werde die Champs-Élysées des nördlichen Frankenwalds - sprich die Lauensteiner Straße - samt seiner Wallstreet mit den großen Finanzzentren jede Nacht prachtvoll illuminiert. Verwundert stellte er fest, dass "Steämich" 1981 zunächst 500. sowie im vergangenen Jahr 600.  Ortsjubiläum gefeiert habe. Gehe dies so rasant weiter, könne Bürgermeister Timo Ehrhardt in seiner Amtszeit noch das 1000. Jubiläum erleben.
Die Ebersdorfer schmückten sich gar mit einem Hafen - so verlautet auf der Einladung zum "Glühweintrinken am Hafen". Die paar Treppenstufen hinunter zur Taugwitz hätten mit einem Hafen so viel zu tun wie das Gewicht von manchem Stadtrat mit "Weight Watchers".
Weitaus weniger derb, vielmehr in kunstvoll arrangierten Reimen erzählte die Shakespeare-Gruppe die "Geschichte vom toten Mann". Dieser (Astrid Vetter) war gar nicht tot, sondern wollte nur die Liebe seiner Ehefrau (Manja Hünlein) testen. Leider mussten aber er wie auch seine entsetzten Freude (Julia Knauer und Daniel Leistner) feststellen, dass es mit der Liebe wohl doch nicht so weit her war. "Warum gutes Geld verschwenden?", meinte die Witwe, die den Verstorbenen mit einer Mistschubkarre zur nächsten Grube fahren und dort verscharren wollte.
Auf der Suche nach dem Traummann begab sich die "Herzblatt"-Gruppe - ebenfalls seit 20 Jahren fester Bestandteil der Büttenabende - unter Moderation von Helene Fischer (Ines Wohlfahrt). Zur Auswahl standen unter anderem der nicht mehr ganz taufrische Kurt, der Hufbauer sowie der "Meister Propper aus der Arnikastadt", Peter Goihl.
Ihre liebe Not mit einem Fahrkartenautomat (Eva Wohlfahrt) der Deutschen Bundesbahn mit Reisedialogsystem hatte Eva Jahn. Diese wollte eigentlich nur von "Ludschd" nach "Staabich" zur Geburtstagsfeier des Landrats fahren. Da der Automat leider des "Ludschderischen" nicht mächtig war, verlangte er für das Ticket 888,88 Euro.
Leider zum letzten Mal nach 20 Jahren trat Evi Heyder als "Tratschtante Hermine" in Erscheinung. Nachdem ihre Bank einen neuen Namen erhalten hatte, hob sie ihr ganzes Geld ab. "Man wird doch mal nachzählen dürfen", meinte sie.
Für ausgelassene Stimmung sorgten auch die Tanzauftritte, die von den "Ingwäonen" - kleinste Kampfeinheit der Lufos - schwungvoll eingeläutet wurden. Gleich zwei Nachwuchs-Tanzgruppen leitet Nina Häring: Die jüngsten Akteure des Abends tanzten sich durch ein 80er-Jahre-Medley, während die zauberhaften Rock'n'Roll-Tänzerinnen in die goldenen 60er entführten.
Das "oft kopierte, nie erreichte" Männerballett steppte gekonnt nach dem Vorbild von "Lord of the-Dance". Fester Bestandteil der Foasenacht sind die Schwarzlicht-Auftritte. Dieses Mal sorgten gleich 20 Mitwirkende für faszinierende Effekte. "Nach oben" ging es für drei singende Engel (Eva Jahn, Evi Heyder und Domi Baumann). Moderator Paul stimmte mit Unterstützung von Tobias vom Rennsteig-Duo das "etwas" ungewöhnliche Lied von Hape Kerkeling "Winterzeit in Wien" an. Das alljährlich mit großer Spannung erwartete Abschlussbild der Büttenabende stand ganz im Zeichen des Wilden Westens. Dabei tanzte und steppte sich das "Herzstücks der Lufos" durch eine Reihe Western-Melodien, inklusive akrobatischer Sprünge! Gemeinsam wurde beim großen Finale das Lufo-Lied angestimmt, bevor das Rennsteig-Duo zum Tanz aufspielte.
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