Reitsch
Unfallgefahr

Wenn Schüler zu "Smombies" werden

Mit Aktionstagen an Schulen wie jetzt in Reitsch wird auf die Gefahr durch die Benutzung von Smartphones im Straßenverkehr aufmerksam gemacht.
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Die "Smombie"-Brille verdeutlicht, dass man mit dem Blick aufs Smartphone praktisch wie blind am Straßenverkehr teilnimmt.K.- H. Hofmann
Die "Smombie"-Brille verdeutlicht, dass man mit dem Blick aufs Smartphone praktisch wie blind am Straßenverkehr teilnimmt.K.- H. Hofmann
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Sie gehen blind und gehörlos durch den Straßenverkehr, das ist ein gefährlicher Trend. Deshalb fand im Schulgebäude Reitsch der Grundschule Stockheim der Auftakt zu einem bayernweiten Pilotprojekt für Prävention im Straßenverkehr statt. Motto: "Finger weg vom Smartphone im Straßenverkehr! Smombies sind eine Gefahr!"

In Zusammenarbeit zwischen dem staatlichen Schulamt im Landkreis Kronach, der Kreisverkehrswacht Kronach und den beiden Polizeiinspektionen Kronach und Ludwigsstadt gibt es "Aktionstage gegen Smartphonebenutzung". Diese wenden sich besonders an Grundschüler der vierten Klassen, die in wenigen Wochen an eine weiterführende Schule wechseln werden.


Beispielhaftes Projekt

Die Auftaktveranstaltung fand an der Grundschule Stockheim im Schulgebäude Reitsch mit großen Bahnhof auch von Ehrengästen statt. Zu diesem bayernweit einmaligen und beispielhaften Projekt das sich über drei Tage erstreckt, freute sich Rektorin Astrid Kestel besonders etliche Bürgermeister aus den Schulstandorten im Landkreis Kronach begrüßen zu können. Insbesondere Landrat Klaus Löffler, Schulrätin Kerstin Zapf vom staatlichen Schulamt Kronach, den Polizeivizepräsidenten von Oberfranken, Udo Skrzypczak, die Leiterin des Seminars Bayern, Anne Rauch, Polizeihauptkommissar Dieter Kluske, Abteilungsleiter für Präventionsarbeit am Polizeiverwaltungsamt in Straubing. Sie alle betonten, wie wichtig die Präventionsprojekte für Verkehrssicherheit in Bayern sind.


Über 3000 Autofahrer erwischt

"Vor- und Rücksicht sind die wichtigsten Verkehrsregeln, die aber bei Smartphonenutzung außer Kraft gesetzt werden", mahnte Polizeivize Skrzypczak. Allein im vergangen Jahr wurden von der Polizei in Oberfranken über 3000 Autofahrer mit Handy am Ohr erwischt, das sind keine Vorbilder, betonte er. Mit ihrer Anwesenheit wollen sie ein Zeichen der Wertschätzung setzen, wenn sich Schulen und Lehrer, wie Förderlehrer und Verkehrserzieher Siegbert Jakob und die Rektorin Astrid Kestel, dieser Aufgabe annehmen und ein solches Projekt an der Schule durchführen.

Oft ist der Übertritt von der Grundschule zur weiterführenden Schule selbstverständlich mit der Neuausstattung eines Smartphones verbunden. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die neuen Schulwege "blind" gelaufen werden. Der Blick auf das neue Smartphone verhindert ein bewusstes Abgehen des Schulweges. Viele Smartphonenutzer trotten verantwortungsbewussten Kindern hinterher.

Um dieses zu vermeiden, ruft die Kreisverkehrswacht Kronach, zusammen mit dem Staatlichen Schulamt Kronach und den beiden Polizeiinspektionen die Aktionstage gegen Smartphonebenutzung ins Leben. "Wir wollen verhindern, dass unserer Kinder blind durch die Gegend laufen und sich der Gefahr bewusst werden, die überall auf sie lauert, wenn sie den Blick aufs Smartphone richten und nicht auf den Straßenverkehr schauen."

Etwa an die 130 Viertklässler aus der Lucas-Cranach-Grundschule Kronach und der Grundschule Stockheim nahmen an der Auftaktveranstaltung teil. Weitere über 200 Grundschüler sind aus den Schulen Windheim, Wilhelmsthal, Mitwitz, Teuschnitz, Pressig, Ludwigsstadt, Marktrodach, Küps, Wallenfels, Nordhalben und Tettau für die nächsten beiden Tage angemeldet.

Sie werden an sieben Stationen an die Gefahren als Smartphonenutzer als Fußgänger im Straßenverkehr hingewiesen, und eindrucksvoll wird bewusst gemacht, welche Risiken wirklich lauern. Am Fahrradsimulator, an einem Lauf- und Kettcarparcour mit Kopfhörern, mit einer Filmvorführung, einem Reaktionstest, der "Toter Winkel"-Demonstration und schließlich auch Erste Hilfe-Leistung.

Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Kronach, Roland Pyka zeigte sich hocherfreut über dieses Projekt und die begeisterte Teilnahme der Schüler, denen es Spaß machte, aber die durchaus auch den Ernst der Lage erkannten und viel für ihre erste Kontakte auf dem Schulweg in Kronach behalten werden. "Smombies" haben nichts beim Laufen oder Radfahren im Straßenverkehr zu suchen, sie sind eine Gefahr.

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Die Bilder zeigen: 1) Musik über Ohrenknopf oder Kopfhörer vom Smartphone hören ist wie gehörlos am Straßenverkehr teilzunehmen. Dies demonstrierte PHK Verkehrserzieher Heiko Sesselmann mit Geräuschsimulationen (Leinwand im Hintergrund) von verschiedenen Fahrzeugen im Straßenverkehr die von den Schülern teils gar nicht teils nur sehr spät wahrgenommen wurden.
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2) Auch das Radfahren bedarf größter Konzentration auf den Verkehrsfluss, ein Smartphone hat beim Radfahren nichts verloren.
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3) Die Smombie- Brille verdeutlicht, dass man mit Smartphonebenutzung in der Hand praktisch wie blind am Straßenverkehr teilnimmt.
Fotos: K.- H. Hofmann
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