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Kronach
Fachkräftemangel

Wenn Koch und Kellner fehlen

Wegen des Fachkräftemangels in der Hotellerie und Gastronomie (Hoga) hatte die Agentur für Arbeit Bamberg/Coburg ins "Café Kitsch" eingeladen.
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Sie sind Ansprechpartner, wenn es um die Werbung von Mitarbeitern aus dem Ausland geht oder um die Beschäftigung von Flüchtlingen in der Hotellerie und Gastronomie (von links): Eva Rattinger, Anna Brauersreuther und Yvonne Waurig-Schneider.Veronika Schadeck
Sie sind Ansprechpartner, wenn es um die Werbung von Mitarbeitern aus dem Ausland geht oder um die Beschäftigung von Flüchtlingen in der Hotellerie und Gastronomie (von links): Eva Rattinger, Anna Brauersreuther und Yvonne Waurig-Schneider.Veronika Schadeck
Allgemein geht es nicht nur um die sinkende Zahl von Bewerbern und die Gründe dafür, sondern auch zunehmend um den Wertewandel im Arbeitsleben der jüngeren Generation wie sinnvolle Beschäftigung, Work-Life-Balance. Wie kann sich die Gastronomie diesen neuen Herausforderungen stellen, wie kann diese Branche als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden. Welche Maßnahmen beziehungsweise Veränderungen sollten durchgeführt werden, um beim Wettlauf um Talente zu den Siegern zu gehören? Darum ging es am Dienstagvormittag unter anderem bei der Veranstaltung, zu der heimische Gastronomen eingeladen waren.
Eva Rattinger vom Arbeitgeberservice wies darauf hin, dass für die bevorstehende Saison im Frankenwald viele Betriebe wieder Köche, Service- und Hilfskräfte suchen. Aufgrund der Vollbeschäftigung auf dem Arbeitsmarkt sei es für Gastronomen zunehmend eine Herausforderung, ihren Personalbedarf ausreichend zu decken. Der Teamleiter vom Arbeitgeberservice Kronach/Lichtenfels/Coburg, Jürgen Wagenbach, sprach von drei möglichen Versuchen, mit denen Arbeitgeber die Problematik bezüglich des Arbeitskräftemangels angehen könnten.
Zum einen gehe es um eine bessere Außendarstellung. Diese könnte beispielsweise darin bestehen, dass man als Gastronom auf seiner Homepage nicht nur die Speisekarte veröffentlicht, sondern sich auch als attraktiven Arbeitgeber auszeichnet. Beispielsweise indem er sind Gesundheitsmanagement aufführt und seine freien Stellen beschreibt. Weiterhin sehen die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in der Gewinnung von ausländischen Mitarbeitern, beispielsweise aus EU-Ländern, Chancen, den Arbeitsmarkt in dieser Branche zu beleben. Zudem, so meinte der Teamleiter des Jobcenters Kronach, Jochen Wich-Herrlein, biete die Gastronomie gute Möglichkeiten, dass geflüchtete Menschen Fuß fassen. Beispielsweise könnten Aushilfsjob oder Praktika eine berufliche Orientierung oder eine Vorbereitung für eine Ausbildung in der Gastronomie sein. Vielleicht bringen einige Fachwissen aus ihren Heimatländern mit und könnten somit die Vielfalt der gastronomische Küche erweitern Im Landkreis befinden sich seinen Worten zufolge über 100 Flüchtlinge in Arbeit und zwar in der Industrie und im Handwerk. Insgesamt gibt es 235 arbeitslose anerkannte Flüchtlinge. 75 davon stünden aktuell für eine Arbeitsaufnahme zur Verfügung. Sie haben einen Sprachkurs absolviert und kämen für eine Beschäftigung in der Hotellerie und Gastronomie (Hoga) in Betracht. Bisher sind zwei Flüchtlinge in dieser Branche tätig.
Im Rahmen der Veranstaltung informierte Anna Braunersreuther vom internationalen Personalservice der Bundesagentur für Arbeit über ihr Serviceangebot und die Vermittlungsmöglichkeiten. Unter den vielen Arbeitgebern aus der Hoga-Branche war auch Claudia Bethke zugegen, die zusammen mit ihrer Schwester Kerstin Bär, das "Hotel Wasserschloss" in Mitwitz führt. Zwölf Mitarbeiter seien in fester Anstellung, hinzu kommen Aushilfskräfte. Wie sie berichtet, habe sie bisher gute Erfahrungen mit "Mitarbeitern mit ausländischen Wurzeln" gemacht. Zudem habe sie auch von deren Sprachkenntnissen profitiert. "Die Hotellerie ist international!". Sie wollte sich bei dieser Veranstaltung nicht dahingehend informieren, was sie künftig tun müsse, um auf genügend Mitarbeitern zurückgreifen zu können, sondern sie auch die Gelegenheit genutzt, die entsprechenden Ansprechpartner der Agentur für Arbeit persönlich kennen zu lernen.
Wie Eva Rattinger erklärte, könne sie sich durchaus vorstellen, weitere Veranstaltungen durchzuführen. Sie wies darauf hin, dass sich jeder interessierte Arbeitgeber in dieser Branche unentgeltlich und unbürokratisch an sie wenden könne. Sie und ihre Kollegen seien gerne bereit, hier unterstützend mitzuwirken, sei es - und darüber referierte Anna Braunersreuther vom internationalen Personalservice der Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg, wenn es um Fragen geht: "Wie bekommt mein zukünftiger Mitarbeiter eine Arbeitserlaubnis? Wo wird diese beantragt? Wie gestalten sich die Verfahrensabläufe? Solche Veranstaltungen, die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Branche und der Arbeitsagentur sowie eine attraktive Außendarstellung eines gastronomischen Betriebs, das Werben um ausländische Mitarbeiter und Flüchtlingen, sei durchaus eine Chance, dem Fachkräftemangel in der "Hoga" entgegenzuwirken, resümierte der Teamleiter des Arbeitgeber-Service Kronach/Lichtenfels/Coburg, Jürgen Wagenbach. Aber: "Es gibt keinen Königsweg!". Nicht zuletzt deshalb verttitt Jochen Wich-Herrlein die Auffassung, dass man gemeinsam versuchen sollte, den Mitbürgern "die Gastronomie als Alternative zu Industrie und Handwerk schmackhaft zu machen!". Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, kann sich an Eva Rattinger (Tel. 09261/6002-42 oder E-Mail: kronach.141-arbeitgeberservice@arbeitsagentur.de) wenden, oder auch an Yvonne Waurig-Schneider, Jobcenter Kronach/Flüchtlinge (Tel. 09261/5044175).

Offene Stellen
Im Landkreis Kronach stehen derzeit 20 offenen Stellen 22 Arbeitssuchende in der Hotel- und Gaststättenbranche gegenüber. Die Zahl der Sozialversicherungsbeschäftigten betrug im Jahr 2017 insgesamt 435, darunter waren 293 Frauen. Zudem standen insgesamt 762 geringfügig entlohnte Beschäftigte in Arbeit, darunter waren 541 Frauen.
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