Kronach
Betreuungsnetzwerk

Wenn der Alltag ins Wanken gerät

"Lebensqualität für Generationen" heißt das Projekt, das seit sieben Jahren Mitarbeitern von Unternehmen hilft, unerwartete Familiensituationen zu meistern. Auch Steffen Potsdata hat davon schon profitiert.
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Das Vorstandsmitglied der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Steffen Potsdata, ist vom Betreuungsnetzwerk "Lebensqualität für Generationen" überzeugt. LQG ist sowohl für Mitarbeiter als auch für Unternehmen mit Vorteilen verbunden. Veronika Schadeck
Das Vorstandsmitglied der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Steffen Potsdata, ist vom Betreuungsnetzwerk "Lebensqualität für Generationen" überzeugt. LQG ist sowohl für Mitarbeiter als auch für Unternehmen mit Vorteilen verbunden. Veronika Schadeck

Es ist nun knapp sieben Jahre her, als das Betreuungsnetzwerk Lebensqualität für Generationen (LQG) durch den BRK-Kreisverband Kronach und die Gemeinde Steinbach am Wald ins Leben gerufen wurde. Die Sparkasse Kulmbach-Kronach war neben Gerresheimer Tettau, Rauschert Steinbach, Wiegand-Glas Steinbach von Anfang an mit dabei.

Das Vorstandsmitglied der Sparkasse, Steffen Potstada, zieht nun Resümee. Er ist einer, der LQG sowohl als Privatmann als auch als Arbeitgeber beurteilen kann. "Es kann schneller gehen als man denkt", blickt Steffen Potsdata zurück.

Steffen Potsdata und seine Frau freuten sich auf ihr zweites Kind, als plötzlich in der Schwangerschaft Komplikationen auftraten. Der Arzt verordnete Beschäftigungsverbot und viel liegen. Ein Schock! Denn neben der Sorge um das ungeborene Kind schien der sonst gut organisierte Alltag zu einem unüberwindbaren Berg zu werden. Die Familie Potsdata war auf der Suche nach einer Unterstützung im Haushalt, die sich um die täglichen Dinge wie Bügeln, Putzen etc. kümmerte.

Steffan Potsdata befasste sich mit dem Gedanken, Auszeit vom Job zu nehmen, um bei seiner Familie sein zu können. Dann kam ihm die Idee, Rat bei der Generationenmanagerin von LQG, Antje Angles, zu suchen.

Diese habe sich sofort gekümmert, schwärmt der junge Mann. Binnen kürzester Zeit kam eine Hilfe ins Haus, um die Familie Potsdata zu unterstützen. "Sie passte zu uns haargenau!" Und: "Alleine hätten wir das nie geschafft!" In diesem Zusammenhang spricht Potsdata davon, dass Antje Angles und ihr Team auf Netzwerke zurückgreifen können. Sie wüssten, wen und wann sie Dienstleister anrufen könnten. Als Privatmensch habe man solche Kontakte nicht, zudem befinde man sich - wenn man Hilfe benötige - in einer Grenzsituation.

Seit über zehn Jahren ist Steffen Potsdata bei der Sparkasse beschäftigt. Als er zum ersten Mal von LQG hörte, kam ihm das Ganze erst einmal abstrakt vor. Mittlerweile sagte er: "LQG ist für uns als Wirtschaftsunternehmen ein Teil der Wertschöpfungskette!"

Und er erklärt aus Sicht eines Arbeitgebers den Vorteil von LQG. Derzeit beschäftige das Geldinstitut 501 Mitarbeiter. Im Jahre 2018 haben 78 Mitarbeiter die Hilfe des Betreuungsnetzwerks angenommen. 30 Mal ging es dabei um die Betreuung von Kindern, um Ferien- und Randzeitenbetreuung.

Insgesamt 27 Mal suchten Mitarbeiter im Pflegebereich Rat. Es ging dabei um die ambulante Pflege, um Kurzzeit- und um die stationäre Pflege. Weiterhin holten sich 21 Mitarbeiter Hilfe, als es um Demenz, soziale Beratung, Hausnotruf sowie hauswirtschaftliche Dienstleistungen ging.

Potsdata ist überzeugt, dass durch die Hilfestellungen, die bei LQG den Arbeitnehmern der beteiligten Betriebe gegeben werden, die Unternehmen profitieren. Es fallen wesentlich weniger Ausfallzeiten von Mitarbeitern an, die plötzlich mit veränderten Familiensituationen konfrontiert werden und deren Alltag dabei aus dem Gleichgewicht gerät. Außerdem: Aufgrund dessen, dass sie sich auf die Hilfe von Antje Angles und ihr Team verlassen können, seien auch die Belastungen weniger und dies wiederum wirke sich auf die Leistungsfähigkeit aus.

Auch sein Vorstandskollege Georg Löffler nahm die Hilfe von LQG in Anspruch. Bei ihm ging es um die Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz für seine Mutter. Diese sind rar. Auch hier konnte dank LQG binnen weniger Tage ein Platz gefunden werden. "Unser Leistungsumfang wächst mit den Anfragen der Mitarbeiter", sagt die Generalmanagerin, Antje Angles. Mittlerweile hat LQG neben der Kindernotfallbetreuung NIKO die Vermittlung von hauswirtschaftlichen Dienstleistungen aufgebaut sowie die Organisation von Dienstleistungen über den Landkreis hinaus erweitert. 2018 gab es bei LQG 284 Anfragen im Pflegebereich, 328 im Bereich "soziale Beratung" und 689 Anfragen bezüglich der Betreuung von Kindern. Für sie und ihr Team sei die bundesweite Auszeichnung "Demografie Kompetenz Award 2018" Anerkennung und Ansporn, so weiterzumachen.

Info: Darum geht es bei LQG

Netzwerk Mit dem Betreuungsnetzwerk "Lebensqualität für Generationen" soll zum einen der demografischen Entwicklung entgegengewirkt werden. Das knappe Gut "Mitarbeiter" soll den Betrieben möglichst lange erhalten bleiben. Weiterhin will man mit LQG die Attraktivität der teilnehmenden Unternehmen und auch der Region stärken.

Konzept Das durchgängige Dienstleistungs- und Beratungskonzept beinhaltet Randzeitenbetreuung, Kinderkrippe und -garten, Essensversorgung, Ganztagesbetreuung, Berufsvorbereitung Beratung Arbeitgeber/-nehmer. Beratung Sozialgesetze, Lebensgestaltung, Hausnotruf, Betreuter Fahrdienst, Betreutes Wohnen, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenheime.

Partner sind Schulen, Kindergärten, Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Vereine

und private Dienstleistungsbetriebe.

Mitglieder Mittlerweile sind bei LQG 20 Unternehmen und vier Kommunen Mitglied. Somit können über 11 000 Arbeitnehmer die Hilfe von LQG in Anspruch nehmen.



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