Kronach
Konsum

Weniger Süßes, mehr Wert: das Geschäft rund um den ersten Schultag in Kronach

Der Erste Schultag ist für die Kinder etwas ganz Besonderes. Für den Handel ist er ein Tag, der den Umsatz nach oben treibt. Dabei gibt es neue Trends.
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Einschulungstische gab es heuer erstmals in der Weka. Foto: Andreas Schmitt
Einschulungstische gab es heuer erstmals in der Weka. Foto: Andreas Schmitt

Nur noch fünf der insgesamt ein Dutzend Tische standen am Tag vor dem Schulstart. Und die Bücher und Spielsachen darauf ließen einige Lücken erkennen. "Die Aktion wurde von den Kunden sehr gut angenommen. Viele wollen nicht so viele Süßigkeiten für die Kinder", sagt Guido Raddatz, Einkäufer der Spielwarenabteilung des Kronacher Weka-Kaufhauses, über die 2018 erstmals aufgestellten Einschulungstische.

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Das Prinzip: Wie bei Hochzeiten oder Geburtstagen suchen sich die zu Beschenkenden Waren aus, legen sie auf den Tisch und erzählen Bekannten und Verwandten davon. Die Schenkenden wählen dann vom Tisch aus. Dadurch wird ausgeschlossen, etwas zu kaufen, was der angehende Erstklässler nicht mag oder schon hat. "Es ist für die Kunden und für uns gut", sagt Raddatz. Die Weka schenkt den Kindern sogar einen Gutschein im Wert von zehn Prozent der verkauften Ware.

Überhaupt ist der Schulstart im Kaufhaus ein großes Thema. "Wir kriegen mit, dass über die Jahre immer mehr gekauft wird und man den Kindern etwas bieten möchte. Auch die Schulanfangsfeiern werden wohl immer größer", erzählt Raddatz.

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Die Weka hat deshalb eine Sonderverkaufsfläche. "Für die Schreibwarenabteilung ist der September der Jahreshöhepunkt." Und zwar vor und nach dem ersten Schulalltag. Raddatz: "Ab Dienstagmittag bis zum Wochenende, wenn die größeren Schüler ihre Materiallisten abarbeiten, ist hier die Hölle los."

30 bis 50 Euro pro Einkauf

Doch nicht nur das Kaufhaus, auch Fachhändler haben derzeit Hochkonjunktur. "Der Schulanfang ist wichtiger als Weihnachten oder die Kommunion", sagt Rosemarie Wunder, Geschäftsführerin von Schreibwaren Hauguth am Güterbahnhof.

Größten Absatz finden klassische Schultüten-Produkte. Aber auch Schutzengel oder Schlüsselanhänger werden gut gekauft. Wunder: "Zwischen 30 und 50 Euro geben die Kunden im Schnitt bei uns aus."

Bernd Ohlmann, Pressesprecher des Handelsverbands Bayern, beobachtet im Freistaat vor allem drei Tendenzen. "Der Fachhandel verliert Marktanteile an Drogerien und Discounter", beschreibt er den Trend, dass Eltern Standard-Schulprodukte auf Vorrat kaufen, wenn sie irgendwo im Angebot sind.

"Außerdem findet der erste Schultag verstärkt im Internet statt." Etwa jedes zehnte Produkt gehe über keinen Ladentisch. "Und es wird immer mehr Geld ausgegeben." Die Bayern gäben jedes Jahr vier Prozent mehr für den Schulstart aus als im Jahr zuvor. Im Schnitt mindestens 150 Euro.

Wie sich Familie Götz aus Gehülz auf den ersten Schultag vorbereitet hat und wie sich Mutter und Großmutter an diesen zurückerinnern, lesen Sie im infrankenPlus-Artikel hier.



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