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Stockheim
Test

Wehren proben in Stockheim den Ernstfall

Rund 180 Einsatzkräfte trainierten am Samstag das Vorgehen bei einem Austritt von Gefahrstoffen.
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Die Einsatzkräfte bereiten eine kontaminierte Person für den Abtransport vor. Fotos: Veronika Schadeck
Die Einsatzkräfte bereiten eine kontaminierte Person für den Abtransport vor. Fotos: Veronika Schadeck
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Eine Feuerwehrübung in dieser Art gab es seit über zehn Jahren nicht mehr. Das Thema lautete "CBRNE". Dieses Wort steht für chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosionsgefährliche Einsätze. Die Komplexität besteht darin, dass verschiedene Fachdienste und Behörden miteinander zusammenarbeiten müssen. Die Einsatzabschnitte müssen ineinandergreifen, um schnellstmöglich Hilfe leisten zu können. Dabei werden hohe Ansprüche an die Beteiligten gestellt. Das kann unter anderem in der Gefährlichkeit der austretenden Stoffe begründet sein.

Der Ernstfall wurde am Samstag auf dem Firmengelände der Firma ASS unter Anwesenheit vieler Zuschauer geprobt. Ziel der Übung war es, das Zusammenwirken in einer solchen, nicht alltäglichen Lage zu testen, um mögliche Schwachstellen zu erkennen und zu beheben. Rund 180 Einsatzkräfte von Feuerwehren, BRK und ASB waren mit rund 30 Fahrzeugen vor Ort.

Seit dem Frühjahr vorbereitet

Initiator Christian Lieb, der für den Bereich Atem-, Strahlen- und Chemieschutz bei der Feuerwehr Kronach verantwortlich ist, hat viel Zeit und Engagement in diese Übung investiert. Seit dem Frühjahr hat er sich auf diese Übung vorbereitet. Er war es, der das "Drehbuch" dafür geschrieben hat.

Angenommen wurde ein Verladeunfall bei der Firma ASS, bei dem mehrere Personen mit einem Gefahrstoff kontaminiert wurden. Erst nach den Sofortmaßnahmen der örtlichen Feuerwehren stellte sich das ganze Schadensereignis dar. In der Folge mussten die Leckage eingedämmt sowie Verletzte und Einsatzkräfte dekontaminiert werden.

Aufgrund der erkannten Gefährdungssituation mussten die Trupps unter "Vollschutz" vorgehen. Sie trugen gasdichte Chemikalienanzüge der höchsten Schutzstufe. Zum Einsatz kamen vor allem Einheiten, die hierfür über eine spezielle Ausbildung und Ausrüstung verfügen. Darüber hinaus wurden alle Informationen zum ausgetretenen Stoff eingeholt.

Eine besondere Herausforderung des Szenarios war die Dekontamination der verletzten Personen vor dem Transport in die Klinik. Dass, so Christian Lieb, sei notwendig, um eine Verschleppung der Gefahrstoffe zu verhindern. Denn andernfalls könnte dies dazu führen, dass die Rettungsfahrzeuge und die Notaufnahmen der Kliniken nicht mehr einsatzfähig wären. Außerdem sei so eine Behandlung von Verletzten durch Sanitäter oder Notärzte in Schutzanzügen nur sehr eingeschränkt möglich. Um eine schelle Säuberung der Verletzten führt also kein Weg herum.

Was tun bei Kontaminierung?

Bei der Übung informierte Christian Lieb auch, was man tun kann, wenn man selbst von einem Gefahrstoff kontaminiert wird. Demnach sollte man schnell den Notruf wählen und die Kleidung ablegen. Soweit als möglich sollten betroffene Körperpartien selbst gereinigt werden. Das unangemeldete Aufsuchen von Arztpraxen oder Krankenhäuser sollte man meiden, denn sonst würde der Gefahrstoff verbreitet und andere Personen gefährdet.

"Was hier läuft mit Ehrenamtlichen, ist hochprofessionell", lobte der Stockheimer Bürgermeister Rainer Detsch. Und: "Das ist sehr beeindruckend". Detsch wies auf die Industrie in der Region hin. Nicht zuletzt deshalb seien derartige Übungen notwendig, um zu testen, ob die Arbeit und die Anweisungen der Führungskräfte der verschiedenen Rettungseinheiten ineinandergreifen. Seine Wertschätzung gegenüber den Einsatzkräften äußerte auch der weitere Stellvertreter des Landrats, Bernd Steger: "Der Landkreis ist gut aufgestellt."

Im Einzelnen waren an der Gefahrgutübung die Feuerwehren aus Stockheim, Pressig, Rothenkirchen, Wallenfels, Tettau, Kleintettau, Ludwigsstadt und Kronach beteiligt. Weiterhin war auch Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf dabei.

Der Rettungs- und Sanitätsdienst war mit dem BRK-Kreisverband mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt, der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung, der Sanitätseinsatzleitung, einem SEG Transport (Bereitschaft Teuschnitz und Mitwitz) sowie einer SEG Behandlung im Einsatz. Unterstützt wurden diese durch die Kollegen des ASB aus Kronach und Rothenkirchen mit zwei Fahrzeugen.

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