Nordhalben
Leerstand

Was wird aus den Polytec-Hallen in Nordhalben?

Die Firma Polytec möchte die Fabrik und Bürogebäude in Nordhalben loswerden. Mehr als 15.000 Quadratmeter Produktionshallen stehen seit Juli 2012 leer. Der Markt Nordhalben braucht Arbeitsplätze. Eine Lösung muss her.
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Vertreter aus der Politik treffen sich mit Mitarbeitern der Ansiedlungsagentur des Wirtschaftsministerium "Invest in Bavaria" und einem Vertreter der Firma Polytec. Fotos: Barbara Herbst
Vertreter aus der Politik treffen sich mit Mitarbeitern der Ansiedlungsagentur des Wirtschaftsministerium "Invest in Bavaria" und einem Vertreter der Firma Polytec. Fotos: Barbara Herbst
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Die Hallen sind dunkel, der Strom ist abgeschaltet. Es ist kalt und die riesigen Fabrikräume sind leer. Vor einem Jahr sind hier noch täglich 300 Autotüren gefertigt worden. 200 Mitarbeiter arbeiteten im 24-Stunden-Betrieb. Nun erinnert fast nichts mehr daran. Gestern huschte nur ein kleiner Trupp von Menschen durch die dunklen Hallen, wo einst fleißig produziert wurde.

Vertreter aus der Politik und der Ansiedlungsagentur des Wirtschaftsministeriums, "Invest in Bavaria", sowie der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft wollen, dass das Nichts in Nordhalben aufhört, sie wollen Leben ins Werk bringen und Arbeitsplätze im Markt Nordhalben schaffen
Die Polytec-Schließung war ein Schlag. 200 Mitarbeiter verloren ihre Arbeit. Bürgermeister Josef Daum (CSU) bedauert das sehr. Mehrere Firmenschließungen in Nordhalben lassen den Markt seit Jahren leiden.
Die Einwohnerzahlen gingen deutlich zurück.

Doch was war damals bei Polytec geschehen? Markus Huemer, Vizepräsident der Firma Polytec, spricht von sehr hohen Löhnen in Nordhalben, weit über dem Tarif, die nicht mehr zu halten gewesen waren. Damals wurden Gespräche mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat geführt, doch "es gab keinerlei Zugeständnisse". Die Firma zog die für sie logische Konsequenz und schloss den Standort. Versuche, die Immobilie loszuwerden, scheiterten. "Es ist unvermittelbar." Der Groll sitzt tief.

Vergangenheit ruhen lassen

Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach (CSU) möchte nicht mehr von "verschütteter Milch" sprechen und lieber über die Zukunft der Hallen diskutieren. "Wir wollen Ihren Privatbesitz mit Leben füllen." Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) lässt nicht locker. "Was kann ich tun, damit Sie wieder investieren?", fragt er Markus Huemer. Doch dieser bleibt bei seiner Meinung. Er sei zwar zu Gesprächen bereit, aber für Polytec gebe es keine Zukunft in Nordhalben. Doch was kann getan werden, damit andere investieren? Ansätze dazu liefert Patricia Callies, stellvertretende Leiterin von "Invest in Bavaria", eine Ansiedlungsagentur des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Man müsse dem Investor etwas bieten.

Ein erster wichtiger Schritt ist bereits getan: das Innovationszentrum in Kronach. Derzeit profitiert der Landkreis Kronach noch von einer Förderung, die für Unternehmer attraktiv ist. Doch diese endet dieses Jahr. Callies warnt deshalb davor, Förderungen alleine als Standortvorteil zu nennen. Sie seien nur für kurze Zeit. Man müsse aber dauerhaft attraktiv sein.

Wichtigste Argumente seien vorhandene Fachkräfte und Kompetenzen. Die hat Nordhalben, weiß der Bürgermeister. Insbesondere in der Automotive-Branche gibt es ausgebildete Fachleute. Viele von ihnen pendeln nach Thüringen oder in den Nürnberger Raum, um zu arbeiten. Doch viele Fachkräfte reichen nicht, wenn die Infrastruktur nicht stimmt. Hans Michelbach erklärt, dass sich dies in den kommenden Jahren verbessern soll.

Investor für die Fabrik gesucht

Alle sind sich einig, dass ein Investor aus der Region sehr sinnvoll ist. "Vielleicht kann sich eine andere Firma eine Expansion vorstellen", sagt Michelbach. Die Räume sind da. Wolfgang Puff, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturentwicklung, weist darauf hin, dass das Gelände auch groß genug wäre, um zwei Firmen darauf anzusiedeln. Noch laufe die Förderung, vielleicht finde sich dieses Jahr ein Investor, der davon noch profitieren könnte.

Alle Beteiligten möchten in Kontakt bleiben, um den Standort Nordhalben attraktiv zu machen und gemeinsam einen Investor zu finden.
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