Wallenfels
Historie

Wandern zu versunkenen Burgen bei Wallenfels

Von den mittelalterlichen Burgställen Hohenrod und Wallenrod auf den Schlossbergen bei Wolfersgrün und Mauthaus steht kein Stein mehr. Nur noch Ringwälle und Grabenreste erzählen von der Blütezeit einstiger Ritterherrlichkeit.
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Auf dem Schlossberg bei Wolfersgrün, im Lamitzgrund zwischen Langenau und Thiemitz, erinnern nur noch Ringwälle und Grabenreste an die Burg Hohenrod. Alexander Grahl
Auf dem Schlossberg bei Wolfersgrün, im Lamitzgrund zwischen Langenau und Thiemitz, erinnern nur noch Ringwälle und Grabenreste an die Burg Hohenrod. Alexander Grahl
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Die sagenhafte Geschichte der beiden versunkenen Burgen haben wir für unsere Leser in zwei Teilabschnitte gegliedert: "Das Nachtgespenst von Burg Hohenrod" und "Die Schatzgräber von Burg Wallenrod".

Burg Hohenrod

Wo abgeschiedene Täler als einzige Wege in den alten "Nortwald" führten, wurden einst Burgen und Befestigungen gebaut, die als militärische, ritterliche und verwaltungstechnische Stützpunkte die Macht der Landesherren sicherten, der Besiedelung und wirtschaftlichen Entwicklung dienten und Ausdruck für den Behauptungswillen des Volks gegen fremde Mächte und Wesensarten waren.

So entstanden auch die nicht weit voneinander entfernten Burgen Hohenrod und Wallenrod, die heute nur noch mit spärlichen Ringwällen und Grabenresten an die Blütezeit einstiger Ritterherrlichkeit erinnern.

Östlich von Wolfersgrün, wo sich der Europäischen Fernwanderweg E3 und der "Pechkratzerweg" (DÖ 23) im Lamitztal begegnen, erhob sich auf dem 630 Meter hohen Schlossberg die Burg Hohenrod. Die "Rodung auf der Höhe" gab ihr wohl auch den Namen.

Die Anlage war wohl dazu ausersehen, die Lamitzstraße zu sichern, die die bischöflichen Orte Wallenfels und Kronach mit den orlamündischen Siedlungen Geroldsgrün, Steben und Lichtenberg verband. Diese Wallburg war ovalförmig auf der allseitig steil abfallenden Bergkuppe angelegt und hatte einen Durchmesser von zehn mal 24 Metern. Sie wurde durch zwei Ringgräben und die dazugehörigen Ringwälle geschützt. Der obere Ringgraben zog sich etwa sieben Meter unterhalb der Burgmauer um das Bergmassiv herum, während der untere Graben mit dem Außenwall noch fünf Meter tiefer lag.

Von der ehemaligen Burganlage selbst ist nichts mehr erhalten; dagegen sind die Ringgräben und Wälle verflacht, aber noch sichtbar.

Der Burgstall Hohenrod ist vom Urbild her älter als Wallenrode und dürfte gegen Ende des 12. Jahrhunderts von Dienstmannen der Plassenburger Herzöge von Meranien erbaut worden sein. Nach deren Aussterben war ihr Besitz umstritten.

Besitzverhältnisse umstritten

Sowohl die Bamberger Bischöfe als auch die Grafen von Orlamünde zu Lichtenberg-Lauenstein erhoben Anspruch. Die Lage der Burg genau an der Grenze der beiden Herrschaftsbereiche trug dazu bei, dass sie immer wieder zum Streitobjekt wurde. Im Verlauf dieser Streitereien kam es wohl zur Zerstörung der Burg. Das geht aus dem ältesten Besitzverzeichnis der Bamberger Bischöfe, dem sogenannten "Urbar A" von 1325 hervor: "Der Platz, auf dem die Burg Hohenrod stand, ist mit dem Wald Eigentum des Bischofs und liegt wüst."

Auch einem Eintrag von 1333 ist zu entnehmen, dass die Burgen Wallenrode auf dem Burgstein und Waldenfels auf dem Schlossberg bei Wallenfels noch standen, während die Burg Hohenrod bereits zerstört war.

Aber auch die Orlamünder als Erben der Meranier betrachteten das Gebiet als ihren Besitz. Daher ließ Otto X. von Orlamünde, der 1403 starb und in Ludwigsstadt begraben wurde, die Burg Hohenrod zwischen 1374 und 1384 wieder aufbauen.

Das gefiel dem Bamberger Bischof Lambert von Brunn gar nicht: Er forderte Graf Otto auf, die Grenzen des jeweiligen Besitzes genau festzulegen. Eine Urkunde von 1384 besagt, dass die beiden sich einig wurden. Graf Otto bestätigte 1385 Bischof Lambert den Empfang von 100 fl und dem Kronacher Bürger Peter Sternhals den Empfang eines Pferds und von 60 Meißner Groschen für den endgültigen Abbruch der Burg.

Sagenhaft

Auch die Sage beschäftigt sich mit der mittelalterlichen Höhenburg: Ein Knecht, der das auf Burg Hohenrod benötigte Wasser mit einem Eselsgespann aus dem Lamitzgrund hinaufzuschaffen hatte, bekam Verdruss mit dem Tier. Als selbst Schläge den Esel nicht zum Weitergehen bewegten, tobte der Mann. Auf der Burg war das Geschrei zu hören, aber ehe sie nachschauen konnten, erschütterten ein aus heiterem Himmel einschlagender Blitz und ein ohrenbetäubender Donnerschlag die Stätte.

Knecht und Zugtier und Karren waren vom Erdboden verschwunden. Wanderer sollen heute noch von dem als Nachtgespenst mit Tier und Wagen sich abmühenden Mann erschreckt werden, wenn sie vom Floßteich aus an der heutigen Abzweigung "Pechkratzerweg" vorbeikamen.

Fortsetzung Der zweite Teil des Berichts "Wandern zu versunkenen Burgen" erzählt vom abenteuerlichen Weg in die Vergangenheit der Burg Wallenrod. Schlegelshaider Schatzsucher erlebten dort in der Christnacht eine böse Überraschung.

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