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Mitwitz
Seelsorge

Wallfahrer sind offen für Gott

Monsignore Wolfgang Witzgall ist nach seiner Verabschiedung in Vierzehnheiligen weiterhin für das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg tätig. Er ist beauftragt, sich um Wallfahrer und Männervereine zu kümmern.
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Domvikar Monsignore Wolfgang Witzgall, ein Schneckenloher, betreut in seinem Elternhaus die neu eingerichtete Erzbischöfliche Pilger- und Männerseelsorge. 20 Jahre war er Geistlicher Direktor  der Bildungshäuser in Frankenthal und  Vierzehnheiligen. Foto: Herbert Schellberg
Domvikar Monsignore Wolfgang Witzgall, ein Schneckenloher, betreut in seinem Elternhaus die neu eingerichtete Erzbischöfliche Pilger- und Männerseelsorge. 20 Jahre war er Geistlicher Direktor der Bildungshäuser in Frankenthal und Vierzehnheiligen. Foto: Herbert Schellberg
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Der kleine Ort im Steinachtal, Schneckenlohe, ist nicht der Nabel der Welt. Das erzbischöfliche Ordinariat Bamberg hat aber dort einen Mittelpunkt geschaffen, wo sich um Pilgerreisen und die Männerseelsorge gekümmert werden soll.

"Natürlich kennen mich, besonders von den Älteren, noch viele hier im Ort - ich bin ja hier geboren", erzählt Monsignore Wolfgang Witzgall lachend. "Wirklich weg, nein wirklich weg war ich nie. Meine Eltern haben bis vor sieben und fünf Jahren noch gelebt und in der Kirche habe ich oft Gottesdienst gehalten und halte sie heute noch", so der Geistliche.

Die Eltern hatten einen Kolonialwaren-Laden im Ort. Allein schon daher war Wolfgang natürlich ortsbekannt, denn in den Ferien musste er dem Vater helfen. "Da musste was in die umliegenden Ortschaften ausgeliefert oder auch mal ein Ofen angeschlossen werden", erinnert sich Witzgall. Nach dem Abitur, das er 1966 in Bamberg "baute", studierte Wolfgang Witzgall in Bamberg und München Theologie. 1972 wurde er zum Priester geweiht und trat dann seine Kaplanstellen in Scheßlitz und Nürnberg an. Gern erinnert er sich an die Zeit als Militärpfarrer in Hammelburg. "Elf Jahre, in denen ich viel gelernt habe. Gelernt, mit Menschen umzugehen, auf ihre Sorgen und Nöte einzugehen", so Witzgall. In jedem Jahr nahm er mit etwa 60 Soldaten aller Dienstgrade an der Soldatenwallfahrt teil. Diese wird im Rahmen der Militärseelsorge angeboten und auch sehr gut angenommen, ist Witzgall überzeugt, dass es den Teilnehmern nicht um drei dienstfreie Tage gegangen sei.


Auf eigenen Wunsch


Die Wallfahrer liegen ihm besonders am Herzen. "Denn wer sich hierzu entschließt, der ist offen für Gott", erklärt er.

Fast auf den Tag genau 20 Jahre war Wolfgang Witzgall als Domvikar der Geistliche Leiter der Bildungshäuser in Frankenthal und Vierzehnheiligen. "Als Domvikar habe ich den Erzbischof bei seiner Arbeit unterstützt und beraten, wobei der Begriff Vikar auf das lateinische ,vicarius‘" zurückgeht und Stellvertreter bedeutet". Mit spätestens dem 70. Lebensjahr scheidet man aus, erläutert Witzgall und deutet damit an, dass er als Geistlicher Leiter der Bildungshäuser im Juni von Erzbischof Ludwig Schick von dieser Aufgabe auf eigenen Wunsch entbunden wurde, obwohl ich erst 66 Jahre alt bin", zeigt Witzgall schmunzelnd auf.


Die Urkunde


"Domvikar Msgr. Wolfgang Witzgall, bisher Direktor der Bildungshäuser Vierzehnheiligen und stellvertretender Leiter der Pilgerstelle der Erzdiözese Bamberg, wird unter Beibehaltung seiner Aufgabe als Diözesanmännerseelsorger und Geistlicher Beirat der Diözesanarbeitsgemeinschaft der katholischen Männergemeinschaften mit Wirkung vom 1. März 2012 zum Diözesanpilgerseelsorger ernannt", lautet der Text der Ernennungsurkunde, die Witzgall von Erzbischof Ludwig Schick überreicht bekam.


Zentraler Punkt


Seinem Ansinnen in dem Elternhaus in Schneckenlohe für die Pilger- und Männerseelsorge einen zentralen Punkt einzurichten, von dem aus Reisen und Veranstaltungen geplant und betreut werden können, wurde von Erzbischof Schick unterstützt und so konnte Wolfgang Witzgall dort sein neues Refugium einrichten.
"Von meinem Büro aus werde ich Pilgerreisen planen, die über mein Sekretariat gebucht werden können. Diese Pilgerreisen werde ich als Seelsorger begleiten. Ziele werden sein Santiago de Compostela, Rom, Lourdes und Fatima. An diesen Wallfahrtsorten wollen Menschen den Glauben vertiefen und Trost und Hoffnung erfahren. Jährlich pilgern Millionen Christen an diese Orte. Wenn sie an ihrem Pilgerziel ankommen, suchen sie geistliche Begleitung und Unterstützung", so Wolfgang Witzgall, "dann werde ich da sein". Gerade in der Pilgerseelsorge besteht die Chance, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, erklärt Witzgall und verweist darauf, dass er bereits seit den 1990er Jahren Wallfahrer betreut.

Auch die katholischen Männergemeinschaften wollen Orte für einen vertrauensvollen Austausch von Glaubens- und Lebenserfahrungen unter Männern aller Altersgruppen sein. Sie bemühen sich um ein neues und zukunftsweisendes Männerbild und dessen Umsetzung in der Gesellschaft. "Auf diese Weise tragen sie auch dazu bei, zu verhindern, dass die Kirche an der Basis immer ,männerloser‘ wird", erläutert Witzgall die Arbeit der Männervereine. Auch dort ist ein Ort für offene und religiöse Gespräche. Die Männervereine existieren oftmals bereits seit über 100 Jahren und sind in vielen Ortschaften der zentrale Mittelpunkt des Vereinslebens.

"Es entwickeln sich in vielen Fällen Beichtgespräche, wozu ich keinen Beichtstuhl brauche", so der Domvikar.

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