Wallenfels
Dreikönigstag

Wallenfelser Sternsinger nur auf Bestellung

In Wallenfels kommen die Sternsinger ab dem kommenden Jahr nur noch nach vorheriger Anmeldung zu Gemeindemitgliedern. Auch in anderen Pfarreien stehen immer weniger Kinder als Sternsinger zur Verfügung.
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Am 6. Januar ziehen traditionell die Sternsinger von Haus zu Haus. In Wallenfels müssen diese künftig vorab bestellt werden.  Foto: Archiv
Am 6. Januar ziehen traditionell die Sternsinger von Haus zu Haus. In Wallenfels müssen diese künftig vorab bestellt werden. Foto: Archiv
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In katholischen Gemeinden ist es am 6. Januar Tradition, dass die Sternsinger von Haus zu Haus gehen und dort ihren Segen sprechen. So auch in Wallenfels. Allerdings werden dort ab dem kommenden Jahr die Sternsinger der Pfarrei St. Thomas wohl nur noch nach vorheriger Anmeldung an der Haustür der Gemeindemitglieder klingeln.

Es gebe immer weniger Kinder, heißt es auf einem Info-Zettel der Sternsinger, der am Wochenende in Wallenfels ausgeteilt wurde. Es sei daher schwierig, künftig alle Haushalte zu besuchen. Wer die Sternsinger gerne bei sich empfangen möchte, soll sich im Vorfeld in ausliegende Listen eintragen oder sich telefonisch anmelden. "Die katholische Jugend hat den Vorschlag gemacht", erklärt Pater Jan Poja von der Pfarrei auf Anfrage. "Allgemein gibt es im Frankenwald immer weniger Kinder. Wir haben in Wallenfels zum Beispiel auch Jahrgänge, in denen es kein Kommunionkind gibt."

Anmeldelösung ab 2020

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Thomas Weiß, der für die Organisation der Sternsinger in Wallenfels zuständig ist, bestätigt, dass seit einigen Jahren immer weniger Kinder als Sternsinger zur Verfügung stehen. 2017 seien noch sieben Gruppen in der Gemeinde unterwegs gewesen. 2019 waren es zwei weniger. "Da stellt sich dann die Frage, ob die Kinder das so überhaupt noch schaffen", sagt Weiß.

Früher oder später wäre es also in jedem Fall auf eine Anmeldelösung hinausgelaufen. Für diese haben sich die Wallenfelser Sternsinger nun entschieden. "Zu denen, die sich einen Besuch wünschen, gehen wir auch hin", betont Weiß. Sollten genügend Sternsinger zur Verfügung stehen oder am Ende noch Zeit bleiben, würden auch die anderen Haushalte besucht.

Der Wallenfelser Herbert Schmidt fand den Info-Zettel der Sternsinger am Wochenende in seinem Briefkasten. Von der Idee, dass im nächsten Jahr nur noch nach vorheriger Anmeldung ein Besuch erfolgt, ist der Wallenfelser wenig begeistert. Für die heutige Generation sei das Sternsingen nicht mehr attraktiv. Früher sei es noch ein Privileg gewesen, Sternsinger zu sein. Da sei darum gewetteifert worden, wer mit von Tür zu Tür ziehen darf.

Sternsinger auf Anmeldung - das gibt es etwa in Trübenbach schon seit ein paar Jahren, wie Pfarrer Lars Rebhan von der Pfarrei Marktgraitz erzählt. Es handele sich dort aber um ein Gebiet, in dem nur wenige Katholiken leben und das Sternsingen somit keine Tradition ist.

Erwachsene als Sternsinger

In Schneckenlohe indes übernehmen Erwachsene den Sternsinger- und den Ministrantendienst, da die wenigen Ministranten der kleinen Gemeinde in die größere Gruppe in Marktgraitz eingegliedert sind. In den anderen Gemeinden ist es "eine Herausforderung, immer genügend Sternsinger zu finden", berichtet Rebhan. "Aber es geht noch."

Sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene waren in diesem Jahr in Kronach als Sternsinger unterwegs. Auch Pfarrer Thomas Teuchgräber zog wieder als einer der Heiligen Drei Könige in einer der Sternsinger-Gruppen durch die Stadt, wie er auf Anfrage erzählt.

Die Kronacher Pastoralreferentin Sarah Maria Röck-Damschen berichtet, dass in diesem Jahr weniger Sternsinger als im vergangenen Jahr zur Verfügung standen. Eine Anmeldelösung wie in Wallenfels ist sowohl in Marktgraitz als auch in Kronach aktuell noch nicht angedacht.

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