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Kronach
Stichwahl

Wahlkampf-Endspurt fiel wegen Corona flach

In Weißenbrunn und in Nordhalben entscheidet am Sonntag die Stichwahl darüber, wer Bürgermeister wird. Zum Buhlen um Stimmen kam es nicht mehr.
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Bis Sonntag um 18 Uhr müssen die Wahlbriefe bei den Gemeinden eingegangen sein.  Symbolfoto: Sven Hoppe, dpa
Bis Sonntag um 18 Uhr müssen die Wahlbriefe bei den Gemeinden eingegangen sein. Symbolfoto: Sven Hoppe, dpa

Stichwahl? War da etwas? Die Corona-Pandemie hat den Endspurt im Kommunalwahlkampf in den Hintergrund gedrängt. Doch in Weißenbrunn und in Nordhalben entscheiden die Bürger bis Sonntag darüber, wer künftig den Chefsessel in den jeweiligen Rathäusern innehat. Und das ausschließlich per Briefwahl.

46,3 Prozent der Stimmen holte der Nordhalbener Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) vor knapp zwei Wochen im ersten Lauf. Einen Wahlkampf gab es in den letzten zehn Tagen nicht, meint er. Die Leute haben jetzt in Zeiten des Coronavirus andere Aufgaben und Anliegen. Pöhnlein hofft, sein Amt verteidigen zu können. Denn er möchte laufende Projekte zu Ende bringen. Nordhalben befinde sich in einer entscheidenden Phase, sagt er. Es besteht die Chance, dem Ort eine Zukunft zu geben. Außerdem möchte er noch einige Herausforderungen bewältigen.

Als Beispiel nennt Pöhnlein seine Bemühungen dahingehend, Nordhalben an der Gewerbesteuer und der Trinkwasservermarktung der Talsperren-Nutzung in Mauthaus zu beteiligen. Denn ein Großteil des dortigen Wassers stamme aus dem Nordhalbener Boden. Er findet, hier müssten andere Regelungen gefunden werden. Er könne und wolle es nicht akzeptieren, dass "die reiche Stadt Nürnberg hier die Steuern bekommt und das arme Nordhalben leer ausgeht!"

"Zammhalten" im Vordergrund

"Wir haben mit Corona andere Probleme als die Stichwahl", sagt Michael Wunder. Letzten Freitag habe er noch einmal ein Rundschreiben verfasst, in dem er sich für seine Wahl zum Gemeinde- und Kreisrat bedankte. Er äußerte aber auch ein Bedauern, aufgrund der Corona-Krise persönlichen Kontakt zu den Bürgern meiden zu müssen. Gerade jetzt komme es aber auf die Gemeinschaft und das "Zammhalten" an, meint er. Ihm sei bewusst, dass der Amtsinhaber einen Bonus habe. Aber er habe langjährige kommunalpolitische Erfahrungen, die er noch mehr als bisher für Nordhalben nutzen möchte. Sowohl er als auch Pöhnlein betonen, dass - egal wie die Stichwahl ausgehen wird - Nordhalben weiterhin ihre Heimat bleiben wird, für die sie sich einsetzen. Und: Es wird auch keine Wahlpartys geben, meinen beide Bürgermeisterkandidaten.

Er wäre gerne noch mal von Haus zu Haus gegangen oder hätte eine Versammlung durchgeführt, so Michael Bohl (CSU), der sich am Sonntag zusammen mit seinem Mitbewerber Jörg Neubauer (SPD) zur Stichwahl in Weißenbrunn stellt. Die Gesundheit der Bürger sei jetzt aber viel wichtiger. Der amtierende Zweite Bürgermeister weist darauf hin, dass er mit seinem Team in Facebook aktiv war. Dort wirbt er als "Ihr Kandidat für Ehrlichkeit, Fleiß und Transparenz für alle Ortsteile!" Und er appelliert, gemeinsam die derzeit schwierigen Herausforderung gut zu überstehen. Jetzt, nachdem statt drei nur noch zwei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl anstehen, hofft er auf mehr Unterstützung seitens der Bürger. Er freue sich zudem, dass nun die spannenden Wahlkampfwochen ein Ende finden und man seinen Weg weiter gehen kann. Denn eine Bürgermeisterkandidatur sei auch eine persönliche Weichenstellung.

Keine Feier

Wegen der Corona-Krise endete sein Wahlkampf bereits am vergangenen Freitag, so Jörg Neubauer. Er habe nochmals einen Brief an die Bürger verfasst. In diesem betonte er, dass es ihm unter anderem um einen offenen Dialog mit klarer Konzentration auf die Sachpolitik gehe. Zudem sprach er von Solidarität, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein, die gerade in der aktuellen Notlage gefragt seien.

Dass er als Kreis- und Gemeinderat gewählt wurde, freue ihn. Bei drei Kandidaten habe er mit einer Stichwahl gerechnet, so Neubauer. Dass nun allerdings wegen sechs fehlenden Stimmen (er erzielte 49,67 Prozent im ersten Durchgang) eine Stichwahl durchgeführt werden müsse, bedauere er. Denn das sei mit Arbeit, Geld und Zeit verbunden. Egal, wer nun in Weißenbrunn am Sonntag die Wahl gewinnen wird, eines steht fest: Gefeiert wird nicht.

Hoher Rücklauf

Alle vier Bürgermeisterkandidaten appellieren jedoch an ihre Bürger in Weißenbrunn und Nordhalben, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahl erfolgt in Zeiten von Corona ausschließlich via Briefwahl. Die Wähler müssten ihre Briefwahlunterlagen erhalten haben. Wenn nicht, sollten sie sich mit ihrer Gemeinde in Verbindung setzen. Die Unterlagen müssen spätestens bis Sonntag 18 Uhr beim Wahlamt eingegangen sein. Ab 18 Uhr wird in der Nordwaldhalle in Nordhalben beziehungsweise im Mehrzweckhaus in Weißenbrunn ausgezählt.

Wie der Geschäftsleiter des Marktes Nordhalben, Joachim Ranzenberger, erklärte, seien 1409 Briefwahlunterlagen verteilt worden, am Donnerstag lag der Rücklauf bei über 1000. In Weißenbrunn wurden 2416 Briefwahlunterlagen verschickt. Die Wahlbeteiligung war bereits am Donnerstag hoch, hieß es aus dem Rathaus.

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