Teuschnitz
Stadtsanierung

Vorfreude auf schönes Teuschnitz

Im Frühjahr soll es mit dem zweiten Bauabschnitt "Schlossgarten/Rathausvorplatz" weitergehen. Der Stadtrat stimmt e der Entwurfsplanung zu.
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In Teuschnitz forciert man die Neugestaltung des Schlossgartens und des Marktplatzumfelds. Die Linden an der Hauptstraße sollen kleineren Bäumen weichen.  Foto: Heike Schülein/Archiv
In Teuschnitz forciert man die Neugestaltung des Schlossgartens und des Marktplatzumfelds. Die Linden an der Hauptstraße sollen kleineren Bäumen weichen. Foto: Heike Schülein/Archiv

Zwei Stunden lang stellte Marcus Hamberger vom Büro "freiraumpioniere" seine Entwurfsplanung vor. Darin waren viele Anregungen der Bürgerbeteiligung eingeflossen. Der Entwurf sieht die Neugestaltung rund um Marktplatz und Schlossgarten vor; bezieht aber auch die Randbereiche mit ein. Dabei werden insbesondere die Freiflächen neu gestaltet: Es gibt mehr Grün, stolperfreies Granitpflaster, ein neues Beleuchtungskonzept.

Die Hauptstraße soll deutlich aufgewertet werden. Der Marktplatz wird mit barrierefreien Wegen und einem Wasserspiel versehen; Schlossgarten und das Senioren-Wohnhaus "In der Heimat wohnen" werden miteinander verbunden.

Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) erläuterte die Hintergründe der städtebaulichen Sanierung der Teuschnitzer Stadtmitte. Man habe damals bei der Regierung angefragt, ob im Schlossgarten die Entfernung der maroden Bäume förderfähig wäre. Die Regierung regte dabei die Überplanung des Gesamtbereichs Hauptstraße 1 bis Altes Torhaus an. Den hierfür durchgeführten städtebaulichen Wettbewerb gewannen die "freiraumpioniere". Der komplette Bereich wird mit 80 Prozent gefördert.

"Das eigentliche Ziel, der Schlossgarten, liegt noch vor uns", betonte der Planer, der von einer intensiven Bürgerbeteiligung sprach. Diesen sei eine Ausweitung der Maßnahmen bis zum Torhaus, eine Einbeziehung des Ehrenmals sowie ein barrierfreier Zugang zum Friedhof sehr wichtig. Für diese Barrierefeiheit soll neben dem Bestandspflaster ein Laufstreifen mit einem leichter begehbaren/berollbaren Belag bis zum Friedhofstor verlegt werden. Vom Rathaus her kommend, soll auf dem Weg die Rampe entfernt werden und ab Kirchenvorplatz ein einheitliches Gefälle erfolgen.

Baufällige Treppe

"Die nördliche Treppe zum Friedhofs-Eingang ist komplett baufällig", mahnte er. Allerdings handle es sich hierbei um Eigentum der Kirche. Beim Gotteshaus will man zwei Bänke aufstellen; die Infotafel an der Kirchenfassade erhält einen separaten Platz. Das beschädigte Ehrenmal bedarf einer Restaurierung. Die Fläche außen herum wird mit gesägtem Pflasterbelag versehen. Es sollen zwei Sitzmöglichkeiten entstehen sowie ein gepflanzter Rücken als optische Abgrenzung.

"Die Linden-Baumreihe entlang der Hauptstraße behindert die Sicht zum Rathaus und Schlossgarten - erst recht, wenn Autos davor parken", prangerte er an und schlug die Entfernung und Anpflanzung weniger, deutlich kleiner wachsender Bäume vor. "Es soll alles transparenter und lichter wirken", erklärte er.

Auf der Straßenseite gegenüber will man die Bäume im Bereich Sparkasse bis auf Höhe Kirche durch große Pflanzkübel ersetzen. In der Ortsmitte regte er die Einführung einer Tempo 30-Zone von der Sparkasse bis Einmündung Weidenstraße an, da der Verkehr ein wichtiges Thema der Stadtgestaltung sei. Als Beleuchtung ist eine dezente Anstrahlung des Kirchturms von allen Seiten angedacht sowie einzelner identitätsstiftender Elemente wie den Nepomuk, den Rathausturm, den Brunnen vor der Sparkasse und eventuell das Kriegerdenkmal.

Der Schlossgarten wird aufgewertet, erweitert und soll fast bis an das Gebäude "In der Heimat wohnen" reichen. Die bestehenden Parkplätze werden verlagert. Überhaupt war die Parkplatzsituation, so Hamberger, ein großes Thema der Bürger. Im überplanten Bereich befinden sich derzeit 51 ausgewiesene Parkplätze. Auf Bürgerwunsch plant man nunmehr höchstens 55 Plätze - als maximal verträglicher Kompromiss. Hierbei wird es sich insbesondere um Kurzzeit-Parkplätze handeln, um die Dauerparker aus der Stadtmitte zu bekommen. Diese könnten auch etwas außerhalb parken. "Es wäre schade, wenn wir einen solchen Aufwand betreiben und dann seht wieder alles voller Autos", mahnte der Planer.

Das Gremium sah dies ebenso. "Es kann nicht sein, dass jemand, der mit dem Betriebsbus zur Arbeit fährt, vorher 600 Meter mit seinem Auto fährt und vor dem Rathaus oder gegenüber 14 Stunden parkt", ärgerte sich Zweiter Bürgermeister Stephanus Neubauer (CSU/FWG).

Gesamtkosten: 1,77 Millionen

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,77 Millionen Euro. Laut Bürgermeisterin bestehe noch Redebedarf - insbesondere hinsichtlich des in den Planungen beinhalteten Kircheneigentums. Die vom Gremium bewilligten Planungen wird man nun der Regierung vorstellen.

Der weitere Ablauf sieht eine Ausführungsplanung und Ausschreibung im Herbst/Winter 2018/19 vor, die öffentliche Ausschreibung ab Ende Januar 2019, die Submissionen ab März/April 2019 sowie einen Baubeginn ab April/Mai 2019. Im Frühjahr 2020 sollen die Bauarbeiten fertiggestellt sein.

Arnika-Stadt gilt als "Leuchtturmprojekt"

Netzwerkplaner Oliver Plewa gab einen Sachstandsbericht. 2018 sei ein ebenso ereignis- wie erfolgreiches Jahr für die Arnika-Stadt gewesen - mit einem erneut umfangreichen Jahresprogramm.

Großen Zuspruch findet der neue Laden der "Naturmanufaktur - GRÜNerLEBEN". Hierfür beschäftige man zwei festangestellte Personen sowie acht Aushilfskräfte, deren Entlohnung sich aus den Einnahmen decke. Eine große Ehre habe die Einladung zur "Grünen Woche" nach Berlin dargestellt. Mittlerweile wurde der zweite Jahrgang für die Ausbildung zertifizierter TEH-Praktiker abgeschlossen. Der dritte ist erneut ausgebucht; für den vierten gibt es Wartelisten. "Wir bilden damit unsere eigenen Fachkräfte aus, die später beispielsweise Kurse anbieten oder Produkte herstellen", würdigte er.

Sein Fazit: "Das Projekt gilt als Leuchtturmprojekt für die positive Entwicklung im ländlichen Raum." Er dankte für die tolle Zusammenarbeit und freute sich auf die kommenden drei Jahre. Den Bescheid erwarte man in den nächsten Tagen. Weber würdigte sein großes Engagement wie auch des Arnikavereins. Ohne professionelle Hilfe wäre das Projekt Arnika-Stadt nicht leistbar, so Weber.

Mehr aus dem Stadtrat

Straßenausbau Der Stadtrat stimmte dem Komplettausbau der Gartenstraße und Weidenstraße, Bauabschnitt 1, mit Straßenbau, Wasserleitungsbau und Kanalisation zu. Die Baumaßnahme steht im direkten Zusammenhang mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt Reichenbacher Straße. Vorgesehen ist der Ausbau der Ortsstraße Gartenstraße auf 80 Metern sowie der Weidenstraße vom Abzweig Reichenbacher Straße bis zum kleinen Teich mit einer Ausbaulänge von 286 Metern. Die Kosten betragen insgesamt 912 000 Euro. Hinzu kommen noch die Erdverkabelung durch das Bayernwerk, die Erdverkabelung der Antennengemeinschaft und die Leerverrohrung für Glasfaserkabel durch die Stadt. Man hofft auf einen Start im Frühling.

Informationen Die Bürgermeisterin informierte über die Beschlüsse der letzten nicht öffentlichen Sitzung. Hierzu zählten Auftragsvergaben, die Aufnahme eines Bankdarlehens mit 0,0 Prozent Zinsen sowie die Vereinbarung mit der Firma Lux-Haus für die Vermarktung zweier Bauplätze. Für die Reichenbacher Straße erfolgt nun die Asphaltierung und der Unterbau bis zur Weidenstraße. Die Deckschicht kann aufgrund der derzeitigen Temperaturen heuer nicht mehr aufgebracht werden. Die Straße wird im Winter befahrbar sein. Über die stattgefundene zweite Arbeitskreis-Sitzung "Schwarzes Kreuz" wird noch berichtet. Bei einem demnächst stattfindenden Info-Tag im Rathaus können sich Bürger zum Breitband-Ausbau, freigeschaltet Ende November, informieren.

Parkplätze Auf Wunsch des Gremiums wird die Bürgermeisterin den Eigentümer des ehemaligen Raiffeisen-Gebäudes bitten, die derzeit nicht genutzten Parkplätze für die Bevölkerung freizugeben. Michael Hebentanz (FW) erkundigte sich nach einer Nachnutzung. "Wir waren schon relativ weit", bekundete die Bürgermeisterin. Leider sei der Interessent abgesprungen.

Neugeborene Die Stadt will 2019 Willkommensgeschenke für Neugeborene einführen.

Termine Anlässlich "40 Jahre VG Teuschnitz" wird am 14. Dezember eine gemeinsame Zusammenkunft, voraussichtlich in der Arnika-Akademie, stattfinden. Die Jahresabschluss-Sitzung ist am 28. Dezember in Verbindung mit dem Bürger-Ehrungsabend.

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