Tettau
Physikolympiade

Von Tettau nach Lissabon: Jule Schrepfer fährt zur Physik-Olympiade

Jule Schrepfer aus Tettau fliegt zur Physikolympiade nach Lissabon. Nach vier Auswahlrunden hat sie es endlich ins Nationalteam geschafft.
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Mit 17 Jahren schon das Abi in der Tasche und im Nationalteam zur Pysikolympiade: die Tettauerin Jule Schrepfer. Foto: Theresa Schiffl
Mit 17 Jahren schon das Abi in der Tasche und im Nationalteam zur Pysikolympiade: die Tettauerin Jule Schrepfer. Foto: Theresa Schiffl
Neben dem Abitur auch noch Vorbereitungsaufgaben für die vierte Auswahlrunde der Internationalen Physikolympiade (IPhO) lösen - das klingt fast unmöglich. Ist es aber nicht: Die 17-jährige Jule Schrepfer aus Tettau hat diese Herausforderung mit Bravour gemeistert. Sie hat es ins Finale nach Lissabon, Portugal, geschafft. Vom 21. bis 29. Juli löst sie bei der Olympiade mit Schülern aus der ganzen Welt komplizierte physikalische Aufgaben.

"Besonders toll finde ich die interessanten Probleme und wie man dafür elegante Lösungen findet", erzählt sie. Die Themen Mathematik und Physik lassen ihr Herz höher schlagen. Angefangen habe es in der sechsten Klasse mit Mathematik. Schon zu der Zeit war sie mathematisch interessiert und vor allem begabt. Schließlich kam an der Goetheschule in Illmenau noch das Interesse an Physik dazu. Sie sagt: "Ich hatte einen super Physiklehrer." An dem naturwissenschaftlichen Spezialgymnasium, von denen es drei in Thüringen gibt, konnte sie viele Vertiefungs- und Zusatzseminare in Naturwissenschaften belegen.

Für viele Schüler sind gerade diese zwei Themen Hassfächer, das weiß Jule auch von einigen Freunden. Über ihre Leidenschaft zu Mathematik und Physik sagt die 17-Jährige: "Physik ist nichts anderes als die mathematische Beschreibung von Naturphänomenen, und das finde ich echt spannend."

Ein Schüler einer höheren Klasse hat ihr von der Internationalen Physikolympiade erzählt. "Anfang der 10. Klasse habe ich dann das erste Mal teilgenommen.", sagt sie weiter. Dass sie wirklich soweit kommt und nun im Finale in Lissabon dabei sein wird, das hatte sie sich nicht erträumen lassen.

In der vierten Runde in Bremerhaven hat sie sich schließlich mit viel Geschick und dank ständiger Übung durchgesetzt. Im Alfred-Wegner-Institut, wo die letzte Runde vor dem Finale stattfand, wurden aber nicht nur Klausuren geschrieben. Bei einer Führung durch das Eiskernlabor konnten die Schüler Eisproben aus Grönland und der Antarktis bestaunen. Jetzt ist Jule im fünfköpfigen Team der deutschen Nationalmannschaft für die 49. IPhO dabei.


Teil des Nationalteams

Ihre Familie ist natürlich sehr stolz auf sie. Im Freundeskreise sind ebenfalls alle begeistert, dass es Jule wirklich ins Finale geschafft hat. Kaum das Abi in der Tasche und schon geht es weiter mit der Vorbereitung für die IPhO.

Als Ausgleich zu dem ganzen Lernstress geht Jule Laufen, Turnen und spielt Klavier. "Das hilft mir zu entspannen", erklärt sie.

Die Vorbereitungsphase für die IPhO dauert noch bis Juli an. Dazu gehören ein fünftägiges Experimentaltraining in Heide, Schleswig-Holstein, ein Online-Aufgabentraining und ein finales Vorbereitungsseminar zusammen mit dem dänischen Nationalteam. Pro Woche sind drei Übungsserien zu lösen.

Dabei handelt es sich um alte Prüfungsaufgaben der Physikolympiade. In Lissabon hat sie für die Theorie und das Experiment jeweils fünf Stunden Zeit. Unterstützung bekommt sie noch immer von ihren ehemaligen Lehrern und der Uni Ilmenau.

Zur Behauptung, Mädchen seien schlechter in naturwissenschaftlichen Fächern, meint sie: "Das ist totaler Unsinn, wir können genauso gut in Mathe, Physik oder Chemie sein." Ihrer Meinung nach werden Mädchen durch solche veralteten Klischees entmutigt, sich mit naturwissenschaftlichen Themen vertieft zu beschäftigen.

Da sie das einzige Mädchen im deutschen Nationalteam bei der IPhO ist, appelliert sie für die Zukunft: "An alle Schülerinnen: Traut Euch, teilzunehmen, die IPhO ist ein toller Wettbewerb!"

Nach der Internationalen Physikolympiade geht es für Jule Schrepfer zu einem Praktikum ans Alfred-Wenger-Institut und dann an die Uni. Über ihre Zukunftspläne verrät sie so viel: "Ich möchte auf jeden Fall Physik studieren - ich schaue mir gerade verschiedene Unis an."
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