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Pressig
Kommunalwahl

Vom Verwalter zum Gestalter Pressigs

Stefan Heinlein kennt sich als Geschäftsleiter im Pressiger Rathaus mit den kommunalen Abläufen aus. Jetzt will der CSU-Kandidat Bürgermeister werden.
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Stefan Heinlein bringt viel Rathaus-Erfahrung mit.Veronika Schadeck
Stefan Heinlein bringt viel Rathaus-Erfahrung mit.Veronika Schadeck

Stefan Heinlein staunte, als ein Mädchen im Kindergarten ihm die Frage stellte, warum er denn Bürgermeister werden möchte. Seine spontane Antwort lautete: "Damit du auch in 15 Jahren noch gerne in deiner Heimat bist und es dir und deiner Familie in Pressig gut geht."

Der 38-Jährige ist in Pressig aufgewachsen und hat in der Marktgemeinde seine Wurzeln. Nachdem er als Verwaltungsfachwirt und seit 2019 als Geschäftsleiter des Rathauses mittlerweile in 20 Jahren auf Verwaltungsebene viel Wissen erworben hat und sehr gute Kontakte zu Behörden und Entscheidungsträgern pflegt, sieht er in der Bürgermeisterkandidatur seine Chance, seine Heimatgemeinde zu gestalten und nach vorne zu bringen.

"Als Angestellter verwaltet man, führt Beschlüsse aus, als Bürgermeister kann man zusammen mit seinem Gremium Entscheidungen treffen." Er gerät ins Schwärmen und sprudelt nur so von Ideen und konkreten Vorstellungen, wenn er davon spricht, als Rathauschef einiges bewegen zu können. Eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten, ein hohes Maß an Kreativität und Selbstständigkeit zeichnen für ihn die Arbeit aus. Und dies könne man zügiger, besser und positiver gestalten als Bürgermeister. Als junger Familienvater denkt er nämlich nicht nur an die Gegenwart.

Grundsätzlich sieht er Pressig nicht schlecht aufgestellt. Vorhanden ist eine medizinische Grund- und Notarztversorgung, eine Nahversorgung, Betreuungs- und Pflegeangebote. Dennoch stehe der Markt vor vielen Herausforderungen. Gerade im Bereich der Pflichtaufgaben.

In diesem Zusammenhang spricht er von einem sanierungsbedürftigen Straßen- und Abwassernetz. Die Sanierung der B 85, der Kreisstraße von Pressig nach Eila und weiterer Straßen müsse vorangebracht werden. Mobilfunk- und Breitbandausbau müssen an die Entwicklung angepasst werden. Nachhaltig stärken will er den Schulstandort Pressig. Die Sanierungen an der Mittelschule in Pressig und auch der Neubau der Grundschule in Rothenkirchen bedürften großer Aufmerksamkeit. Er will es auch nicht weiter hinnehmen, dass aus Platzgründen 37 Kinder aus dem Markt Pressig auswärtige Kindergärten besuchen.

Wirtschaft stärken

Außerdem will er mit den Feuerwehren und Kommandanten noch enger zusammenarbeiten und eine Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplanung voranbringen. Als Verwaltungsfachmann betont Heinlein, dass eine "gute Wirtschaft der Grundpfeiler einer starken Kommune ist!" Deshalb will er regelmäßig den Kontakt zu den Unternehmern und Gewerbetreibenden suchen. "Wirtschaftsförderung muss Chefsache sein!"

Ein weiteres Anliegen sind für ihn Betreuungsangebote. Gerade während der Ferien besteht hier Handlungsbedarf. Vor allem neu ankommende Familien und Alleinerziehende haben hier Probleme, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. Das Betreuungsangebot für Senioren will er mit Investoren ausweiten.

Auch bei generationsübergreifenden Themen kann er viel berichten. "Es gilt, unseren Senioren den wohlverdienten Ruhestand in unserer Gemeinde zu ermöglichen und ihr Erbe verantwortungsvoll in die Zukunft zu führen. Gerade im Thema Barrierefreiheit hat Pressig hier Nachholbedarf", sagt Heinlein.

Die Versorgung mit ausreichendem Wohnraum sei eine Zukunftsaufgabe. Die zur Verfügung stehen Förderprogramme müsse man hier effektiv nutzen.

Seit seiner frühesten Jugend ist Heinlein in verschiedenen Vereinen engagiert, z.B. als Jugendtrainer, Rettungsschwimmer und auch in der Kirche. Er ist ein Motor der Rothenkirchner Faschingsgesellschaft. Die Stärkung und Würdigung des Ehrenamts ist ihm wichtig. "Das ist die elementare Stütze unserer Gesellschaft!" Er weiß, dass es für einen Vereinsvorsitzenden nicht immer leicht ist, "den ganzen Laden zusammenzuhalten". Ebenso ist es auch für einen Bürgermeister.

Aber gerade auf das Miteinander über Parteigrenzen hinweg, auf eine Kommunikation auf Augenhöhe, einen respektvollen und transparenten Umgang mit den Mitbürgern und Kollegen aus den Gremien und auf die Wertschätzung gegenüber anderen komme es an, um in einer Kommune etwas auf die Beine stellen zu können.

Falsch sparen kann teuer werden

Heinlein ist überzeugt, dass er nicht nur über ein breites Fachwissen, sondern auch über diese sozialen Kompetenzen verfügt. Bezüglich der Finanzen spricht er von einem Spagat zwischen dem Geldausgeben und Geldsparen. Denn: "Falsche Einsparungen können zu Mehrkosten führen!"

Die aktuelle Zeit empfindet er als spannend. Täglich erhält er Anregungen und Anfragen. Aber: "Es werden leider auch ein paar Säue durch das Land getrieben!" Doch davon lässt er sich nicht beirren, seine Energie lenkt er lieber auf die Sachthemen.

Eine Wahl zum Bürgermeister werde ihn als Person nicht verändern. Dass er sich der Anliegen annimmt, stehe für ihn auch künftig an erster Stelle - nur eben aus der Perspektive des Bürgermeisters. Nach wie vor werde er auch seine beiden Töchter früh in den Kindergarten bringen und von dort weiter zum Rathaus fahren. Er macht keinen Hehl daraus, dass er auf eine rationale Entscheidung der Bürger hofft, um die Wahl gegen die zwei Mitbewerber für sich entscheiden zu können. "Die notwendigen Voraussetzungen dafür bringe ich jedenfalls mit."