Unterrodach
Kooperation

Vom Floß ins Museum in Unterrodach

Flößen hautnah erleben und zugleich Geschichte erfahren - die noch engere Zusammenarbeit der Floßvereine Wallenfels und Unterrodach macht es möglich.
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Ein Heidenspaß ist die Floßfahrt auf der Wilden Rodach.  Foto: Archiv/Matthias Hoch
Ein Heidenspaß ist die Floßfahrt auf der Wilden Rodach. Foto: Archiv/Matthias Hoch
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"Lustig ist das Flößerleben" - so heißt es in einem alten Lied, auch das Flößerlied genannt. Doch so lustig war das Leben für die Flößer noch bis vor hundert Jahren nicht. Harte Arbeit, fern von Zuhause, wochenlang nur auf den großen Flößen, und daheim die Frau und Kinder, die in dieser Zeit sich selbst versorgen mussten. Die Geschichte der Flößerei kann man im Flößermuseum in Unterrodach anschaulich erleben. Doch die Flößerei im Rodachtal hat noch mehr zu bieten. Floßfahrten auf der Wilden Rodach von Schnappenhammer bis zum Flößerhaus in Wallenfels versprechen ein nasses Vergnügen.

"Wir gehen heute zwar keine ganz neuen Wege, denn zusammengearbeitet haben unsere beiden Floßvereine schon seit Jahren, aber nun beginnt eine neue Ära der Kooperation", erklärte Bürgermeister Jens Korn aus Wallenfels.


Freier Eintritt

Rechtzeitig zur neuen Floßsaison, die am 26. Mai beginnt, gibt es für die Besucher, die ihre Fahrt fest gebucht haben, freien Eintritt in das Flößermuseum Unterrodach. "Wir wollen den Leuten im Museum die Geschichte der Flößerei zeigen, wie hart die Arbeit und das Leben war, und dann können sie es hautnah bei einer Floßfahrt auf der Wilden Rodach erleben", sagt Bürgermeister Norbert Gräbner aus Marktrodach stolz. Besonders die Jugend soll ein Gespür dafür bekommen, wie ihre Vorfahren ihr hartes Brot verdient haben.

Eine "Win-Win-Situation" für beide Kommunen, die seit langem gut zusammenarbeiten. Da helfen Flößer aus Unterrodach in Wallenfels und bei der Traditionsfloßfahrt in Unterrodach ist alle Jahre ein Floß aus Wallenfels dabei. Es sind viele Helfer bei der Flößerei notwendig, in Wallenfels stehen 60 Floßführer und Wehrsetzer bereits in den Startlöchern, um die 15 Floßfahrten von Mai bis September durchzuführen. Rahmenprogramme und Brotzeiten, Flößerwochenende und nun auch der freie Eintritt in das Flößermuseum in Unterrodach. "Bereits bei der Anmeldungsbestätigung erhalten die Gäste den Eintrittsgutschein für die Geschichte der Flößerei", bestätigt Barbara Kolb-Kremer, zuständig für den Fremdenverkehr in Wallenfels. Einlösen muss man den Gutschein nicht unbedingt am Tag der Floßfahrt, aber um Anmeldung bei den Museumsführern wird gebeten, vor allem außerhalb der Öffnungszeiten. "Damit niemand vor verschlossener Tür steht", betont Museumsbeauftragter Hubert Dietl.


Flößer - ein harter Beruf

Das Flößerdasein war mit vielen Entbehrungen verbunden. Doch für ihre harte Arbeit mussten die Männer fit sein. Deshalb stand in ihren Verträgen auch, dass sie jeden Tag ein Pfund Fleisch und fünf Liter Bier zu erhalten haben. Diese gehaltvollen Speisen und Getränke waren auch von Nöten. "Eigentlich konnte man nur Bier trinken, Limo gab es noch nicht und das Wasser war ungenießbar, weil früher alles hineingeleitet wurde", berichtet Fritz Fricke, Vorsitzender des Floßvereins Unterrodach berichten.

Auch ein traditionelles Gericht, ein "Arme-Leute-Essen" ist momentan in aller Munde. Die "G'stopftn Rumm" aus Wallenfels verhalfen der Stadt zum "Genussort". Auch sie sind mit den Flößern eng verbunden. Sogar Lasten und Güter wurden auf den großen Flößen auf Main und Rhein
mitgeführt. Bier nach oben, Fisch zurück - das war ein gutes Arrangement der Flößer.


Souvenirs im Flößerlädla

Im Flößerlädla nach der Floßfahrt in Wallenfels gibt es zahlreiche Artikel, die an die wilde Fahrt erinnern. Neuestes Produkt ist das "Hejfela", ein Emailbecher, aus dem Kaffee und warme Getränke getrunken werden. Eine Brotzeit und dazu ein "Wallenfelser Seidla" gehen immer. Zehn verschiedene Programme werden angeboten, eine Floßfahrt ist auf jeden Fall immer dabei.


Floßfahrten auf der Wilden Rodach

Dass die Flößerei nicht nur im Frankenwald bekannt ist, weiß jeder. Da gibt es noch die großen Mainflöße und Isarflöße, wo ganze Feste gefeiert werden. Doch das Ursprüngliche, den intensiven Kontakt zum Floß und zum Wasser gibt es nur auf der Wilden Rodach. Mehr dazu unter www.wallenfels.de, per Email an touristinformation@wallenfels.de oder telefonisch im Rathaus unter
09262/945212.
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