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Marktrodach
Innovation

Vater-Tochter-Gespannt erfindet Kaffeesahne-Öffner

Die kleinen Kaffeesahne-Döschen, die in Restaurants oder in Unternehmen gerne zum Kaffee gereicht werden, sind ungeheuer praktisch - doch einen Nachteil haben sie: sie spritzen. Jetzt hat ein Marktrodacher Unternehmen ein kleines Gerät erfunden, das Spritzattacken verhindert.
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Das verschlossene Kaffeesahne-Portionsdöschen wird kopfüber auf den Kaffeesahne-Öffner gedrückt. Im Inneren des gelben Kaffesahne-Öffners ist ein kreuzförmiger Dorn, der lässt die Milch in die Auffangschale fließen, von wo aus sie problemlos und ohne Spritzer in die Tasse gegossen werden kann.....
Das verschlossene Kaffeesahne-Portionsdöschen wird kopfüber auf den Kaffeesahne-Öffner gedrückt. Im Inneren des gelben Kaffesahne-Öffners ist ein kreuzförmiger Dorn, der lässt die Milch in die Auffangschale fließen, von wo aus sie problemlos und ohne Spritzer in die Tasse gegossen werden kann.....
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Wie oft hat sich Barbara Köbke schon über die kleinen Kaffeesahne-Döschen geärgert. Denn wer beim Aufmachen nicht genau aufpasst, dem passiert schnell ein Malheur. Die Milch spritzt beim Öffnen leicht in hohem Bogen heraus. "Meistens spritzt die Milch auf die Bluse, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann - vor einer Präsentation oder so", hat sich Barbara Köbke schon so oft geärgert. Und irgendwann wollte sie dann gemeinsam mit ihrem Vater ein kleines praktisches Ding entwickeln, das die Kaffeesahne-Döschen garantiert ohne zu spritzen öffnen kann.

Die Idee war gut, doch gar nicht so leicht umzusetzen. Also tüftelten Vater und Tochter. Vater Eberhard Köbke ist Ingenieur für Elektrotechnik, Barbara Köbke ist technische Zeichnerin und Produktentwicklerin. Und gemeinsam konstruieren sie in einem kleinen Unternehmen in Marktrodach Werkzeuge für den Anlagen- und Maschinenbau. Tüfteln ist also die Profession der beiden.

Hoher Anspruch

Die Entwicklung eines rein mechanischen Kaffee-Sahne-Öffners allerdings war gar nicht so einfach. Denn es gibt verschiedene Portionsgrößen. "Wir wollen natürlich, dass unser Kaffersahne-Öffner für alle auf dem Markt erhältlichen Portionsdosen funktioniert", erklärt Eberhard Köbke. "Und das Gerät sollte mit einer Hand bedienbar sein", hatte Barbara Köbke einen hohen Anspruch.

Das Problem mit Größe und Form indes bekamen die beiden Erfinder schnell in den Griff. Sie orientierten sich an der Form der Kaffeesahne-Döschen und konstruierten den Kaffee-Sahne-Öffner einfach so, dass kleine und große Portionsdöschen aller gängigen Hersteller auf den Kaffeesahne-Öffner passen und dass die Kapazität auch für alle Inhaltsgrößen ausreicht.

Doch dann kam das Detail: Dass das Kaffeesahneportionsdöschen kopfüber auf den Öffner gesteckt werden soll, darüber waren sich die Entwickler schnell einig. Denn nur dann ist so ein KSÖ auch einhändig bedienbar. Dann sollte eigentlich die Milch in den Öffner fließen - und so problemlos und sauber in die Tasse geschüttet werden. Doch die Milch floss nicht. Die Entwickler probierten es mit einem runden Dorn. Ohne Erfolg. Sie probierten es mit einem Haifischzahn - die Milch blieb im Döschen drin. Sie probierten und probierten. "Dieses winzige Detail war wirklich aufwendig. Denn die Milch fließt nun mal nur raus, wenn Luft reinkommt", sagt Eberhard Köbke. Und Luft kommt nicht rein, wenn man ein verschlossenes Döschen kopfüber auf einen Dorn steckt. Reine Physik. Schließlich hatten die beiden Tüftler des Rätsels Lösung: ein dreiviertelkreuzförmiger Dorn. Mit diesem Dorn erzielten die Köbkes den Durchbruch.

Dann entwickelten die Erfinder Werkzeuge, um die Kaffee-Sahne-Öffner herzustellen. Und jetzt sind Probeexemplare fertig. So viele, dass sie jetzt auch schon verkauft werden können. Rund 80.000 Euro haben Vater und Tochter Köbke für die Entwicklung bereits ausgegeben - und natürlich haben sie das Gebrauchsmuster auch schon 2009 schützen lassen. In einer ersten Charge haben die Köbkes die Kaffee-Sahne-Öffner, die so unspektakulär aussehen, als ob es sie schon immer gegeben hätte, aus buntem Plastik fertigen lassen. "Aber eigentlich können die Kaffee-Sahne-Öffner aus jedem Material hergestellt werden - sogar aus Eiswaffeln", sagt Barbara Köbke. Auch eine Fertigung in Porzellan oder in Edelstahl wäre möglich.

Weltweite Vermarktung

Nun möchten Vater und Tochter aus Marktrodach mit ihren Kaffee-Sahne-Öffner die Welt erobern und das kleine Produkt weltweit vermarkten. Die ersten Verpackungen haben die beiden Entwickler auch schon ausgetüftelt. Und weil die Kaffeesahne-Öffner so leicht sind, dass sie beim Reinigen in der Spülmaschine herumgewirbelt werden würden, haben Eberhard und Barbara Köbke auch noch eine Spüleinrichtung entwickelt. Einfach ein Blech, in das ein oder mehrere Kaffeesahne-Öffner eingehängt werden können.

Noch lässt der große Durchbruch auf sich warten, doch Köbkes verkaufen ihren Kaffee-Sahne-Öffner bereits im Direktvertrieb und hoffen darauf, dass Fluggesellschaften, die Milch-Portionsdöschenhersteller, die Gastronomie oder auch einfach nur interessierte Handelsketten oder Großhändler möglichst bald diese praktische Erfindung ins Sortiment aufnehmen würden.
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