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Weißenbrunn
Vandalismus

Vandalismus im Freibad Weißenbrunn

Glasflaschen zerbrochen und Mülleimer ins Schwimmbecken geworfen - vier Mal haben Unbekannte im Freibad Weißenbrunn in der Nacht randaliert.Viele Weißenbrunner sind sauer, auch die Mitglieder des Fördervereins des Bades.
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Axel Witthauer, zweiter Vorsitzender des Fördervereins ist verärgert. Fotos: Jan Koch
Axel Witthauer, zweiter Vorsitzender des Fördervereins ist verärgert. Fotos: Jan Koch
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Auf der Facebook-Seite des Freibads Weißenbrunn geht es normalerweise recht freundlich zu: Da werden schon mal alle zum Gratis-Baden eingeladen; kaum ein Beitrag, der ohne Smiley endet. Familiär eben, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass sich die Weißenbrunner selbst um ihr Freibad kümmern.

Genauer gesagt kümmern sich die Mitglieder des Fördervereins, der das Bad vor Kurzem für einen Euro von der Gemeinde gekauft hat. Ohne den Förderverein könnten die Weißenbrunner nicht mehr baden und genau darauf sind die Mitglieder des Fördervereinsstolz.

Am 19. Juli war es mit der heilen Facebook-Welt vorbei. Auf der Freibad-Seite erschien ein Beitrag - ganz ohne gelbem Lachgesicht am Ende, dafür mit Kommentaren darunter wie "Sauerei", "Idioten" und "Sauhunde". In dem Beitrag prangerte der Verfasser an, dass nachts im Freibad randaliert worden sei.

Axel Witthauer ist der zweite Vorsitzende des Fördervereins und ärgert sich mächtig darüber, was nächtens im Weißenbrunner Bad passiert. "Im Juni und Juli waren es mindestens vier Ereignisse", sagt er.

Mülleimer im Wasser

Wahrscheinlich mehrere Leute sind über den Zaun geklettert. Wer es war und wie lange sie blieben, weiß er nicht. Sicher ist nur, dass sie ihren Besuch offenbar nicht verschleiern wollten. Stühle und Mülleimer landeten im Wasser, das Seil des Sonnensegels am Kinderbecken wurde durchgeschnitten und mehrere Bierflaschen haben die Nachtschwimmer auf dem Boden neben dem großen Becken zerschlagen. Einige Scherben landeten im Wasser.

1000 Stunden Arbeit

Axel Witthauer blickt durch seine getönte Brille auf die Stelle, wo eine Bierflasche zu Bruch ging. "Die haben die Scherben noch schön klein getreten. Bis wir die Waschbetonplatten wieder sauber hatten und die Scherben aus dem Schwimmbecken herausgetaucht hatten - das hat länger als drei Stunden gedauert."

Er schüttelt mit dem Kopf. Nein, verstehen könne er das nicht. Ohnehin sei das Freibad für seine Mitarbeiter und ihn eine "Riesenarbeit". 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit sind laut Witthauer in dieser Schwimmbadsaison bereits zusammengekommen. "Wir haben keine Lust, uns das von irgendjemandem kaputt machen zu lassen." Wenn er die Täter erwische, droht Witthauer, spricht den Satz aber nicht zu Ende. Nein, das überlässt er der Polizei.

Anfangs habe er den nächtlichen Besuch noch für eine einmalige Geschichte gehalten, zwischenzeitlich aber hat er Anzeige erstattet. Genug ist genug:. "Da verstehen wir keinen Spaß." Vor allem nachts würden die Mitglieder des Fördervereins jetzt die Augen offen halten, wenn sie am Schwimmbad vorbeifahren.

Noch ist nicht bekannt, wer in das Freibad eingestiegen ist. Wiederholt haben sich die Ereignisse immerhin nicht mehr. "Wir haben das publik gemacht. Im Dorf hat es sich rumgesprochen, dass wir Anzeige erstattet haben." Er hofft, dass "jetzt Ruhe ist".

Lachgesichter sind zurück

Bei allem Ärger ist er froh, dass die Schäden am Freibad nicht sehr hoch sind. "Dem Segel ist Gott sei Dank nichts passiert. Das wäre besonders schlimm gewesen, weil das teuer war. Der materielle Schaden ist gering." Der Ärger ist das, worüber sich die Mitglieder aufregen, was sich auch in besagtem Facebook-Beitrag widerspiegelt: "Viele Vereinsmitglieder strengen sich wirklich an, dass das Freibad schön und nutzbar bleibt. Das sollte nicht missachtet werden, sondern gewürdigt!!"

Gefallen hat diese Aussage übrigens 26 Menschen. Und inzwischen sind auch die gelben Lachgesichter wieder in den Facebook-Beiträgen des Weißenbrunner Schwimmbads aufgetaucht.

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