Kronach
Kinder-Uni

Uni-Feeling an der Lucas-Cranach-Schule

125 junge "Studierende" stürmten am Samstag förmlich die Kronacher Kinder-Uni. Im "Hörsaal" war jeder Platz belegt, sogar Wartelisten gab es. Zwei Kinder kamen zu Doktor-Würden - und da gab es noch einen besonderen "tierischen Gast".
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Professor Dr. Janosch Hildebrand wird mit Fragen gelöchert. Foto: Heike Schülein
Professor Dr. Janosch Hildebrand wird mit Fragen gelöchert. Foto: Heike Schülein
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Wenn die Kleinen wie die Großen studieren: Alicia Suffa und Jan-Philipp Lindlein haben seit Samstag ihren Doktor-Titel in der Tasche und erreichten damit den höchsten in Deutschland zu vergebenden akademischen Grad. Der Stolz und die Freude darüber stand den beiden Doctores in der zum Hörsaal umfunktionierten Aula der Lucas-Cranach-Schule ebenso ins Gesicht geschrieben wie den Veranstaltern, die sich bei der bereits neunten Kinder-Uni erneut über ein rappelvolles Haus freuen durften.

Der Zuspruch des wissbegierigen Nachwuchses war so groß, dass die Organisatoren - "Kronach Creativ", "Bündnis Familienfreudiger Landkreis Kronach" mit Unterstützung des "Koordinierungszentrums Bürgerschaftlichen Engagements" - sogar eine Warteliste beziehungsweise kurzfristige Anfragen mit rund 20 Kindern hatten, denen man jedoch leider absagen musste. Damit verpassten diese zwei superspannende Vorlesungen zum Thema Licht von der TU Ilmenau sowie zum Thema Genetik von der Hochschule Coburg, wofür die Kinder-Uni erneut zwei hochkarätige Dozenten gewinnen konnte.

"Was ist Licht?"

Unter dem Titel "Was ist Licht?" ging Professor Dr. Gerhard Gobsch, Experimentalphysik, mit den jungen Schlaubergern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren der Vielfalt des Lichtes auf die Spur. Licht umgibt uns überall. Ohne Sonnenlicht gäbe es kein Leben auf unserer Erde. Alle Kinder kennen das Licht eines Lagerfeuers, einer Taschenlampe, eines Autoscheinwerfers oder auch das eines Lasers. Doch: Was ist eigentlich dieses Licht und wodurch unterscheiden sich all die Arten? Und warum brauchen wir Licht zum Sehen? Wie entsteht farbiges Licht und was kann man mit all diesen Lichtarten machen? Mithilfe vieler begeistert aufgenommener Experimente wurden all diese Fragen beantwortet und die Kinder zu echten Lichtexperten.

"Gene - was ist das?"

Nach dem Mittagspause und einem leckeren Mittagessen unternahm Professor Dr. Janosch Hildebrand, Biomedizinische Analytik, unter der Überschrift "Gene - was ist das?" mit den Studierenden eine Reise zum "Bauplan des Lebens" - unserer DNA. Sicherlich haben die meisten schon einmal den Satz gehört: "Das liegt dir in den Genen.” Und viele wissen auch, dass ihre Gene von ihren Eltern an sie vererbt wurden. Aber wofür sind diese Gene denn wichtig? Für die Augenfarbe oder die Größe? Ob man gesund ist oder auch mal krank? Die Kinder erfuhren dabei unter anderem, dass der Mensch in jeder Zelle circa 20 000 Gene besitzt. Alle Gene des Menschen bezeichnet man als das Genom. Die Gene auf der DNA liegen verteilt vor auf Chromosomen. Jede Zelle beinhaltet ein Gen von der Mutter und ein Gen vom Vater.

Großes Interesse

Die Teilnehmer zeigten an beiden Themen sehr großes Interesse und löcherten die beiden Dozenten nicht nur während ihrer Vorträge, sondern sogar in der Pause und noch im Anschluss mit durchwegs durchdachten Fragen. Die beiden Professoren staunten nicht schlecht über das bereits vorhandene Wissen sowie die Gedankengänge ihres jungen Publikums.

Schul-Eule war dabei

Hierunter fand sich auch ein ganz besonderer Gast - und zwar tierischer Art. An der Küpser Schule läuft ein Eulen-Projekt für die Drittklässler. An jedem Freitag darf ein anderer Schüler oder eine andere Schülerin die Schul-Eule mit nach Hause nehmen. Am Montag darauf erzählten dann sie und ihr Eulen-"Beherberger", was sie am Wochenende alles gemeinsam erlebt hatten. Dieses Mal hatte die Eule Quartier beim Drittklässler John Heinisch gefunden, der das als Symbol der Weisheit geltende Tier mit zur Kinder-Uni nahm. Und das passte wie die Faust aufs Auge, wird doch die Eule als Ausdruck ihrer Intelligenz oftmals mit Doktorhut und Talar oder auch auf Büchern dargestellt.

Zur abschließenden Urkunden-Verleihung gab sich stellvertretender Landrat Bernd Steger die Ehre, der zusammen mit Professor Dr. Janosch Hildebrand die Auszeichnung vornahm. Von den 125 Kindern waren 54 zum ersten Mal dabei. Bei den anderen handelte es sich um "Wiederholungstäter". 19 dieser "Wiederholungstäter" durften sich über eine Bachelor- sowie 13 über eine Master-Urkunde "of science and arts" freuen, nachdem sie an fünf beziehungsweise acht Vorlesungen teilgenommen hatten. Nach erfolgreicher Promotion gelangten Alicia Suffa und Jan-Philipp Wicklein gar zu Doktor-Würden.

Steger dankte allen Organisatoren und Helfern sowie insbesondere den teilnehmenden Kindern, an die er appellierte: "Ich hoffe, ihr bleibt dabei!" Für Kronach sei die weithin bekannte und beliebte Kinder-Uni ein weiterer Mosaikstein in der breiten Angebotspalette in Sachen Bildung, Betreuung und Förderung unserer Kinder - im Sinne eines familienfreundlichen Landkreises.

Der Grundstein: für die mittlerweile eigenständige - zweimal jährlich stattfindende - Kinder-Uni wurde mit dem erfolgreichen Start im November 2014 durch eine ausgelagerte Veranstaltung der Uni Bamberg in Kronach gelegt. Da man damals von dem Erfolg total überrascht war, beschloss man, das Ganze in Kronach selbst in die Hand zu nehmen - mit durchschlagendem Erfolg; waren doch die Veranstaltungen mit Kindern aus dem ganzen Landkreis sowie darüber hinaus immer nahezu voll belegt - so auch im vergangen Jahr, als der Hochschul-Standort in das "Tropenhaus Klein Eden" in Kleintettau verlegt wurde. Heuer kehrte man nun wieder zu den Wurzeln zurück.

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