Mitwitz
Unfall

Bei Mitwitz: Milchlaster kracht in Linienbus - Rettungshubschrauber nimmt Schwerverletzten auf

Ein 45-Jähriger aus dem Landkreis Kronach wurde am Freitagvormittag bei einem Unfall bei Mitwitz schwer verletzt. Er krachte mit seinem Milchlaster in einen Linienbus.
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Schwerer Unfall am Freitagvormittag: Zwischen Mitwitz und Kaltenbrunn krachte ein Milchlaster in einen Linienbus. Foto: Andreas Schmitt
Schwerer Unfall am Freitagvormittag: Zwischen Mitwitz und Kaltenbrunn krachte ein Milchlaster in einen Linienbus. Foto: Andreas Schmitt
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Großeinsatz am Freitagvormittag (14. September 2018): Um kurz nach 10.30 Uhr eilen Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehren zur Unfallstelle auf der Staatsstraße zwischen Mitwitz und Kaltenbrunn auf Höhe Neubau. Dort ist ein 45-Jähriger aus dem Landkreis Kronach mit seinem Milchtanklaster von hinten in einen Linienbus gekracht, der nach links in die kleine Ortschaft abbiegen wollte.

Der Lkw-Fahrer erleidet dabei schwere Verletzungen, vor allem im Bein- und Beckenbereich, und ist in seinem Führerhaus, das sich in den Bus gedrückt hat, eingeklemmt. Es wird rund 90 Minuten dauern, in denen der Mann gegen starke Schmerzen ankämpft, ehe er transportfähig ist und mit dem mittlerweile auf der Wiese nebenan gelandeten Rettungshelikopter ins Klinikum Kulmbach geflogen wird.

Im Führerhaus eingeklemmt

"Das Führerhaus war stark deformiert, weshalb es Probleme gab, ihn rauszubringen", erläutert Kreisbrandmeister Roland Schedel. Zwei Rettungsspreizer wurden eingesetzt, um den Verletzten zu befreien.

Zunächst jedoch war auch noch der Bus im Weg. In ihm saß bei der Kollision außer dem 39-jährigen Fahrer, der einen Schock erlitt, nur ein Fahrgast, der ebenfalls leicht verletzt wurde. Beide wurden vom BRK-Rettungsdienst betreut.

Anschließend galt es, den Bus vom Milchlaster, der sich auf dem Weg zu seiner einer Firma in der Gemeinde Wilhelmsthal befand, wegzuziehen. Da Notärztin und Sanitäter im Führerhaus alle Hände voll zu tun hatten, ging es dabei für die Feuerwehrleute einige Meter weiter um jede Sekunde.

Zunächst versuchten es die Kräfte um Einsatzleiter Christian Hempfling mit einem Feuerwehrfahrzeug, das sie mit einer Abschleppstange mit dem Bus, dessen Linie in Kronach enden sollte, verbanden. "Das waren wohl etwas wenig Pferdestärken", kommentierten die Feuerwehrmänner den missglückten Anlauf. Die neue und zielbringende Idee: ein Fendt-Traktor, der von einem in der Nähe wohnenden Kameraden schnell besorgt wurde.

3, 2, 1 - dann lösten die Einsatzkräfte die an den Rädern des Busses angebrachten Bremsklötze und gaben dem Bulldog-Fahrer grünes Licht. Diesmal klappte es, der Bus rollte und die Bergung nahm Fahrt auf.

Insgesamt waren etwa 50 Feuerwehrleute aus Mitwitz, Kaltenbrunn, Stockheim, Haig und Burggrub an der Unfallstelle und zur Straßensperre im Einsatz. Dazu kamen sechs Polizisten der Inspektion Kronach und vier der Verkehrspolizei Coburg. Außerdem waren das THW Kronach und das BRK vor Ort.

Die Unfallursache ist laut Auskunft der Polizei bislang noch ungeklärt. Überhöhte Geschwindigkeit könne jedoch, so die Antwort auf eine Nachfrage bei der Kronacher Polizei, ausgeschlossen werden.

Die Ermittlungen laufen. Unter anderem der Fahrtenschreiber des Milchlasters wurde sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft Coburg beauftragte einen Sachverständigen, der den Unfallort untersuchte.

Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 220 000 Euro. Die Staatsstraße war bis etwa 16 Uhr komplett gesperrt.

Der Artikel wurde am 14.9.2018 um 17:47 Uhr um weitere Informationen ergänzt.



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