Nordhalben
Gemeinderat

Umstrittene Kunst in Nordhalben

Eine Diskussion gab es im Marktgemeinderat über jüngst entstandene Graffitis wie die "Wurst" am Gasthaus Wagner.
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Diese "Wurst" am Gasthaus Wagner stößt den Nordhalbenern unangenehm auf. Fotos: Nicole Julien-Mann
Diese "Wurst" am Gasthaus Wagner stößt den Nordhalbenern unangenehm auf. Fotos: Nicole Julien-Mann
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Über Kunst lässt sich trefflich streiten und obwohl Nordhalben im Landkreis sicher als eine der kunstsinnigsten Gemeinden zählt, scheiden sich die Geister an den jüngst entstandenen Graffiti. Besonders die "Wurst" am Gasthaus Wagner stört das ästhetische Empfinden vieler Marktgemeinderäte, zumal die Gesamtkomposition zu allerlei weiterführenden Interpretationen einlädt.

So wünschte sich Albert Färber von den Freien Wählern, dass künftig der Bauausschuss oder der Marktgemeinderat ein Auge auf die Vorhaben werfen sollten, damit in Nordhalben nicht plötzlich jeder meinte, seine "alte Hütte" aufhübschen zu können und "lauter bunte Häuser und Stromkästen" entstünden.

Auslöser für die Diskussion war der Antrag auf einen Zuschuss von 500 Euro aus dem Nordhalben-Fond, den Kai und Diana Deckelmann für ihr Graffiti-Projekt am Haus Neue Welt beantragt hatten. Was dort entstanden ist, stieß allgemein auf Gefallen, genauso wie das Ballon-Graffiti an der "Filmapotheke" aus Bully Herbigs Thriller "Ballon". Rudolf Ruf (CSU) plädierte für die Gewährung des Zuschusses und gleichzeitig für die Eindämmung von Trittbrettfahrern. Bürgermeister Michael Pöhnlein regte an, einen kleinen Kreativworkshop in Sachen Graffitikunst anzubieten.

Nordhalbens Filmkarriere soll auch weiterhin für Bürger und Besucher sichtbar sein. Die ersten Filmtouristen wären schon aufgetaucht, berichtete Pöhnlein. Heiko Stumpf beantragte Hinweisschilder für den "Drehort Nordhalben" an beiden Ortseingängen, die er sogar privat finanzieren würde. Pöhnlein wies auf die komplizierte Rechtslage hin. Er will sich mit dem Filmteam abstimmen. "Wenn wir etwas machen, soll es professionell sein." Rudolf Daum mahnte die zeitnahe Umsetzung an, bevor sich der Hype um den Film wieder legte.

Bürgermeister Pöhnlein berichtete von 30 Immobilien, die seit 2016 verkauft worden seien, auch an Familien aus Ballungsgebieten. Durch einen Tausch von Immobilien im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern könnte man einen Gebäudetausch vornehmen, so dass die Gemeinde die "Filmapotheke" erwerben und als Filmcafé ausbauen könne. Des Weiteren soll eine Machbarkeitsstudie über das älteste und wertvollste Bauwerk, das alte Polizeigebäude, erstellt werden.

Außenstelle für Kindergarten

Noch vor wenigen Jahren habe man um das Überleben des Kindergartens gekämpft, jetzt stoße dieser an seine Grenzen, dabei seien weitere Familienzuzüge zu erwarten. Pöhnlein berichtete von einer Begehung mit Vertretern der Kindergartenleitung, dem Kirchenamt und dem Landratsamt, bei der auch nach geeigneten Lokalitäten im Ort gesucht wurde. Als ideal für eine Außenstelle hätte sich der ehemalige Blumenladen in der Kronacher Straße 10 erwiesen, freilich nach Durchführung einiger Umbaumaßnahmen. Michaela Schneider vom Landratsamt hat bereits Fördermittel bei der Regierung von Oberfranken angefragt, wodurch sich die Gemeinde allerdings auf 25 Jahre binden würde. Bernd Daum (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Idee zu verfolgen. "Wir könnten mit Infrastruktur punkten." Rudolf Ruf regte an, ein Gebäude in Gemeindebesitz zu nutzen. Laut Michael Pöhnlein sei keines für einen Kindergarten geeignet, außerdem könnte man beim Blumenladen die Außenflächen des Postamtsgartens und des alten Polizeigebäudes nutzen.

Manfred Köstner (CSU) und Ralf Ellinger (FW) warnten vor Schnellschüssen und Uwe Witurka (SPD) vermisste belastbare Zahlen über zu erwartende Zu- und Abgänge. Letztendlich aber folgten alle dem Vorschlag des Bürgermeisters.

In den letzten Jahren hat es mehrere Anläufe gegeben, den Schulbusverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unter einen Hut zu kriegen. Das Gremium stimmte dafür, sich den aktuellen Planungen anzuschließen. "Je mehr Kommunen sich beteiligen, desto attraktiver wird es für beteiligte Unternehmen", sagte Ludwig Pötzinger (FW). Michael Wunder (CSU) begrüßte den "Bus auf Abruf" als attraktives Angebot für ältere Menschen. Er regte außerdem an, an den Sonntagen den Anschluss nach Kronach zu verbessern.



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