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Kronach
Kultur

Uli Scherbel zwischen Fußball-Operette und klassischem Musical

Uli Scherbel: Der Künstler aus Rothenkirchen ist in Bestform.
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Uli Scherbel in "Roxy und ihr Wunderteam" Jan-Pieter Fuhr
Uli Scherbel in "Roxy und ihr Wunderteam" Jan-Pieter Fuhr
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Fußball und Operette geht das zusammen? Mit einem klaren Ja beantwortete das die Vaudeville-Operette "Roxy und ihr Wunderteam" am Theater Augsburg, deren letzte Aufführung kurz vor WM-Beginn über die Bühne ging. In einer der Hauptrollen war der Rothenkirchener Schauspieler, Sänger und Tänzer Uli Scherbel zu sehen, der am Samstag, 14. Juli, zusammen mit der Pavel-Sandorf-Band in seinem Heimatort zugunsten des dortigen Jugendzeltplatzes einen Benefizauftritt absolvieren wird. Dieses Konzert war ebenso schnell ausverkauft wie seine drei umjubelten Konzerte "Scherbe(l)n bringen Glück" 2016 und 2017 im Kronacher Kreiskulturraum.

Der Künstler, der für seine Heimatverbundenheit bekannt ist, verbringt berufsbedingt die meiste Zeit seiner Karriere unterwegs im gesamten deutschsprachigen Raum, und das oft in mehreren Produktionen gleichzeitig, zuletzt in der Operette "Maske in Blau" in Baden bei Wien sowie eben in "Roxy und ihr Wunderteam" in Augsburg. Gerade letztere steht für einen ausgeprägten Trend im deutschen Musiktheater, den man unter der Überschrift "die Operette ist zurück" zusammenfassen könnte.

Bühnenstoffe und Musik, die eigentlich als Inbegriff der leichten Muse der Jahrhundertwende und der ihr folgenden Jahrzehnte gelten, werden an den großen Theaterhäusern der Republik neu interpretiert und zeitgemäß in Szene gesetzt. Das Augsburger Beispiel mit Uli Scherbel steht exemplarisch dafür. Einer der jungen Regiestars dieses Genres, Martin Berger, verlegte die Szenerie der Operette auf der Grundlage einer komplett neuen Textfassung in die aktuelle große Fußballwelt und führte ironisch vor, was hinter den Kulissen der angeblichen so heilen Sportwelt tatsächlich los ist.

Wir haben es schon immer geahnt und spätestens seit dem Skandal um die Fußball-WM im eigenen Land wissen wir es auch: Korruption, Postenschieberei und faule Tricks. Berger hat für diese Inszenierung sehr viel Lob eingeheimst, und für Uli Scherbel war es eine ausgezeichnete Gelegenheit, sein großes Können in Verbindung von Darstellung, Gesang und Tanz zu zeigen.

Genau in dieser Kombination geht es im Herbst weiter. Dann kehrt Scherbel als Don Lockwood im Klassiker "Singin' in the Rain" ans Schleswig-Holsteinische Landestheater in Flensburg zurück, an dem er vor zwei Jahren einen Erfolg in der Rolle des Bobby Child in "Crazy for You" feierte. Für Uli Scherbel geht damit ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, denn nicht zuletzt der namensgebende Film mit Gene Kelly war eine der entscheidenden Inspirationen dafür, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen.

Einziger Wermutstropfen ist wieder einmal die enorme Entfernung zur oberfränkischen Heimat. Aber umso mehr freut sich Uli Scherbel auf das Konzert in Rothenkirchen, das er ganz sicher dazu nutzen wird, einige Tage bei seiner Familie zu verbringen und vielleicht auch einmal bei den Rosenberg-Festspielen vorbeizuschauen, deren Neustart er vor zwei Jahren mit ganzer Kraft unterstützte.

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