Ludwigsstadt

Übung mit Zündstoff

Georg Weinmann zeigte den Feuerwehrleuten in Ludwigsstadt die Gefahr von Feuerwerkskörpern auf.
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Georg Weinmann übte mit den Feuerwehrmännern im Hartsteinwerk in Ludwigsstadt. Fotos: Veronika Schadeck
Georg Weinmann übte mit den Feuerwehrmännern im Hartsteinwerk in Ludwigsstadt. Fotos: Veronika Schadeck
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Ein lauter Knall. Flammen. Und wenige Sekunden später ertönen die Martinshörner. Am Samstagnachmittag fand im Hartsteinwerk Ludwigsstadt eine Schulung "Gefahren von Explosivstoffen für Einsatzkräfte" statt. Es ging um Feuerwerke, um mögliche Folgen von Explosionen. Brandgiften, Gefahrguttransporte, um die Gefährlichkeit von Knallern und Co. Teilgenommen haben die Feuerwehren aus Ludwigsstadt, Ebersdorf und Ottendorf.

Anhand von praktischen Beispielen, wie Polenböller am Boden, konnte man sehen, welche Auswirkungen und Folgen Knaller und Co. bei unsachgemäßer Anwendung und Leichtsinn haben können.

"Feuerwerke sind schön, aber auch sehr gefährlich", das wurde an den Darstellungen des Inhabers von "eventeffects", Georg Weinmann und seinem Team deutlich. Der Pyrotechniker warnte davor, Feuerwerkskörper von Märkten aus Osteuropa oder aus dem Internet zu kaufen: "Das ist gefährlich. Solche Artikel haben eine wesentlich größere Sprengkraft als die, die hierzulande verkauft werden."

Er warnte auch davor, Kracher in der Hand zu halten. "Das kann die schlimmsten Verletzungen hervorrufen." Dies machte Georg Weinmann an einem Versuch mit einer Schweinspfote deutlich. Abgerissene Finger samt durchtrennter Knochen können die Folge sein und im Beispielfall sprengte es die ganze Pfote weg.

Angesprochen wurde zudem das Verhalten bei einem Unfall, in dem ein Fahrzeug mit Gefahrgut involviert ist. Neben der Gefahr für Umwelt und Bevölkerung bestehe auch eine besondere Gefährdung für die Einsatzkräfte. Das Gefahrgut kann bei Austreten zu einer Explosion führen. Je nach Stoff kann so ein Unfall zu einer Brand- und Explosionsgefahr führen. "Solche Unfälle sind immer schwierig", so Weinmann.

Autos, die Gefahrgut transportieren, müssen mit einer orangen Warntafel gekennzeichnet sein und eine ADR-Zulassungsbescheinigung haben. ADR steht als Abkürzung für Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Weinmann sprach davon, dass alle Gefahrenstoffe in Gefahrgutklassen und zusätzlich in Unterklassen unterteilt werden. Aus den Ladepapieren geht die Gefahrnummer hervor. Er wies darauf hin, dass die Einsatzkräfte darauf achten müssen, die Unfallstelle rundum ausreichend abzusichern. Weiterhin wies er darauf hin, dass auch kleine Mengen von bestimmten Stoffen einen großen Aufwand bedingen, um diese sicher zu bergen und sachgerecht zu entsorgen. Daneben ist unter Umständen nicht nur die Dekontamination der direkt mit dem Stoff in Berührungen gekommenen Personen und Gegenständen nötig, sondern auch der ganzen Umgebung.

"Das war eine gute Sache", lobte der Ludwigsstädter Kommandant Jörg Söllner. Er bedankte sich bei Georg Weinmann und seinem Team. Sie haben sich nicht nur theoretisch mit dem Vortrag, sondern auch mit den praktischen Übungen große Mühe gemacht, seine Kameraden und ihn für die Themen "Gefahrgut" und "Feuerwerkskörper" zu sensibilisieren. Mit dabei war auch die Jugendfeuerwehr, für die dieser Nachmittag höchst interessant war, denn so intensiv haben sie sich noch nicht mit den Gefahren von Feuerwerkskörpern befasst. Ein Dank galt dem Inhaber des Hartsteinwerks, Gerhard Rentsch, die Schulung auf seinem Gelände abhalten zu dürfen.

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