Stockheim
Bergbau

Überdimensionale Grubensicherheitslampe übergeben

Mit einer Grubensicherheitslampe überraschten Kumpel aus Recklinghausen den Knappenverein Stockheim und Umgebung.
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Großer Bahnhof vor Stockheimer Rathaus für die Knappen aus Recklinghausen, die erstmals mit dem Sängerkreis der Grubenwehr von der Zeche Haard (Kreis Recklinghausen) angereist waren. In der Mitte Bürgermeister Rainer Detsch. Foto: Gerd Fleischmann
Großer Bahnhof vor Stockheimer Rathaus für die Knappen aus Recklinghausen, die erstmals mit dem Sängerkreis der Grubenwehr von der Zeche Haard (Kreis Recklinghausen) angereist waren. In der Mitte Bürgermeister Rainer Detsch. Foto: Gerd Fleischmann
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Einen herzlichen Empfang bereiteten die Gemeinde Stockheim mit Bürgermeister Rainer Detsch (FW), der Knappenverein, der Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim-Neuhaus, Silvia Welsch von der Gemeindeverwaltung sowie Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann den Bergleuten aus Recklinghausen vom Arbeitskreis Zeche König-Ludwig. Erstmals mit dabei war der Sängerkreis der ehemaligen Grubenwehr vom Bergwerk Haard in Oer-Erkenschwick, Kreis Recklinghausen, unter der Leitung von Grubenwehrführer Werner Köhler. Als Marschgepäck mit dabei hatten die Gäste aus dem Kohlenpott eine überdimensionale Grubensicherheitslampe, die bereits vor über 100 Jahren unter Tage im Einsatz war. Sie wird zukünftig ihren Platz in der bergmännischen Rentei finden, die derzeit saniert wird.

Der viertägige Aufenthalt der Gäste aus dem Ruhrgebiet gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Erlebnis. "Wir sind mittlerweile richtige Frankenwaldfans geworden", stellten Arbeitskreissprecher Dieter Pröve und stellvertretender Geschäftsführer Horst Klemke fest. "In Stockheim wird die bergmännische Tradition noch sehr hoch gehalten", würdigten die Recklinghäuser die örtlichen Aktivitäten, die insbesondere durch die Kommune sehr stark unterstützt werden. Zum Auftakt erhielt Elisabeth Fleischmann einen Blumenstrauß als Dankeschön für ihr Engagement zur Festigung der Freundschaft.

Und das ist die Vorgeschichte: Im Zuge von Recherchen zum Buch "Unsere Zeche König-Ludwig - Wiege der Ruhrfestspiele" erfuhr der inzwischen verstorbene Recklinghäuser Heimatpfleger Klaus May von einer weiteren Kohlengrube mit dem Namen König-Ludwig. Diese befand sich einst in Reitsch in der heutigen Gemeinde Stockheim. Beide Schachtanlagen trugen den Namen des bayerischen Märchenkönigs.

Schnell wurde damals Kontakt zum Stockheimer Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann aufgenommen. Daraus entstand eine freundschaftliche Verbindung, die dann durch weitere Besuche des Knappenvereins Stockheim im Ruhrgebiet und der Recklinghäuser Kumpel hier in Stockheim intensiviert wurde.

Bis ins Jahr 1582

Nachdem erstmals der Sängerkreis der Grubenwehr in Stockheim Präsenz zeigte, informierte Bürgermeister Rainer Detsch über die bergbauliche Historie, die bis in das Jahr 1582 zurückreicht. Insbesondere erwähnte das Gemeindeoberhaupt die Aktivitäten von Knappenverein, Bergmannskapelle, Förderverein Bergbaugeschichte und der Grundschule Stockheim. Der Schaustollen des Knappenvereins, das bergmännische Magazin, der bergmännische Lehrpfad, das Steinkohlengeotop, das Bergmannsfest sowie die Barbarafeier und die bergmännische Weihnacht seien Angebote für die Bevölkerung zur Wahrung der bergmännischen Tradition. Ein großartiger Erfolg sei die Ausstellung "Schwarzes Gold" 2016 in der Neukenrother Zecherhalle gewesen. Mit ganzer Kraft konzentriere man sich nun auf die Sanierung der bergmännischen Rentei (Verwaltungsgebäude) aus dem Jahre 1847, so Detsch. Geplant sei eine Kultur- und Begegnungsstätte. Das traditionelle Bergmannslied "Glückauf - der Steiger kommt!", musikalisch begleitet vom Sängerkreis Grubenwehr bildete den Abschluss.

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