Kronach
Büttenabend

Über Jungfern, Vorstädter und die Grenze zu Coburg - "Feuedunnekeil" im Kronacher Schützenhaus

Ein farbenfrohes Bühnenbild, beste Stimmung, bunte Kostüme und frenetischer Applaus: das alles bot der erste Büttenabend der "Kroniche Fousanaocht 1964".
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Der Kronacher Elferrat schunkelte sich im Schützenhaus richtig in Stimmung. Foto: Veronika Schadeck
Der Kronacher Elferrat schunkelte sich im Schützenhaus richtig in Stimmung. Foto: Veronika Schadeck
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"Willkommen im Nationalpark Kroniche Fousanaocht", begrüßte Nationalpark-Frankenwaldrancher Stefan Wicklein" das Narrenpublikum. Erst danach zog das Prinzenpaar "Seine Tollität Prinz Maximilian I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Kerstin" mit dem Hofstaat ein.

Die Themen Nationalpark und Verkehrsanbindung, das politische Geschehen, "die Coburger", die "Vorstadt" Neuses und der Schlachtruf "Kronich Feuedunnekeill" zogen sich durch den ganzen Abend.

Der von Katharina Hauptmann gespielte Nationalparkzwerg brachte es auf den Punkt, als er meinte, die Einführung eines Mobilitätskonzepts für den Landkreis Kronach dauere länger als der Bau des Berliner Flughafens. Barrierefreiheit am Kronacher Bahnhof sei nur dann gegeben, wenn man mit dem Taxi nach Bamberg zum Bahnhof fahre, sich dort sich mit dem Aufzug zum Gleis begebe und dann mit den Zug zurück nach Kronach fahre.


Grenzkontrollen in Richtung Coburg

Weiter wurden wegen der Verwandtschaft der Coburger zu England und dem herannahenden Brexit Grenzkontrollen zwischen Kronach und Coburg gefordert. Seine Tollität Prinz Maximilian I. stellte die Kompetenz von Wolfgang Beiergrößlein in Frage. Seine Kapelle sei das einzige, was der Bürgermeister ohne den Baumgärtner geschafft habe.

Die "Kanzlerin" (Dana Hecker-Kirchbach) betonte, dass die ICE-Haltestelle von Kronach nach Neuses verlegt werden müsse. "Der Bahnhof dort ist zwar verfallen, aber dafür barrierefrei!" Zudem forderte sie eine Mautstrecke zwischen der Firma Dr. Schneider und der Südbrücke.

Wolfgang Baumann brillierte gleich mit zwei Reden. Bei einer gab er mit seiner "Bratschen" Ratschläge. Für 30 Euro mache er alles. Und: "Wir leben in einer "Loser-Loser-Situation". Längere Fahrzeiten mit dem Zug nach Bamberg, keine direkte Anbindung nach Würzburg und so weiter.

"Das sind die Strafen, weil wir gegen den Nationalpark waren!" Auch wusste Wolfgang Baumann, wie man sich gegen sexuelle Angriffe wehrt. "Nehmen Sie stets einen Kochlöffel mit!" Weiter definierte er den Begriff "Helios" mit "Sonnengott!" Sollte der Kreissaal wieder schließen, dann müsse ein Schild ran: "Der Sonnengott ist fort!"


Winnetou lebt

Als Winnetou, Old Shatterhand und Bleichgesicht bekam das Trio "MüLaPa" (Christoph Müller, Stefan Lach, Martin Panzer) großen Applaus. Die Helden aus dem wilden Westen berichteten unter anderem von "aufständischen Farmern aus dem Oberland", die einen "Krieg wegen dem Borkenkäfer" entfachen.
Thomas Auer gab als "Mann der vielen Worte" eine Liebeserklärung an "mei Kronich". Er erzählte unter anderem, dass im Jahr 1990 der "Raum" an die Macht kam. Er hatte aber Pech, da sich durch die Fußballweltmeisterschaft seine Krönung verzögerte. Der jetzige Bürgermeister habe gute Chancen, als "Wolfgang der Große" in der Fränkischen Galerie einen Platz zu finden. Auer bezeichnete den Bau der "Jahrhunderttreppe in die obere Stadt" als eine große Bauleistung des Bürgermeisters. Dadurch könne er zu Höherem berufen werden.


Wallfahrt nach Maria Glosberg

Für langanhaltende Ovationen sorgte die "Jungfern-Wallfahrt". Hier zogen "die Damen des Elferrats" unter musikalischen Klängen nach Maria Glosberg. "O Herr, schick uns einen Mann", so lauteten unter anderem die Bittgebete. "Er soll es recht gut haben, wir werden ihn formen und biegen!" Wenn er aufmucken will, so versprachen es die Jungfern, "werden wir es ihm abgewöhnen!".

Jens und Nicole Wrede kamen mit dem Zug. In Kronach stiegen sie aus, denn "wer will schon nach Ludwigsstadt fahren!" Einen tollen Auftritt hatte auch die "Neusiche Feuerwehrkapell´n" unter Leitung von Kilian Piontek. Sie war im Dienste ihrer Majestäten Prinz Maximilian I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Kerstin I. - beide haben ihren Sitz in Neuses - unterwegs. "Der Beiergrößlein hat viel verzapft", so der Kommandant aus der Vorstadt. Und er stellte klar, dass "die Kroniche aus den Flößern keine Housnkuh machen".

Das Personal vom ICE (Stefan Wicklein, Thomas Pfeffer, Thomas Baumann und Ulli Böhm) hatte Sorge, dass Markus Söder zum Bauernopfer werden könnte. Der Seehofer, der kümmere sich dagegen in Berlin um seine Familienzusammenführung. Als Fakir und Schlangenbeschwörer begeisterte Wolfgang Baumann ein weiteres Mal das Publikum. Er empfahl unter anderem zur Stressbewältigung ein Dampfbad auf Unterwassernagelbrettern.

Zuvor meinte der Bürgermeister, dass die Kroniche die Schweden vertrieben haben und nun aber die Neuseser mit dem Prinzenpaar und der Feuerwehrkapellen aus dem "unteren Dorf" da sind. Die Sache habe was Gutes, denn somit komme auch Kultur nach Neuses. Er bezeichnete die "Tolleleitage" als eine Zeit, die das Leben versüßen soll.

Zwischen den Sketchen gab es tolle Tanzeinlagen, die das Publikum begeistern. Spitzenmäßig waren die Große Garde, Mittlere Garde, die Kleine Garde, die Turngruppe, die Rock´n´Roll-Gruppe und die Showtanzgruppe des ATSV. Eine tolle Einlage lieferten auch der "Shanty-Chor", bestehend aus dem Elferrat.

Durch das Programm führte mit viel Humor, Witz und Schlagfertigkeit Sitzungspräsident Georg Löffler, der sich bei allen Spendern, Akteuren sowie Helfern hinter den Kulissen bedankte.


Termine

Weitere Büttenabende sind am 2. und 3. Februar um 19.30 Uhr. Die Kinderbütt findet am 9. Februar um 18 Uhr statt. Der Rathaussturm ist am 10. Februar um 14 Uhr.


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