Neuengrün
Kerwagaudi

Trump und Putin im Wettstreit in Neuengrün

In die Rolle zweier Staatsmänner im Weltraum mussten Pater Jan Poja und Bürgermeister Jens Korn in Neuengrün schlüpfen. Am Ende siegte der Geistliche klar.
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Nach dem Pfarrer-Bürgermeister-Wettstreit grüßen die beiden Kontrahenten von hoch oben, und zwar Pater Jan Poja (links) und Bürgermeister Jens Korn. In der Bildmitte Roland Schmidt vom Neuengrüner KirchweihmontagskomiteeHans Franz
Nach dem Pfarrer-Bürgermeister-Wettstreit grüßen die beiden Kontrahenten von hoch oben, und zwar Pater Jan Poja (links) und Bürgermeister Jens Korn. In der Bildmitte Roland Schmidt vom Neuengrüner KirchweihmontagskomiteeHans Franz
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Hohen Besuch von zwei Staatsmännern präsentierte zur Kirchweih in Neuengrün das stets extra für diese Tage ins Leben gerufene Kerwamontagskomitee.

Zunächst in je einer Rakete verschanzt, wurden der russische Präsident Wladimir Putin-Poja und der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump-Korn, in die Dorfmitte transportiert, wo sie nach dem nicht einfachen Ausstieg dem begeisterten Publikum zuwinkten und in ihrer Landessprache begrüßten ("Ich bin ein Neuengrüner"). In das Kostüm der beiden Machthaber als Raumfahrer mussten der Wallenfelser Geistliche und das Stadtoberhaupt, also Pater Jan Poja und Bürgermeister Jens Korn, schlüpfen. Damit war zugleich bekannt, in welcher Montur die beiden bei dieser Kirchweihgaudi heuer ihren Wettkampf gegeneinander zu bestreiten hatten.

Im Übrigen war dies schon das 36. Duell im Frankenwaldrundangerdorf, wo sich traditionell der heimische Don Camillo und Peppone gegenüberstanden. Um es vorwegzunehmen: Konnte diesen Wettstreit im vergangenen Jahr Jens Korn klar für sich entscheiden, so lag diesmal um Längen Pater Jan Poja vorne. So etwas nennt man kurz: "Geglückte Revanche".

Als Kampfstätte diente ein höherer Bauaushub, der im Zuge der Sanierungsarbeiten im Kirchenumfeld entstanden ist. Auf dieser Anhöhe hatten die beiden Kontrahenten mit einem Metalldetektor drei entsprechende Elemente zu suchen, diese nach Fund unten am Berg in eine Kiste abzulegen, nach erfolgreichen Funden mit der jeweiligen Staatsfahne auf einem weiteren daneben befindlichen "Berg" zu steigen und dort die Fahne zu hissen.

Noch während der Bürgermeister nach dem dritten Metallstück suchte, hatte Pater Troja schon die zweite Aufgabe erfüllt. Nämlich mit einem Pfeil auf eine Weltkarte das Land des Kontrahenten nach drei Versuchen zu treffen. Der Geistliche eilte schließlich hoch zum zweiten Berg und grüßte als strahlender Sieger die gut 100 Schaulustigen. Bürgermeister Jens Korn nahm die Niederlage gelassen und als fairer Verlierer, denn im nächsten Jahr kann er sich ja revanchieren.

Zu Beginn des Spektakels hatten sich die Hauptbeteiligten bei der Gastwirtschaft Hildner getroffen, von wo aus sie unter den Klängen der Blasmusik Neuengrün/Schlegelshaid in die Dorfmitte zogen. Im Übrigen spielte die Kapelle auch während des gesamten Spektakels unter der Leitung von Carolin Kremer immer wieder mal munter auf. Gleich nach diesem Anmarsch übte Bürgermeister Jens Korn an einem Großteil der Mitläufer Kritik. "Die militärische Ordnung und Disziplin hat sehr zu wünschen übrig gelassen. Bei uns in Wallenfels an Fronleichnam könnt ihr euch ein Beispiel nehmen, wie so etwas zu funktionieren hat."

Der Sprecher des ideenreichen Komitees, Roland "Jack" Schmidt, der sich selbst als "Leerwaafn" bezeichnete, freute sich über die große Anzahl der erschienen Zuschauer und dankte den beiden Kontrahenten für ihr Mitwirken.

Später gab es Dank für eine große Zahl an Spendern und Sponsoren, denn bevor es zum Pfarrer-Bürgermeister-Duell kam, standen Verlosungen und der Hahnenschlag auf dem Programm. Apropos Hahnenschlag: Heuer wurde dieses Spielchen, bei dem mit verbundenen Augen mit einem Dreschschlegel ein leerer Gurkeneimer zu treffen ist, bei den Kindern in einen Hasenschlag umgewandelt. So gab es diesmal keinen Hahn zu gewinnen, sondern eben einen Hasen (Gewinner war Jonas Deuerling). Sieger beim Hahnenschlag unter den älteren Teilnehmern wurde Noah Grebner.

Da der Erlös aus dieser Veranstaltung der Kirchengemeinde Neuengrün zufließt, dankte Kirchenpfleger Günter Blumenröther den Initiationen. Als das Spektakel beendet war, hieß es "Zur Kirchweihmontagsparade angetreten und zurück zum Hildner." Ob bei diesem Rückweg nun die Disziplin besser war als zuvor, konnte vom kritisierenden Bürgermeister nicht mehr in Erfahrung gebracht werden.

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