Kronach

Trommeln und Tanzen für Afrika

"Afrika hautnah erleben" - das konnten die Kronacher am Wochenende beim inzwischen achten Afrikafest im Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter".
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Beim Workshop mit "sunucraft rhythm" konnten Kinder und Jugendliche afrikanischen Rhythmus lernen. Foto: Heike Schülein
Beim Workshop mit "sunucraft rhythm" konnten Kinder und Jugendliche afrikanischen Rhythmus lernen. Foto: Heike Schülein
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Schneller und schneller, es wird richtig laut. Hände, die über die Trommeln fliegen, harmonisch fließende Tanzbewegungen, die pure Lebensfreude - welch wunderbare Atmosphäre. Djembén und Basstrommeln, wohin das Auge schaut, kraftvolle afrikanische Klänge, tanzende und singende Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, jeder Kultur.

Beim nunmehr bereits achten Kronacher Afrikafest wurden das "Struwwelpeter"-Gelände sowie die angeschlossene Scheune zu einer bunten Begegnungsstätte .

Man sagt in Afrika, dass es drei Götter gibt, die alle Sorgen vertreiben: Trommeln, Tanz und Gesang. Die Menschen tanzen in Afrika zu jeder Gelegenheit, um ihre Lebensfreude auszudrücken - egal ob zu traurigen oder fröhlichen Anlässen. Das Afrikafest in Kronach war natürlich ein sehr fröhlicher Anlass, lud es doch auch heuer zum kulturellen Austausch und zur Verständigung ein.

Das Publikum war eingeladen, mitzumachen, zu feiern und zu tanzen, die spirituelle Energie Afrikas zu spüren. Dafür gab es wieder jede Menge Mitmachaktionen und Workshops, Infostände sowie einen bunten Basar mit schönen Artikeln aus Afrika.

Verschiedene Hilfsprojekte stellten sich und ihre Arbeit vor. Es duftete nach landestypischen Speisen, unter anderem zubereitet von der Flüchtlingshilfe Kronach. Angeboten wurden beispielsweise aber auch afrikanische Bratwürste. Zum bunten Programm gaben sich namhafte - heimische wie auch internationale - Gruppen und Künstler die Ehre, deren Musik nur so von Lebensfreude sprühte. Mit dabei waren der "Neno-Chor" aus Rödental, die "African Beat Stars" aus Bamberg, die Lokalmatadore "Kummazamm" sowie "Sunucraft Rhythm", die das große Samstagabendkonzert auf dem Afrikafest gaben und Trommel-Workshops für Kinder und Erwachsene anboten.

Es dauerte nicht lange, da hatten die Teilnehmer den Rhythmus drin - so wie die Kinder der Offenen Ganztagesschule Windheim, die voller Stolz präsentierten, was sie bei einem zweitägigen Trommel-Workshop an der Schule gelernt hatten. Gefördert wurde das Projekt von "Demokratie Leben". Die Grund- und Mittelschule Windheim war vertreten mit den "Rennsteigspatzen", die unter Leitung von Markus Häßler von der Musikschule Fröhlich mit stimmungsvollen Liedern das Fest eröffneten, sowie einer Tanzgruppe am Sonntag. Auch heuer war wieder ein "Zelt der Kulturen" aufgebaut, in dem Menschen verschiedener Kulturen ehrenamtlich über zwei Tage zahlreiche Programmpunkte gestalteten. Mit dabei waren unter anderem Evi und Günther Scheler, die von ihren Hilfsprojekten für Benin berichteten, während der neue Kronacher Pfarrer Achim Gerber von seiner Zeit als Priester in Namibia erzählte.

80 Zentimeter lange Schnecke

Ein Highlight des Afrikafests war die afrikanische Achatschnecke Wahibio, die ausgewachsen eine Länge von 80 cm und ein Gewicht von rund 2,5 kg erreichen kann. Erstmals überhaupt fand am Samstagabend eine kleine Spezialausgabe der "Saturday Night Church Kronach" (SNC) statt. Dabei erzählte Valentina Engelhard von ihrem Besuch einer Bibelschule, der ihr einen besseren Zugang zum Wort Gottes ermöglichte. Sicher zeigte sie sich: "Gott hat für uns alle ein supertolles Fest vorbereitet und jedem von uns eine Einladung geschickt. Es liegt an jedem Einzelnen, ob er diese Einladung annimmt oder nicht." Die Besucher konnten ihre Probleme auf Zettel schreiben, die anschließend symbolisch verbrannt oder im Wasser aufgelöst wurden.

Am Sonntagmittag zeigten zahlreiche Trommler bei einem großen gemeinsamen Flashmob, wie laut Kronach sein kann. Guten Absatz fanden die eigens für das Afrikafest angefertigten Coffee-to-go-Becher von "Rösler CeramTec", mit denen man einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten will und die auch weiterhin im Struwwelpeter erworben werden können.

Für das Festival zeichneten wieder das Orga-Team des Afrikafests sowie das Team des "Struwwelpeter" verantwortlich. Entsprechend stolz auf ihr Team zeigte sich Hauptorganisatorin Natascha Christmann bei der Begrüßung am Samstagmittag. Sie alle brächten sich in vielen Stunden Arbeit ein, damit die Besucher Afrika mit allen Sinnen genießen könnten. Ein großer Dank galt auch dem Struwwel für die wertvolle Unterstützung bei der Umsetzung der vielen Ideen.

Die Grüße der Stadt Kronach übermittelte Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann sowie von Seiten des Landkreises Gerhard Wunder. Hofmann verwies auf die große Bedeutung des Afrikafests - auch unter dem Aspekt einer Begegnung auf Augenhöhe von Europa und Afrika.

Einen Beitrag für ein gegenseitiges Kennenlernen und Vertrauen leiste auch die Stadt Kronach, die als Fairtrade-Stadt zu einer gerechteren Entlohnung beitrage.

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